InnoPrix 2014

SoBa zeichnet innovative Mobilität aus Bellach aus

Von links: Jürg Liechti, Präsident des Stiftungsrates der Stiftung der Baloise Bank SoBa zur Förderung der solothurnischen Wirtschaft, mit den Preisträgern Daniel Peter und Baudoin Uebelhart (Omniroll AG) sowie Hans-Jörg Gisler und Martin Widmer (Carrosserie Hess AG); rechts Alois Müller, scheidender Geschäftsführer der Stiftung.

Von links: Jürg Liechti, Präsident des Stiftungsrates der Stiftung der Baloise Bank SoBa zur Förderung der solothurnischen Wirtschaft, mit den Preisträgern Daniel Peter und Baudoin Uebelhart (Omniroll AG) sowie Hans-Jörg Gisler und Martin Widmer (Carrosserie Hess AG); rechts Alois Müller, scheidender Geschäftsführer der Stiftung.

Die Stiftung der Baloise Bank SoBa hat zwei Entwicklungen mit dem InnoPrix 2014 ausgezeichnet: Das hoch manövrierfähige Antriebssystem des Elektrorollstuhls Omnichair der Omniroll sowie das Trolleybus-Speichersystem EnergyPack der Carrosserie Hess.

Gleich zwei innovative Entwicklungen im Bereich der Mobilität, und zufällig beide aus Bellach, sind die Preisträger des InnoPrix SoBa 2014: Am Mittwochabend durften die Omniroll AG und die Carrosserie Hess AG vor vollem Saal im Stadttheater Olten den Preis entgegennehmen.

Ausgezeichnet wurden das hoch manövrierfähige Antriebssystem des Elektrorollstuhls Omnichair der Omniroll sowie das Trolleybus-Speichersystem EnergyPack der Carrosserie Hess. Weil bei dieser 12. Vergabe zwei gleichwertige Projekte ausgewählt wurden, erhöhte die Stiftung der Baloise Bank SoBa zur Förderung der solothurnischen Wirtschaft die Gesamtpreissumme für dieses Jahr von 25 000 auf 40 000 Franken.

Die mehreren hundert Gäste der Preisverleihung, darunter Kantonsratspräsident Peter Brotschi und Nationalrat Kurt Fluri, bedachten die in Kurzfilmen präsentierten Neuentwicklungen mit grossem Applaus. Der schnell und auf engstem Raum in alle Richtung steuer- und fahrbare Elektrorollstuhl Omnichair war im September an der internationalen Fachmesse RehaCare in Düsseldorf auf grosses Interesse gestossen. «Wenn Schwerbehinderte den Rollstuhl fahren, kommt ein Strahlen auf ihre Gesichter», berichtete der selbst gehbehinderte Daniel Peter, Geschäftsleitungsmitglied der Omniroll AG.

Bedrohte Innovationsfreude

Das EnergyPack der Carrosserie Hess ermöglicht Trolleybussen ein drahtloses Fahren über 3 bis 4 km pro Umlauf und ersetzt so die bisherigen Diesel-Notfahraggregate. Es wurde im praktischen Einsatz bei den Verkehrsbetrieben St. Gallen getestet und ist laut dem Technischen Leiter Hans-Jörg Gisler bereit für die Serienproduktion.

Die Reden von Stiftungs-Geschäftsführer Alois Müller, der Solothurner Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler und Stiftungspräsident Jürg Liechti kreisten um das Thema der Schweiz als Spitzen-Standort in Sachen Innovation. Das Ausland verbinde die Schweiz vor allem mit Seriosität, meinte die Regierungsrätin. Zu Unrecht sei weniger bekannt, dass die Schweiz mit der höchsten Dichte an Patenten und Nobelpreisträgern auch mit Erfindergeist brilliere: «Wir sind ein Volk von Tüftlern.»

Jürg Liechti erhob allerdings den Mahnfinger: «Unsere Innovativität ist heute in hohem Mass bedroht durch unser Sicherheitsdenken und unsere Liebe zu neuen Vorschriften.» Übertriebene Anforderungen drohten Innovatoren zu entmutigen. Als Beispiel nannte er die Gentechnik, die nach Grossbritannien, Indien und China ausweiche.

Ein erfrischendes Beispiel, dass Innovation in der Schweiz durchaus noch gelebt wird, bot im Gastvortrag Gery Colombo, Gründer und CEO der Hocoma AG, Volketswil. «Ja, ich bin ein Tüftler», nahm Colombo das Wort von Esther Gassler auf und fügte bei: «Wir sind in der Schweiz am richtigen Ort – sie ist im Bereich der Reha-Robotik weltweit führend.» Aus einer übermütigen Idee von drei Studenten wurde eine international beachtete Firma für die Entwicklung von Robotik-Geräten in der Rehabilitation. Heute hat die Hocoma AG 170 Mitarbeitende und Niederlassungen in den USA, Singapur, Slowenien.

Jürg Liechti gab bekannt, dass sich Alois Müller als Geschäftsführer der Stiftung zurückzieht. Nachfolger wird Jürg Ritz, der Müller schon als CEO der Baloise Bank SoBa ersetzt hatte.

Herr Peter, wer profitiert vom Radsystem des Elektrorollstuhls «Omnichair»? Daniel Peter: Als Antriebssystem ist es neben der Medizinaltechnik auch in der Logistik oder in der Robotik anwendbar – überall, wo unter engen Platzverhältnissen optimal manövriert werden muss. Mittelfristig sogar in Autos (Stadtmobile). Was bedeutet der InnoPrix SoBa für die Firma Omniroll AG? Bisher haben wir acht Jahre in unserer Werkstatt entwickelt. Mit dem InnoPrix SoBa haben erstmals externe Fachleute diese Arbeit als wertvoll eingestuft. Sie glauben an das Potenzial der Entwicklung und dass sie der Solothurner Wirtschaft etwas bringt. Was braucht es, damit ein Unternehmen Innovationen hervorbringen kann? Einen wachen Geist, nicht nur bei einer einzigen Person, sondern beim ganzen Team. Eine Vision – das Mecanumrad gab es schon lange, aber wir haben es für den Einsatz in einem Elektrorollstuhl tauglich gemacht. Durchhaltewillen, einen langen Schnauf: Acht Jahre lang haben wir diese Vision verfolgt. (cva)

Innoprix-Träger 2014: Omniroll AG, Bellach

Herr Peter, wer profitiert vom Radsystem des Elektrorollstuhls «Omnichair»? Daniel Peter: Als Antriebssystem ist es neben der Medizinaltechnik auch in der Logistik oder in der Robotik anwendbar – überall, wo unter engen Platzverhältnissen optimal manövriert werden muss. Mittelfristig sogar in Autos (Stadtmobile). Was bedeutet der InnoPrix SoBa für die Firma Omniroll AG? Bisher haben wir acht Jahre in unserer Werkstatt entwickelt. Mit dem InnoPrix SoBa haben erstmals externe Fachleute diese Arbeit als wertvoll eingestuft. Sie glauben an das Potenzial der Entwicklung und dass sie der Solothurner Wirtschaft etwas bringt. Was braucht es, damit ein Unternehmen Innovationen hervorbringen kann? Einen wachen Geist, nicht nur bei einer einzigen Person, sondern beim ganzen Team. Eine Vision – das Mecanumrad gab es schon lange, aber wir haben es für den Einsatz in einem Elektrorollstuhl tauglich gemacht. Durchhaltewillen, einen langen Schnauf: Acht Jahre lang haben wir diese Vision verfolgt. (cva)

Herr Gisler, wer profitiert vom Speichersystem «EnergyPack» für Trolleybusse? Hans-Jörg Gisler: Ganz am Schluss ist es der Steuerzahler und Einwohner einer Stadt: Denn der ÖV braucht weniger Energie, und das Stadtbild wird verschönert durch weniger Oberleitungen für Trolleybusse. Was bedeutet der InnoPrix SoBa für die Carrosserie Hess AG? Er ist der Lohn für vier Jahre Entwicklungsarbeit zusammen mit der Hochschule Luzern im Rahmen des Förderprojekts der Kommission für Technologie und Innovation (KTI). Der InnoPrix zeigt, dass wir Technologieführer in dieser Branche sind. Und als Unternehmen im Kanton Solothurn sind wir natürlich ganz einfach stolz auf diesen Preis. Was braucht es, damit ein Unternehmen Innovationen hervorbringen kann? Es ist der Spirit einer Firma, der sagt: «Wir können nur überleben, wenn wir als Technologieführer am Markt sind.» Es braucht Kreativität und den Willen, das Geschäftsrisiko einzugehen, denn natürlich kostet so eine Entwicklung viel Geld. (cva)

Innoprix-Träger 2014: Carrosserie Hess AG, Bellach

Herr Gisler, wer profitiert vom Speichersystem «EnergyPack» für Trolleybusse? Hans-Jörg Gisler: Ganz am Schluss ist es der Steuerzahler und Einwohner einer Stadt: Denn der ÖV braucht weniger Energie, und das Stadtbild wird verschönert durch weniger Oberleitungen für Trolleybusse. Was bedeutet der InnoPrix SoBa für die Carrosserie Hess AG? Er ist der Lohn für vier Jahre Entwicklungsarbeit zusammen mit der Hochschule Luzern im Rahmen des Förderprojekts der Kommission für Technologie und Innovation (KTI). Der InnoPrix zeigt, dass wir Technologieführer in dieser Branche sind. Und als Unternehmen im Kanton Solothurn sind wir natürlich ganz einfach stolz auf diesen Preis. Was braucht es, damit ein Unternehmen Innovationen hervorbringen kann? Es ist der Spirit einer Firma, der sagt: «Wir können nur überleben, wenn wir als Technologieführer am Markt sind.» Es braucht Kreativität und den Willen, das Geschäftsrisiko einzugehen, denn natürlich kostet so eine Entwicklung viel Geld. (cva)

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