Ob Brand, Herzinfarkt oder Einbruch: Wer eine Notfallnummer (112, 117, 118 oder 144) wählt, landet in der Solothurner Schanzmühle. Hier laufen in der Alarmzentrale der Kantonspolizei seit 16 Jahren die heissen Drähte von Polizei, Feuerwehr und Sanitätsnotruf zusammen. 273 000 mal hat das Telefon im vergangenen Jahr geklingelt. Der ganze Kanton meldet sich bei Notfällen hier.

Die Solothurner Alarmzentrale war bei ihrer Eröffnung 1999 ein Vorzeigeprojekt, das Besucher aus dem In- und Ausland anlockte. Inzwischen ist die Ausrüstung in die Jahre gekommen. Ohne Modernisierung, so warnte die Regierung, sei mit «Lücken in der Sicherheitsversorgung der Bevölkerung» zu rechnen. Gestern nun hat der Kantonsrat einen 2,5-Mio.-Franken-Kredit für die Erneuerung der Alarmzentrale gesprochen.

Zunahme der Anrufe

Kommissionssprecherin Anita Panzer (FDP, Feldbrunnen) erinnerte an das Alter der Infrastruktur. Nach 16 Jahren sei die Software veraltet. «20 von 38 Systemen haben ihr Lebensende erreicht», sagte Panzer. Deren Wartung sei nicht mehr garantiert. Zudem habe die Zahl der Notrufe seit 2003 um 3 Prozent bei der Polizei, 15 Prozent bei der Feuerwehr und 56 Prozent beim Sanitätsnotruf zugenommen.

1,45 Mio. Franken kostet die Erneuerung der Alarmzentrale. Für eine weitere Million baut die Polizei um. Denn der bestehende Sondereinsatzraum ist offenbar zu klein. Der heutige Innenhof soll deshalb überdacht und zum neuen Sondereinsatzraum umgebaut werden. «Die Betriebskosten bleiben unverändert», hielt Panzer fest. Diese betragen 430 000 Franken jährlich.

Die Gebäudeversicherung bezahlt 295 000 Franken an die neue Zentrale. Für den Kanton bleiben somit knapp 2,3 Mio. Franken übrig. Sollte das System in der Schanzmühle bei einem Brand oder einem Erdbeben ausfallen, könnte es im Schutzbunker der Regierung weiterbetrieben werden. Eigentlich war 2013 geplant worden, mit dem Kanton Aargau eine gegenseitige Absicherung bei Ausfällen einer Zentrale aufzubauen. Doch wegen Sparbemühungen der Solothurner Regierung war diese sistiert worden. «Wir bedauern dies, gehen aber davon aus, dass die Zusammenarbeit weiterhin gesucht wird», so Grünen-Sprecher Daniel Urech (Dornach).

Der Kantonsrat bewilligte den Kredit am Dienstag mit 94 zu 0 Stimmen diskussionslos, wie fast immer, wenn es in der Vergangenheit um die Sicherheit der Bürger ging. Kredite von der Staatsanwaltschaft oder der Polizei wurden fast immer bewilligt.