Mähsaison

So sollen Rehkitze vor dem Tod geschützt werden

Ein fast zwei Wochen altes Rehkitz drückt sich bei Gefahr flach auf den Boden, statt zu flüchten. Dieser Instinkt wird den Tieren bei der Grünlandmahd zum Verhängnis.

Ein fast zwei Wochen altes Rehkitz drückt sich bei Gefahr flach auf den Boden, statt zu flüchten. Dieser Instinkt wird den Tieren bei der Grünlandmahd zum Verhängnis.

Jährlich sterben über 3000 Rehkitze durch Mähmaschinen. Der Verband Revierjagd Solothurn setzt sich für die Rettung der Jungtiere ein und ruft die Landwirte auf, sich zu beteiligen - auch mit Mini-Helis.

Im Mai und Juni gebären Rehe, Hasen und viele andere Wildtiere im Wald und auf den Wiesen, ihre Jungen. In den ersten Lebenswochen ducken sich viele der Jungtiere bei Gefahr zu Boden. Dies schützt sie zwar vor Füchsen und Greifvögel, nicht aber vor Mähmaschinen. Dadurch fallen in der Schweiz jährlich über 3000 Rehkitze den Mähmaschinen zum Opfer.

Neuerdings können Felder zwar auch aus der Luft abgesucht werden, was aber teuer ist (siehe Kasten).

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Die Solothurner Jäger unternehmen jedes Jahr grosse Anstrengungen, um diesem oftmals vermeidbaren Tierleid entgegen zu wirken. Sie suchen den Kontakt zu den örtlichen Landwirten, um zu erfahren, wann die Wiesen gemäht werden. Vor dem Mähen werden die kritischen Mähfelder, also jene, welche nahe am Waldrand liegen, nach Jungtieren abgesucht. Dies ist ein aufwendiger Einsatz, da die Mähfelder quasi «von Hand» abgesucht werden müssen und zudem nicht jedes Jahr die Jungtiere am selben Ort abgesetzt werden; nicht selten werden diese an bis dato noch völlig unbekannten Orten gefunden.

Weiter werden die Wiesen am Vorabend «verblendet», das heisst, mit Tüchern, Blinklampen oder Bändern werden die entsprechenden Grasfelder eingezäumt oder darin sogenannte «Fahnen» aufgestellt, sodass hauptsächlich die Rehe ihre Kitze noch in derselben Nacht von der Wiese zurück in den Wald führen.

Um möglichst viele junge Wildtiere vor der Verstümmelung und dem brutalen Tod der Mähwerke zu schützen, bittet Revierjagd Solothurn daher alle Landwirte, sich aktiv an der Rettung zu beteiligen und vor dem Abschneiden der Grasfelder die örtlichen Jäger zu informieren.

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