«Solothurn hält Abstand»
«Werden ihnen die Stadt nicht überlassen!» – via Social Media wird zu Aktion gegen die Coronademo in Solothurn aufgerufen

Bewilligt ist die für den 29. Mai geplante Coronademo in Solothurn zwar nicht. Auch wurde eine Beschwerde des Vereins «Stiller Protest», der hinter der Aktion steht, abgewiesen. Trotzdem hat sich nun eine Gruppierung gebildet, die gegen «Faschismus, Sexismus und egoistisches Verhalten» protestieren will.

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Anhänger des Vereins Stiller Protest bei der Coronademo vom 20. März in Liestal.

Anhänger des Vereins Stiller Protest bei der Coronademo vom 20. März in Liestal.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

«Ein weiteres Mal versuchen Menschen ohne Masken und Abstand ihren Unmut über die Coronamassnahmen auf die Strasse zu tragen.» Diese Nachricht wird am Freitagnachmittag verschickt – als Absender wird «Solothurn hält Abstand» angegeben. Unter diesem Namen hat sich in den sozialen Medien Widerstand gebildet gegen die Coronademo, die am 29. Mai in Solothurn geplant ist. Eine Bewilligung wurde nicht erteilt; ebenso wurde eine Beschwerde gegen diesen Entscheid abgelehnt. Weil aber etwa in Aarau – wo Anfang Monat Massnahmengegnerinnen und -gegner demonstrierten – trotz fehlender Bewilligung und bislang ebenfalls abgewiesener Beschwerde eine Demo stattfand, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch in Solothurn so sein wird.

«Wir tolerieren keinen solchen Aufmarsch in Solothurn!», heisst es nun von der Gruppierung «Solothurn hält Abstand». Stand Freitagnachmittag haben 139 Personen auf diesen Aufruf reagiert.

«Wir sind alle coronamüde und haben die Schnauze voll. Dennoch wollen wir uns positionieren und uns klar von diesen Coronaleugner*innen distanzieren.»

Mit Maske und Abstand soll ebenfalls am 29. Mai auf dem Kronenplatz eine Gegenaktion stattfinden. Zudem wird dazu aufgerufen, Transparente aus den Fenstern zu hängen und die Strassen mit Kreide zu bemalen. Man wolle «laut und bunt einstehen für ein solidarisches Miteinander, gegen Faschismus, Sexismus und egoistisches Verhalten.»

Eine Anfrage dieser Zeitung bei der Polizei dazu, welche Konsequenzen allfälligen Corona-Demonstrierenden oder Teilnehmenden der Protest-Aktion droht, ist hängig. (szr)