Solothurn
Grüne Velosternfahrt nach Bern für die Gleichberechtigung

Am 13. September brachen Parteimitglieder der Grünen aus verschiedenen Regionen zu einer «grün-violetten» Velosternfahrt auf. Von Solothurn aus radelten sie anlässlich der Session des Nationalrats Richtung Bundeshaus. Mit dabei hatten sie Vorstösse zum Thema Gleichberechtigung aus verschiedenen Kantonen.

Anja Neuenschwander
Drucken
Teilen
Start der Solothurner Fraktion am Kreuzackerplatz: Mit von der Partie sind Florence Brenzikofer (vorne mit Fahne), Felix Wettstein (Mitte) und Laura Gantenbein (rechts aussen).

Start der Solothurner Fraktion am Kreuzackerplatz: Mit von der Partie sind Florence Brenzikofer (vorne mit Fahne), Felix Wettstein (Mitte) und Laura Gantenbein (rechts aussen).

Michel Lüthi

Auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn trudelten am Montagmorgen acht Grüne Frauen und Nationalrat Felix Wettstein (Olten) mit ihren Velos ein. «Eigentlich sollte die Velosternfahrt schon im Juni stattfinden», erklärte Nationalrätin Florence Brenzikofer (Basel). Die Aktion war für den Frauenstreiktag am 14. Juni geplant gewesen, wurde wegen der Pandemie aber verschoben.

Daher machten sie sich nun zu Beginn der Herbstsession des Nationalrats auf den Weg nach Bern. Am Kreuzackerplatz stiessen die Parteikolleginnen aus Basel und Zürich dazu. «Leider hängt der Flickenteppich zum Frauenstimmrecht nicht mehr hier», bedauerte Vize-Stadtpräsidiumskandidatin Laura Gantenbein.

«Die Aktion findet nämlich anlässlich der 50 Jahren Frauenstimmrecht statt.» Die Grünen hätten sich von jeher schon für die Förderung der Frauen eingesetzt. «Dabei geht es natürlich um Gleichberechtigung. Das passt auch gut zur aktuellen Abstimmung der ‹Ehe für alle›, die wir unterstützen.»

Im Gepäck hat die Gruppe einige Vorstösse aus den umliegenden Kantonen. Darunter ist eine Interpellation zum Abbruch der Rahmenverhandlungen mit der EU. In den Verhandlungen seien auch Gleichstellungsfragen Thema gewesen. Man möchte nun wissen, wie der Bund in Sachen Gleichberechtigung weiter vorgehen wolle. Aus dem Kanton Solothurn kommt die Idee für eine kantonale Fachstelle für Gleichstellung, wobei man ein Augenmerk auf die Ungleichberechtigung in der Altersvorsorge legen wolle.

Zusätzlich gibt es ein Postulat aus dem Kanton Baselland, welches eine klarere Strategie der Finanzierung familienexterner Betreuung fordert. Das Gefälle zwischen den Kantonen, teilweise sogar in den Gemeinden, sei zu gross. Während man im Tessin für Tagesstrukturen zirka 4`000 Franken zahle, seien es in Zürich um die 24'000. Der Bund soll für eine einheitlichere Lösung sorgen.

In Bern traf die neunköpfige Solothurner Gruppe mit wehender Fahne auf weitere Parteimitglieder. Aus allen vier Himmelsrichtungen kamen Grüne Velogruppen auf dem Helvetiaplatz in Bern zusammen, um die Vorstösse zu präsentieren.

Aktuelle Nachrichten