Rekord

Solothurn ist bei Touristen so beliebt wie nie

Wegen des Neuigkeitswerts des frisch eröffneten Hotels auf dem Weissenstein könnten in den nächsten Monaten Seminargäste aus der Solothurner Altstadt abwandern, so die Prognose von Tourismusdirektor Jürgen Hofer.

Solothurn erzielt im ersten Halbjahr einen neuen Rekord bei den Hotelübernachtungen, Olten kann nicht ganz mithalten.

Es folgt Rekord auf Rekord. Bereits 2017 und 2018 verzeichnete die Stadt Solothurn neue Rekorde bei den Logiernächten. Nun ist im ersten Halbjahr 2019 die Zahl der Hotelübernachtungen in der Stadt nochmals gestiegen: 49'656 waren es – verglichen mit 48'759 im gleichen Zeitraum 2018.

Die Kurve ist allerdings flacher angestiegen als in den Jahren zuvor, wie Tourismusdirektor Jürgen Hofer betont. Dies komme nicht unerwartet. «Nach den Rekordjahren war mit einer Konsolidierung zu rechnen.» Hofer führt zwei Gründe für das erneute Spitzenresultat an: Einerseits laufe der Seminar- und Geschäftsbereich nach wie vor und von einer wirtschaftlichen Abschwächung sei nichts zu spüren. Andererseits nahm schweizweit die Zahl der Übernachtungen zu. «Von dieser Entwicklung profitieren wir ebenfalls.»

In Olten fehlten zwei Grossveranstaltungen

Anders als in der Kantonshauptstadt sieht es in Olten aus. Dort wurden in den vergangenen Jahren jeweils ebenfalls Rekorde verzeichnet. Doch im ersten Halbjahr 2019 sieht die Bilanz nun etwas schlechter aus, wenn auch auf hohem Niveau. Statt 38'385 Übernachtungen (2018) wurden dieses Jahr 2104 weniger gezählt. Das Minus geht insbesondere auf den Juni zurück, in dem die Übernachtungen von 8443 auf 6458 einbrachen.

Gründe, warum im Juni viel weniger Übernachtungen in Oltner Hotels gebucht wurden, kann Deny Sonderegger noch nicht im Detail nennen. Doch geltend macht der Präsident von Region Olten Tourismus, dass im Vorjahr mit Karls Kühner Gassenschau und dem Theaterspektakel 1918 gleich zwei Grossanlässe Besucher nach Olten zogen. Diese fehlten nun. Zudem sei im Seminartourismus eine gewisse Unsicherheit spürbar.

Grundsätzlich ist aber zu betonen: In Olten ist der Rückgang auf hohem Niveau. «In den letzten sieben Jahren nahmen die Übernachtungen um 40 Prozent zu», sagt Sonderegger. Nach dem Rekordjahr 2018 habe man mit einer Stagnation rechnen müssen – wobei das zweite Halbjahr die Zahl auch wieder ins Positive kehren könnte. Schliesslich waren der April und Mai in Olten auch dieses Jahr neue Rekordmonate. «Wir sind grundsätzlich sehr gut unterwegs,», so denn auch Sondereggers Fazit.

Eine Stagnation schliesst auch der Solothurner Tourismusdirektor Hofer nach den bisherigen Rekorden nicht aus. Mit der Eröffnung des umgebauten Kurhauses auf dem Weissenstein könnten einige Seminargäste die Altstadt verlassen. «Den Neuigkeitswert darf man nicht unterschätzen», so Hofer. Um die Zahl trotzdem zu verbessern, könnte man sich laut Hofer Überlegungen zu den Wochenenden machen. Denn sind keine Grossveranstaltungen in der Stadt, ist die Auslastung dann tiefer als unter der Woche.

Im ganzen Kanton wurden von Januar bis Juni 2019 203'126 Logiernächte gezählt. Die Zimmerauslastung betrug 44,7 Prozent. Damit lag der ganze Kanton ziemlich genau auf Vorjahresniveau (203'126). Die Halbjahresbilanz des Bundesamtes für Statistik weist aber nur für die Städte Olten und Solothurn konkrete Zahlen aus.

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