Im Sommer 2013 hat sich die Regio Energie Solothurn an der Swisspower Renewables AG mit Sitz in Zürich beteiligt. Diese ist ein Gemeinschaftsunternehmen von insgesamt elf Schweizer Stadtwerken. Ziel der Swisspower ist es, gemeinsam in Produktionsanlagen für erneuerbare Energie zu investieren. Im Vordergrund stehen dabei Wind- und Wasserkraftanlagen im Ausland und in der Schweiz.

Jetzt hat die Swisspower Renewables die ersten namhaften Akquisitionen getätigt. Gekauft hat sie 22 Windparks mit insgesamt 96 Windturbinen in den deutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern, wie Swisspower dieser Tage bekannt gab. Die Anlagen produzieren rund 360 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Bereits 2012 kaufte Swisspower den Windpark Hof in Bayern, der jährlich rund 30 Millionen Kilowattstunden produziert. Mit den so produzierten 390 Millionen Kilowattstunden lassen sich bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden rund 87 000 Haushalte versorgen.

«Unsere Beteiligung an der Swisspower Renewables AG beträgt 6,1 Prozent, was 9 Millionen Franken entspricht», erklärt Sandra Hungerbühler, Sprecherin von Regio Energie. Die Beteiligung abgesegnet habe der Verwaltungsrat der stadteigenen Werke, der über die entsprechenden Kompetenzen verfüge.

Die Produktionsstrategie der Regio Energie sehe vor, mit «einem massiven Zubau erneuerbarer Energien das energie- und umweltpolitische Engagement zu verstärken». Die Stadtversorgerin wolle deshalb einen gewissen Teil ihres Strombedarfs durch eigene solche Anlagen decken, begründet Hungerbühler das Engagement bei Swisspower. «Mit der Gründung der Beteiligungsgesellschaft vollziehen die beteiligten Stadtwerke einen weiteren Schritt zur Erfüllung ihres gemeinsamen Zieles, die Schweiz langfristig mit erneuerbarer Energie zu versorgen», heisst es bei Swisspower.

Zudem sei in der Energiestrategie 2050 des Bundes der Stromimport von grosser Bedeutung, ergänzt Hungerbühler. Der Deckungsbedarf nach der Schliessung der AKWs in der Schweiz entspreche in etwa 50 Prozent des heutigen Strombedarfs. «Ein Teil davon soll über Stromimporte gedeckt werden. Über unsere Beteiligungsgesellschaft sichern wir uns direkte Bezugsmöglichkeiten.»

Auf Wunsch fliesst Windstrom

Dank der Strombeschaffung auf verschiedenen Kanälen könne man den Kunden in Solothurn unterschiedliche Stromprodukte anbieten. «Je mehr Strom aus einer bestimmten Quelle verlangt wird, desto mehr werden wir solchen Strom beschaffen respektive Anlagen bauen oder mitfinanzieren», erläutert Hungerbühler. Ein Beispiel sei die soeben ans Netz gegangene Solaranlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes oder eben die Beteiligung an Swisspower.

Der erwähnte Swisspower-Windstrom wird zwar im Rahmen des Deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz, dem Pendant zur Kostendeckenden Einspeisevergütung KEV in der Schweiz, direkt – zum Beispiel über die Strombörse – auf dem europäischen Strommarkt verkauft. Der Windstrom wird also nicht direkt ins Solothurner Netz eingespeist. Wenn aber ein Kunde Strom aus diesen Windparks wünsche, dann werde er aus diesen Anlagen beliefert.

Ziel der Swisspower Renewables sei es, sich künftig auch an Windparks in der Schweiz zu beteiligen. Konkrete Projekte lägen aber noch nicht vor, denn Strom aus Windkraftanlagen in der Schweiz sei nur schwierig erhältlich, weil das Potenzial für Windstrom sehr begrenzt sei.