Seit dem 4. Dezember sorgt «Nez Rouge» dafür, dass die Menschen in der Weihnachtszeit zufrieden und heil nach Hause kommen. Heuer ist ein Jubiläumsjahr für die «Nez Rouge»-Aktion in Solothurn.

Es ist das 10. Mal, in dem das Team im Einsatz ist. Letztes Jahr seien rund 1400 Menschen mit «Nez Rouge» nach Hause gekommen, informiert Bruno Santschi, Mediensprecher von Nez Rouge.

Auch am 11. Dezember ist das «Nez Rouge»-Team im Einsatz. Zwölf Teams sind an diesem Abend unterwegs. Die Helfer trudeln vor neun Uhr abends nacheinander ein und besammeln sich im Konferenzraum des Feuerwehr-Ausbildungszentrum ifa in Balsthal.

Es gibt einen alkoholfreien Apéro mit viel Essen und Trinken, die Stimmung ist locker, manche kennen sich schon von früheren «Nez Rouge»-Aktionen. Dann geht alles ziemlich schnell.

Um neun Uhr hält Sonja Hunziker, Sekretariat «Nez Rouge», eine kurze Ansprache und informiert die Helfer über den Verlauf des Abends. Anschliessend werden die Teams bestimmt, Fotos gemacht, der Führerausweis wird kontrolliert und die Autos verteilt.

Die erste Fahrt von Team 1

Es ist kurz nach zehn und schon erhält die Anrufzentrale von «Nez Rouge« erste Anrufe. Das Team 1 rückt als erstes aus. Die drei Männer ziehen ihre orangefarbenen Leuchtwesten an und machen sich auf den Weg zum Auto, welches die Garage Oerli zur Verfügung gestellt hat.

Die drei Männer im Team: Daniel Wüthrich, Hans-Peter Lehmann und sein Sohn Matthias Lehmann sind schon zum fünften Mal Helfer bei «Nez Rouge». «Es wurde zu einer Tradition. So sieht man sich wieder und hat eine gute Zeit. Früher waren wir noch zu sechst. Alle kennen wir uns von der Feuerwehr», so Wüthrich.

Matthias Lehmann setzt sich hinters Steuer und dann geht es los. Die erste Fahrt führt sie nach Gerlafingen. Vorort warten schon die Anrufer. Es ist der 37- jährige Roger Weber und sein Kollege Jürg Hodapp. Sie waren am Firmen- Weihnachtsessen und möchten nun nach Hause.

«Wir arbeiten bei der Helvetia Versicherung und die ist ein Sponsor von «Nez Rouge. So haben wir davon erfahren», erklärt Hodapp. Die zwei Männer scheinen nicht viel getrunken zu haben, trotzdem kontaktierten sie «Nez Rouge».

«Wir hatten vielleicht vier oder fünf Bier im Verlauf vom Nachmittag und Abend. Fahren könnten wir wohl noch beide, aber wieso etwas riskieren. Ich bin Vater von zwei Kindern, da muss man Verantwortung für sich aber auch andere übernehmen», sagt Weber.

Der Wagen von Weber wird vom Team kontrolliert und geprüft. «Das ist zu unserer Absicherung. Wenn wir das Auto nach Hause führen, müssen wir wissen, ob schon irgendwelche Schäden am Wagen vorhanden sind. So kann man uns nicht etwas in die Schuhe schieben, dass wir gar nicht gemacht haben», erklärt Hans-Peter Lehmann.

Anschliessend werden die Autoschlüssel getauscht und Wüthrich setzt sich hinter das Steuer von Webers Wagen. Die Fahrgäste Hodapp und Weber steigen als «Beifahrer» in ihr eigenes Auto. Matthias Lehmann und sein Vater steigen wieder in das «Nez Rouge»-Fahrzeug.

Danach steuern die beiden Fahrzeuge Selzach an. «Es ist wichtig, dass der erste Wagen nicht zu schnell fährt, sonst weiss der zweite Fahrer am Ende nicht, wohin er fahren soll», betonte Sonja Hunziker in ihrer Ansprache. Das Team hält sich daran.

Die Stimmung im Wagen ist locker, die Männer unterhalten sich über dies und jenes. Nach fünfzehn Minuten steigt Hodapp bei sich zu Hause aus. «Danke, und hier noch kleines Dankeschön», sagt er und drückt Wüthrich eine Zehnernote in die Hand.

Die Fahrt geht weiter nach Langendorf. «Ich finde diese Aktion toll. Wie gesagt, wenn ein Unfall passiert, betrifft es nicht nur dich selbst, sondern auch andere», sagt Weber. Auch er gibt Wüthrich ein Trinkgeld und verabschiedet sich. «Danke und hoffentlich bis nächstes Jahr!»

Am Silvesterabend ist viel los

Das Team 1 fährt zurück nach Balsthal. Dort trifft man andere Teams an, viel los scheint noch nicht zu sein. «Es ist noch früh. Nach Mitternacht geht es richtig los», so Wüthrich. Die Helfer sitzen gemütlich beisammen, trinken Kaffee oder essen ein Sandwich.

«Wenn viel los ist, wird man kaum müde. Sitzt man aber nur rum, ist das weniger toll. Gut gibt es genügend Kaffee», sagt Wüthrich und lacht. Bis um halb vier morgens sind die Helfer im Einsatz.

Für den Silvesterabend werden noch Freiwillige gesucht. Da sei am meisten los, sagt Santschi. «Am Silvester sollten 30 Teams unterwegs sein.»