Nationalrat

Solothurn hat noch eine zweite SP-Nationalrätin in Bern

Zwar haben die Solothurner Sozialdemokraten am Sonntag einen Sitz verloren. Aus dem Bündnerland kommt jetzt jedoch zumindest etwas Trost: Dort wurde nämlich mit Sandra Locher Benguerel eine Frau gewählt, die in Solothurn aufwuchs und bis heute enge Beziehungen zur Region hat.

Es ist vielleicht ein kleiner Trost für die Solothurner SP, die am Sonntag einen Sitz verloren hat: Neben der gewählten Stadtsolothurnerin Franziska Roth wird künftig noch eine zweite SP-Frau mit Solothurner Verwurzelung unter der Bundeshauskuppel politisieren. Am Sonntag ist im Bündnerland Sandra Locher Benguerel in den Nationalrat gewählt worden. Sie ist nicht nur in Solothurn geboren und in Lüterkofen aufgewachsen. Sie absolvierte auch das Lehrerseminar in Solothurn und unterrichtete danach vier Jahre lang in Bettlach.

«Ich habe noch immer eine enge Beziehung zu Solothurn», sagt die 44-Jährige am Telefon. Seit 2001 wohnt sie jedoch mit ihrem Mann – auch er ein Solothurner – im Bündnerland. «Meine Familie lebt noch immer in Solothurn.» Sie sei regelmässig in der Stadt. Frühere Freundschaften pflegt sie weiter. «Solothurn und das Aaremürli waren prägend für mich.» Wenn sie im Sommer hier ist, schwimmt sie gerne in der Badi einen Kilometer.


Wohnort Lüterkofen während der Session


Trotz der Nähe zu Solothurn: Sie sei den Bündner Wählern verpflichtet und werde in Bern eine Politik für Berggebiete betreiben, sagt Locher. Zwar spricht sie nach wie vor lupenreine Solothurner Mundart. Wie gut sie sich im Bündnerland eingelebt hat, zeigt sich aber daran, dass sie inzwischen Rätoromanisch gelernt hat. Das habe ihr auch Akzeptanz gebracht, erklärt sie. Denn wenn man «als Unterländerin» frisch in den Kanton Graubünden komme, müsse man sich zuerst «die Sporen abverdienen».

Inzwischen sitzt Locher jedoch seit 13 Jahren im Grossen Rat und war 2018 auch als Kandidatin für den Bündner Regierungsrat im Gespräch.
Die Initialzündung für ihre politische Karriere war jedoch in Lüterkofen. Dort hielt sie mit 18 die 1.-August-Rede und spürte, dass ihr dies gefiel. Während der Sessionen werde sie selbstverständlich bei ihren Eltern wohnen und mit dem RBS-Zügli von Lohn-Lüterkofen nach Bern pendeln, sagt Locher.

«Das ist eine der wenigen Fragen, die bereits geklärt sind», sagt sie, nachdem ihr Leben am Sonntag durch die überraschende Wahl auf den Kopf gestellt wurde. Ihre Verbundenheit mit der Region Solothurn zeigt sich darin, dass es diesen Samstag auch in Solothurn eine kleine private Wahlfeier für Freunde und Familie geben wird.

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