Max Rentsch (Gelterkinden) hatte bereits vor zwei Jahren beantragt, dass die Bestimmung des Geschlechts beim Kuhkalb durch Einsatz von gesextem Sperma auch auf Biohöfen verwendet werden könne. Denn es sei doch nicht korrekt, ein Jahr auf die Geburt eines Tieres zu warten und es, wenn das Geschlecht nicht stimme, totzuschlagen und zu entsorgen. Der Antrag wurde damals mit 27 Nein zu 13 Ja bei 8 Enthaltungen abgelehnt.

Der Vorstand von Bio Nordwestschweiz (von links): Präsident Felix Lang (Lostorf), die neu gewählten Rahel Sprunger (Bubendorf) und Patrik Birrer (Duggingen) sowie Vizepräsident Paul Nussbauer (Aesch).

Der Vorstand von Bio Nordwestschweiz (von links): Präsident Felix Lang (Lostorf), die neu gewählten Rahel Sprunger (Bubendorf) und Patrik Birrer (Duggingen) sowie Vizepräsident Paul Nussbauer (Aesch).

Nun nahm der junge Bioviehzüchter Stefan Hueter (Biezwil) einen neuen Anlauf. Es entwickelte sich eine lebhafte, faire Diskussion von Befürwortern und Gegnern. Aus Biosicht spreche dagegen, dass Biozucht tierfreundlich, tierschützerisch und ohne grosse Technik erfolgen solle. Dafür spreche, dass es mit einem technisch kleinen Unterschied möglich sei, das Geschlecht zu bestimmen. Weshalb also nicht anwenden? Das Abstimmungsresultat zeigte folgendes Ergebnis: 25 Ja zu 19 Nein bei 11 Enthaltungen. Somit war der Antrag angenommen; das Thema soll von BioSuisse weiterverfolgt werden.

Kräuteranbau für Ricola

Herbert Schluep (Nennigkofen) blickte zurück auf den Auftritt der Biobauernfamilien an der HESO 2014 und informierte, wie die Teilnahme 2015 aussehe. Er bat inständig, dass sich mehr Bauern und Bäuerinnen melden, um am Stand als authentische Vertreter der Biobauernfamilien die Fragen der Konsumenten zu beantworten. Biobauer Hannes Gass (Oltingen) regte an, dass sich Mitglieder überlegen sollen, in den Kräuteranbau für Ricola einzusteigen. Dies sei möglich ab 30 Aren in der voralpinen Hügelzone und der Bergzone.

Priska Recher (Ziefen) trat nach zehn Jahren Mitarbeit im Vorstand – wobei sie die letzten vier Jahre das umtriebige Sekretariat führte – zurück. Für sie und die bereits früher zurückgetretene Evelyn Buchwalder (Liesberg) konnten wieder zwei junge Leute aus Baselland gewonnen werden, nämlich Rahel Sprunger (Bubendorf) und Patrik Birrer (Grellingen). Felix Lang (Lostorf), Präsident von Bio Nordwestschweiz, schmunzelte: «Ich bin froh über diesen Neuzugang von Baselbietern, denn der Vorstand war doch ziemlich Solothurn-lastig.»