Jahreszahlen

SoBa macht 2014 leicht mehr Gewinn

Baloise Bank SoBa

Baloise Bank SoBa

Die Baloise Bank SoBa hat 2014 einen Jahresgewinn von 22,5 Millionen Franken erwirtschaftet (+1,4 Prozent). Kräftig zulegen konnte die Solothurner Bank auch bei den Kundenvermögen.

Die Banken befinden sich in einem Dilemma: Das seit Jahren anhaltende Tiefstzinsniveau drückt auf die Marge. Insbesondere jene Banken, die sich schwergewichtig im Zinsdifferenzgeschäft bewegen, leiden darunter. Dazu gehört auch die Baloise Bank SoBa mit Hauptsitz in Solothurn, die Banktochter des Baloise-Versicherungskonzerns. Der Zinserfolg, der weitaus wichtigste Ertragspfeiler, ist 2014 um 3,9 Prozent auf 75,5 Millionen Franken gesunken. Die Marge sank von 1,15 auf 1,08 Prozent», sagte Bankchef Jürg Ritz am Donnerstag bei der Präsentation der Jahreszahlen.

«Erfreulich»: Jürg Ritz, Chef der Baloise Bank SoBa, präsentierte die Geschäftszahlen für 2014.

«Erfreulich»: Jürg Ritz, Chef der Baloise Bank SoBa, präsentierte die Geschäftszahlen für 2014.

Hypotheken: Gewisse Sättigung

Die Kundenausleihungen sind mit 1,3 Prozent auf 6,4 Milliarden Franken weniger stark als im Vorjahr gewachsen. Davon entfielen 5,7 Milliarden Franken auf Wohnbau-Hypotheken. Deren Bestand nahm um rund 2 (Vorjahr 2,6) Prozent zu. Damit steht die Bank SoBa nicht alleine da, wie die Entwicklung bei anderen in der Region tätigen Geldinstituten zeigt. Zu wenig, weil damit die rückläufigen Zinserträge nicht durch Mehrvolumen kompensiert werden konnten? Nein, sagte Ritz. Damit liege man in der internen Zielbandbreite. Aber nachfrageseitig sei bei den Hypotheken tatsächlich eine gewisse Sättigungstendenz spürbar.

Ein Lockern der Kreditpolitik um des Wachstums Willen sei aber kein Thema. «Wir wenden unsere Kreditvergaberichtlinien strikte an, unabhängig von der Zinssituation», versicherte Ritz. Den Kunden berate man «offen und ehrlich». Damit schütze man nicht nur die Bank, sondern bewahre auch die Kreditnehmer vor falschen finanziellen Entscheidungen.

Insgesamt beurteilt Ritz das Geschäftsjahr 2014 angesichts der anhaltend schwierigen Marktbedingungen als «erfreulich». So sei der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erneut gewachsen. Die weitere Stärkung des Vermögensverwaltungsgeschäftes schlage sich dort nieder. Die Kundenvermögen seien insgesamt um 6,7 Prozent auf 8,7 Milliarden Franken gewachsen. Dahinter ortet Ritz ein grosses Vertrauen in «seine» Bank. «Ziel ist es, neben dem Zinsdifferenzgeschäft ein zweites starkes Ertragsbein auf- und auszubauen«, erklärte Ritz.

Unter dem Namen «Baloise Invest» biete man zusätzlich vier neue Leistungsangebote in der Vermögensberatung an. Der Kunde könne wählen, von welchem Leistungsumfang und welchem Fachwissen der Bank er profitieren möchte. Zusammen mit der Basler Versicherung werde die Vermögens- und Vorsorgeberatung verbunden. Gerade im momentan schwierigen Umfeld gewinne die umfassende Beratung zusätzlich an Bedeutung. 19 spezialisierte Vermögens- und Vorsorgeberater würden den Aussendienst des Versicherers unterstützen.

Der Bruttogewinn der Bank ist um 8,2 Prozent auf knapp 36 Millionen Franken gesunken. Neben dem tieferen Bruttoertrag hat auch ein leicht höherer Geschäftsaufwand dazu geführt. Dabei handle es sich um einmalige Projektkosten, während der Personalaufwand unverändert blieb. Dies, obwohl der Personalbestand – umgerechnet auf Vollzeitstellen – um drei Prozent gesunken ist.

Die Personalabgänge seien mehrheitlich erst im vierten Quartal erfolgt und deshalb 2014 lohnmässig noch nicht voll wirksam geworden. Es habe aber keinen Entlassungen gegeben, sondern Personalabgänge seien teilweise nicht ersetzt worden. «Dieser Trend wird – wie übrigens auch bei Industriefirmen – anhalten, um effizienter zu werden», erläuterte Ritz. Ein Beispiel: Gegen 80 Prozent der Kunden wickeln heute den Zahlungsverkehr über das E-Banking ab. Dieser seit Jahren steigende Anteil wird weiter zunehmen.

Unter dem Strich resultierte mit 22,5 Millionen Franken trotzdem ein leicht höherer Jahresgewinn. Die gute Kreditrisikosituation habe es der Bank ermöglicht, Wertberichtigungen für Kreditrisiken in der Höhe von 2,6 Millionen Franken aufzulösen.

Tiefstzins: Auch positive Wirkung

Die Einführung von Negativzinsen und die Aufhebung des Euro-Mindestkurses fordere auch die Bank SoBa heraus. Man habe die Zinssätze im Aktiv- und Passivgeschäft angepasst. «Aus heutiger Sicht sind Negativzinsen für unsere Kunden kein Thema», versicherte Ritz.

Zugleich wies er daraufhin, dass das Umfeld für Schweizer Exporteure zwar unerfreulich sei. Aber es gebe auch positive Aspekte: «Das Kapital ist sowohl für Firmen wie für Private massiv günstiger geworden.» Und das werde anhalten. «Angesichts der internationalen und nationalen Geldpolitik der offenen Geldschleusen erwarte ich ein lang anhaltendes tiefes Zinsniveau.»

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