Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist in der Schweiz letztes Jahr um 3,5 Prozent zurückgegangen. «Diese Zahl scheint auf den ersten Blick nicht sehr hoch», sagt BVS-Präsident Bruno Fuchs im Vorfeld der heute stattfindenden Generalversammlung. Wenn man den Kanton isoliert betrachte, präsentiere sich das Bild aber anders: 2018 sei der kumulierte Umsatz im Hoch- und Tiefbau um 17,2 Prozent geringer ausgefallen als 2017, was einem Minus von rund 70 Mio. Franken entspricht.

Allerdings seien 2016 und 2017 Ausnahmejahre gewesen, weil damals grosse Bauvorhaben – Neubauten Bürgerspital Solothurn, Biogen Luterbach, Tunnelprojekte Belchen und Eppenberg – besonders spürbar zu Buche schlugen. «Wir bewegen uns mit den Umsatzzahlen 2018 allerdings immer noch im Bereich des langjährigen Durchschnitts, weshalb wir grundsätzlich zufrieden sind», so Fuchs.

Nur beschränkt trifft diese Aussage auf Auftragseingänge und -vorräte zu. Gegenüber 2017 reduzierten sich die Auftragseingänge im Berichtsjahr um 11,3 Prozent (- 42 Mio. Franken), und die Arbeitsvorräte nahmen um 17 Prozent (- 28 Mio.) ab. «Diese Werte stimmen für 2019 nicht wirklich optimistisch», hält dazu BVS-Geschäftsführer Theodor Häner fest. Und Bruno Fuchs ergänzt: «Wir sind mehr denn je gefordert, die Kapazitäten dem Markt anzupassen.»

Mit Blick in die Zukunft bleibt der BVS trotzdem «verhalten zuversichtlich», wie es heisst. Grund: Mittel- und längerfristig stünden im Kanton weitere Grossprojekte an. So wird die Kehrichtverbrennungsanlage Kebag in Zuchwil ersetzt, der Spatenstich dürfte 2020 erfolgen. «Die Gesamtinvestitionen werden bis zum Projekt-Abschluss 2025 zirka 440 Mio. Franken betragen, wovon ein schöner Teil das Bauhauptgewerbe betreffen wird», sagt Fuchs. Relevant für die Baubranche dürfte auch der Ausbau des Autobahnstücks Luterbach–Härkingen auf sechs Spuren werden, mit budgetierten Investitionen von rund 750 Mio. Franken. Der Ausbau ab 2020 wird sich über acht Jahre erstrecken.

Wenig Sorgen machen muss sich der Baumeisterverband um den Nachwuchs. Seit 2012 können jedes Jahr zwischen 120 und 130 Lernende (2018: 122) ausgebildet werden. Das sei eine erfreulich hohe und stabile Zahl. «Gesamtschweizerisch ist die Zahl der Lernenden im Bereich der Grundbildung jedoch dramatisch rückläufig», sagt Häner. Massive Auswirkungen – besonders beim Nachwuchs auf Stufe Kader- und Führungsebene – seien deshalb absehbar.

Änderungen im Vorstand

An der Generalversammlung von heute Donnerstag wird Ralf Heid (Erne AG Bauunternehmung, Olten) zur Wahl in den Vorstand vorgeschlagen. Weiter wird Kurt Sigrist (Bellach) nach 13 Jahren Tätigkeit sein Amt als Präsident der paritätischen Berufskommission an Markus Vitelli (Olten) übergeben.(mgt)