226 Kilo

So viel Abfall produzieren wir Solothurner laut Statistik pro Jahr

Pro Person und Jahr produzieren die Solothurner 226 Kilo Müll (Symbolbild)

Pro Person und Jahr produzieren die Solothurner 226 Kilo Müll (Symbolbild)

Herr und Frau Solothurner schmeissen mehr weg, als man denkt. Pro Person und Jahr sind es 226 Kilo Kehricht.

Herr und Frau Solothurner produzierten täglich 1,226 Kilogramm Abfall. In den Gemeinden wurde 2015 nämlich 447,6 Kilogramm Abfall pro Kopf der Bevölkerung gesammelt. Das ist nicht nur der Abfall in Kehrichtsäcken, sondern auch all das, was die Einwohner in die Recycling-Sammlung der Gemeinden geben, also Glas, Kompost, Papier usw. Dies geht aus der kürzlich erschienenen Broschüre «Kanton Solothurn in Zahlen 2017» hervor. Grundlage bilden Angaben der Gemeinden, die diese an das Amt für Umwelt (AFU) liefern. «Wir wissen nicht genau, wie die Zahlen im Detail erhoben werden», gibt Hans-Peter Beutler, Abteilungsleiter «Stoffe» des AFU, Auskunft. Die Gemeinden erheben die Zahlen bereits unterschiedlich. «Die Abnehmer der Abfälle wie die Kehrichtverbrennungsanlage oder die Papierfabrik wägen die angelieferten Mengen ab und geben den Gemeinden Rückmeldung», erklärt er. Häufig erhielten die Gemeinden für das Sammelgut noch ein Entgelt. Beutler betont mehrmals: «Diese Abfallstatistik ist immer ein bisschen mit Fehlern behaftet.» Aber sie biete dennoch eine Übersicht. Die Statistik der Siedlungsabfälle gibt auch nicht die Gesamtmenge des Abfalls wieder, welche die Bevölkerung produziert, sondern quasi nur, was man im eigenen Haushalt hinterlässt. «Die ganzen Industrieabfälle sind in dieser Statistik nicht enthalten», sagt Beutler.

Den Behörden helfen die statistischen Daten zur Kontrolle der Abfallwirtschaft. Denn da gibt es schliesslich Vorgaben: Die Umweltbelastung durch Abfall soll letztlich vermieden werden. Das heisst, es soll möglichst gar kein Abfall entstehen, wo er dennoch anfällt, soll möglichst viel davon wiederverwertet werden. Bezüglich Wiederverwertung zeigt sich Beutler erfreut: «Im Moment sind wir bei einer Quote von gegen 50 Prozent. Das haben wir angestrebt.» Etwa zehn Jahre zuvor lag sie noch bei 48 Prozent. Die Siedlungsabfälle pro Einwohner haben im betrachteten Zeitraum etwas abgenommen. 2006 lagen sie 29,2 Kilogramm pro Einwohner und Jahr höher als 2015. Man kann daraus aber nicht schliessen, dass weniger Abfall produziert wird. Denn da beispielsweise mehr auswärts gearbeitet wird, wird wohl mehr auswärts gegessen - der dabei anfallende Abfall wird aber nicht überall via Gemeindesammlung und nicht unbedingt im Solothurnischen entsorgt.

Infogram: Solothurn gesamt Abfall gesammelt 2006-2015

Zunahme der Siedlungsabfälle folgt BIP

Warum manche Werte manchmal schwanken wie bei der Textilsammlung, wo in den rund zehn Jahren bis 2014 etwa 4 Kilogramm gesammelt wurden, 2015 plötzlich aber gleich 10,7 Kilogramm, kann Beutler nicht sagen: «Das wäre Spekulation. Es gibt manchmal einfach Erscheinungen, die wir nicht erklären können. Beispielsweise haben wir im Jura Nord immer kleinere Mengen Abfall als im Durchschnitt. Wir haben bis heute nicht herausgefunden, weshalb.» Auch das Bundesamt für Statistik schenkt den Siedlungsabfällen Beachtung. Die langjährige Analyse führt zum Schluss, dass die Zunahme der Siedlungsabfälle dem Bruttoinlandprodukt folgt, viel genauer als der Zunahme der Wohnbevölkerung.

Der schon seit 30 Jahren beim AFU tätige Hans-Peter Beutler ist zwar mit der erreichten Recycling-Quote vorerst zufrieden, doch: «Man setzt sich dann neue Ziele.» Ein grosses Thema sei «die ganze Kunststoffgeschichte». Bei sortenreinen Abfällen wie PET mache das Recycling Sinn. «Denn das kann man relativ kostengünstig und sauber verarbeiten.» Hingegen seien die Verbundwerkstoffe mit unterschiedlichen Schichten noch ein Problem. «Das ist ein bisschen zwiespältig», seufzt er, «denn wenn man eine Gesamtbilanz macht, dann stellt sich manchmal die Frage, ist es wirklich sinnvoll, jedes einzelne Kunststofffetzchen zu sammeln.» Die Trennung und Aufbereitung würden viele Transporte benötigen, auch weil man es dort ausführen lasse, wo es am billigsten sei. Zudem würde gleichwohl ein hoher Anteil wieder in die Verbrennung gehen. «Im Moment ist man wirklich noch am Abklären, wie man das mit der Kunststoffsammlung handhaben soll.»

Infogram: Abfall Facts Solothurn 2015

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