Konzert
Solothurner Blasmusikverband: Jugend-Orchester feiert Premiere

Nach ihren Lagerwochen haben erstmals Jugend-Brass-Bands und ein Jugendblasorchester des Solothurner Blasmusikverbandes (SOBV) zu Konzerten eingeladen.

Hans Blaser
Merken
Drucken
Teilen
Das Blasorchester
18 Bilder
Die A-Band
Konzert der Jugend-Brass-Bands und eines Jugendblasorchesters des Solothurner Blasmusikverbandes (SOBV)
Solist Michael Franz (Flügelhorn)
Die Cornet-Seite der A-Band
Solo-Cornets A-Band
Posaunenregister A-Band
Cornets A-Band
Saxofonistin
Dirigent Armin Renggli
Die B-Band
Dirigent B-Band Roger Leoni
Parade-Auftritt der Perkussionisten
Solist Simon Kissling (Waldhorn)
Posaunisten-Nachwuchs
Dirigent Daniel Bichsel fordert Einsatz
Gastsolist Iwan Estermann
Waldhornisten

Das Blasorchester

Hans Blaser

Vor zehn Jahren hatte der Verband zu seinem 100-Jahr-Jubiläum das Jugendlager ins Leben gerufen. Schon damals sah die Ausschreibung zwei getrennte Formationen in unterschiedlicher Besetzung vor. Es gelang seither aber nur, eine Brass Band zu bilden.

Das Brass-Band-Lager fand so viel Echo, dass es seither jährlich durchgeführt wurde. Seit 2005 gab es sogar immer zwei Bands. Ein Blasorchester hingegen stiess auf keinen Anklang. Es gelang dem Verband nicht eine Orchester-Formationen zusammenzubringen - bis in diesem Jahr.

In Zweisimmen und in Jaun

Am Wochenende haben die Jugendformationen an je zwei Konzerten ihr innerhalb einer Woche ausgefeiltes Konzertprogramm vorgestellt. Ihre Stimmen haben die Teilnehmer allerdings schon vor dem Intensivtraining der Lagerwoche selber möglichst gut zu erarbeiten versucht. Die Brass Band belegte ihr bewährtes Musighus in Zweisimmen. Das Blasorchester rückte in Jaun ein. In beiden Lagern konnte durch zusätzliche Registerlehrer die Übungsintensität gesteigert werden. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, was die Jungen innerhalb einer Woche zustande bringen.

Bei den Brassern - bestehend aus der kompletten Familie der Bügelhörner zusammen mit Posaunen und Schlaginstrumenten - übernahm die unter der Leitung von Roger Leoni stehende B-Band an den Konzerten im Konzertaal Solothurn und in der Mehrzweckhalle Mammut Hofstetten den ersten Konzertteil. Nach einer Fanfare vermochte er mit «Cambridgeshire Impressions» von Rieks van der Velde das Publikum aufhorchen zu lassen und mit William Rimmers Marsch «Puncinello» zu fesseln. Ihren gelungen Auftritt krönte die Band mit «E Spenstig» des Norwegers Thorsten Aagaard-Nielsen als Zugabe. Die Leitung der A-Band wurde diesmal Daniel Bichsel anvertraut. Auch sie setzte sich nach Darrol Barrys «Festivo» gleich mit ihrem Hauptwerk in Szene. Die vier musikalischen Postkarten die Philip Wilby in seiner «Partita for Band» dafür in Noten setzte kamen wunderbar in Solothurn an.

Eine Tradition bei der Brass Band sind die Solo-Auftritte einer Register-Lehrkraft sowie eines Band-Mitgliedes. Um das Band-Solo muss man sich in einem internen Wettbewerb während des Lagers bewerben. Gewonnen hat diesmal Michael Franz aus Bärschwil. Er setzte sich mit einer Bearbeitung des Mittelsatzes des Adagio aus dem «Concierto de Aranjuez» von Joaquin Rodrigo durch. Von der Band dezent getragen kam sein bestechendes Flügelhorn-Solo wunderbar zur Geltung. Seine mit Musikalität gepaarte Virtuosität demonstrierte Iwan Estermann auf seiner Es-Tuba in «Summer Concertino» mit der A-Band. Ein Verschnitt aus den beiden Märschen «Salut a l'Ajoie» von Paul Montavon und «Solothurner Marsch» von Stephan Jaeggi als Zugabe verblüffte das Publikum.

Tolles Waldhorn-Soli

Die Leitung des ersten Blasorchesters oblag Armin Renggli. Mit einem perfekten Programm meisterte er an den Konzerten im Kultursaal Haulismatt Balsthal und im Konzertsaal Solothurn mit etwas Mithilfe einzelner Register-Lehrkräfte die unterschiedlichen Ausbildungsstände der Teilnehmer. Davon war weder in «Gulliver's Travels» von Bert Appermont noch in «Latin Suite» Roger Derongé etwas spürbar.

Ein Glanzlicht setzte das Orchester mit dem Barry-Arrangement von Mancini-Melodien. Einen Riesenauftritt hatte Simon Kissling als Solist auf dem Waldhorn in «Morceau de Concert op 9» von Camille Saint-Saens.