Abkühlung

So schützt sich der Storch vor der Sonne

Dank einer besonderen Schutztechnik kann die Sonne dem Storch nichts anhaben.

Dank einer besonderen Schutztechnik kann die Sonne dem Storch nichts anhaben.

Nicht nur wir Menschen, sondern auch die Tiere versuchen, sich die heissen Tage so erträglich wie möglich zu machen. Der Storch verfügt über eine ganz spezielle Technik, um sich vor der Hitze zu schützen.

Dass Hunde zu hecheln beginnen, wenn ihnen zu heiss ist, ist den meisten wohl bekannt. Auch sind wir kaum vom Anblick eines Vogels, der sich ein Bad gönnt, überrascht. Aber wie schützen sich eigentlich die Störche, die gerade im Kanton Solothurn in grosser Zahl vorkommen, vor der Sonne und den hohen Temperaturen? Denn auch bei grösster Hitze halten sich die Vögel auf Dächern in der prallen Sonne auf.

Um sich vor der Sonne zu schützen benutzt der Storch seinen eigenen Kot. «Die Harnsäure, die er ausscheidet gleicht einem weissen Pulver», beschreibt Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach. Die Substanz gelangt beim Storch «voll auf die Beine», sagt er, weshalb die roten Beine des Storchs ganz weiss werden. «Das Weiss strahlt Hitze und Wärme ab, somit sind die verkleckerten Beine des Storches ein guter Reflektor», erklärt der Biologe. Herr Adebar ist also nicht wie wir auf Sonnencrème angewiesen, sondern produziert selber den idealen Sonnenschutz.

Diese «Spezialität des Storchs» - wie Kestenholz dieses Vorgehen nennt - bringt noch einen weiteren Nutzen: «Das im Kot erhaltene Wasser verdunstet, dadurch entsteht die sogenannte Verdunstungskälte. Das Blut in den Beinen des Storchs wird abgekühlt und gelangt dann in den restlichen Körper».

Unter den einheimischen Vögeln findet sich laut Kestenholz keine andere Art, die diese Technik benutzt. Jedoch verhalten sich die Jungtiere in den Storchnestern bei hohen Temperaturen ähnlich wie viele andere Artgenossen: «Vögel können ihren Kehlsack als eine Art Fächer benutzen. Sie erzeugen mit der dünnen Haut an ihrem Hals ein Flattern, um die Luftzirkulation verbessern», erörtert der Experte.

Nun kennen wir also den Grund dafür, dass sich die Störche an heissen Tagen wohl fühlen, und nicht in den Schatten flüchten. Wir müssen auch keine Angst haben, dass die Störche im Kanton Solothurn einen Hitzschlag erleiden. Jedoch werden wir von der Kot-Methode des Adebars wahrscheinlich nicht allzu sehr inspiriert sein und gehen zur Abkühlung lieber baden. Wer Lust hat, kann das Prozedere der Vögel ja selber beobachten und einfach in Altreu in die Aare hüpfen.

Meistgesehen

Artboard 1