Solothurner Sektionschefs
So könnte das neue Sektionschefmodell aussehen

An der Jahresversammlung des Vereins Solothurnischer Sektionschefs zeigte Kreiskommandant Diego Ochsner erstmals auf, wie die Alternative zum bisherigen Sektionschefmodell aussehen könnte.

Max Flückiger-Scherrer
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25 Dienstjahre: Philipp Allemann (Kleinlützel, r.), wurde von Präsident Hans-Peter Jeker geehrt.

25 Dienstjahre: Philipp Allemann (Kleinlützel, r.), wurde von Präsident Hans-Peter Jeker geehrt.

Einstimmig beauftragte der Kantonsrat im März die Regierung, Alternativen zum bisherigen Sektionschefmodell aufzuzeigen. An der Jahresversammlung des Vereins Solothurnischer Sektionschefs (VSSC) hat nun Kreiskommandant Diego Ochsner erstmals aufgezeigt, in welche Richtung das künftige Konzept gehen könnte.

Eine Variante sieht eine Zentralisierung vor; dabei könnte die Gesamtheit der anfallenden Arbeiten (die heutigen 86 nebenamtlichen Sektionschefs entsprechen etwa zehn Stellen) im besten Fall mit 200 Stellenprozent erledigt werden.

Bei der zweiten Variante (Regionalisierung) sollen etwa 15 Sektionskreise mit ebenso vielen Sektionschef-Stellen im Anstellungsverhältnis von 10 bis 30 Prozent (je nach Grösse des Kreises) gebildet werden.

Eine Forderung stellt Ochsner an die erste Stelle: «Die Qualität muss weiterhin sichergestellt sein.» Die aus Vertretern der Sektionschefs und Mitarbeitenden des AMB (Amt für Militär und Bevölkerungsschutz) gebildete Arbeitsgruppe hat insgesamt sechs mögliche Varianten für die Reorganisation erarbeitet; deren zwei wurden favorisiert und der Departementschefin präsentiert.

Bis Ende dieses Jahres soll der Variantenentscheid zuhanden des Regierungsrates fallen. Die Umsetzung kann frühestens per 1.1.2016 erfolgen. Unabhängig davon legte der Kreiskommandant an der Jahresversammlung ein Bekenntnis ab: «Die Sektionschefs leben weiter!»

In ihrem Grusswort unterstrich Militärdirektorin Esther Gassler, dass sie die Regionalisierung der Sektionschefs bevorzuge, sodass die Sektionschefs ihre Kunden vor Ort bedienen können.

Mit rassigen Stücken eröffnete die Musikgesellschaft Deitingen (Direktion Roger Siegenthaler) die Jahrestagung. Kantonsratspräsident Peter Brotschi begleitete Regierungsrätin Gassler und Deitingen war vertreten mit Gemeindepräsident Bruno Eberhard und Bürgergemeindepräsident und Nationalrat Urs Schläfli.

Vereinspräsident Hans-Peter Jeker (Bärschwil) streifte im Tätigkeitsbericht nochmals die letzte Delegiertenversammlung sowie den Umstieg mit dem direkten Zugriff auf das Personal-Informationssystem der Armee.

Wieder 18 Wochen RS

Über die «Weiterentwicklung der Armee» informierte Brigadier Sergio Stoller. Ausgehend von den vom Parlament festgestellten Mängeln hat der Bundesrat Ende 2009 die Eckwerte für die Armee festgelegt (u.a. Neutralität, Wehrpflicht und Milizarmee). Die Weiterentwicklung steht nun im Spannungsfeld von Wehrpflicht, Ausgabenplafond und Tiger-Teilersatz (Finanzierung Gripen).

Die neue Armee wird eine neue Führungsstruktur erhalten und die gesamte Ausbildung wieder einem Ausbildungschef unterstellt. Künftig wird die Rekrutenschule wieder 18 Wochen dauern; gefolgt von sechs Wiederholungskursen zu neu noch zwei Wochen.

Künftig leistet ein Soldat total 225 Diensttage (im Jahr 1990 waren es noch 330). Die Bedrohung (Terror, Erdbeben, Hochwasser usw.) erfordere neu wieder die Einführung der Mobilmachung in einer abgestuften Bereitschaft, so Brigadier Stoller.

Zu diesem Zweck müssten auch das notwendige Material und die Ausrüstung in Vorortlagern bereitstehen. Das Stationierungskonzept mache aber die Schliessung von Flug- und Waffenplätzen notwendig. Per Anfang 2017 soll die neue Armee starten.