Kriterien

So erhalten Apotheken im Kanton die Bewilligung zum Impfen

Bevor in einer Apotheke geimpft werden darf, muss diese verschiedene Kriterien erfüllen. (Symbolbild)

Bevor in einer Apotheke geimpft werden darf, muss diese verschiedene Kriterien erfüllen. (Symbolbild)

Seit Neustem ist es im Kanton Solothurn möglich, sich direkt ohne Arztrezept in den Apotheken impfen zu lassen. Doch nicht jeder erhält einfach so eine Bewilligung. Damit überhaupt geimpft werden darf, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt sein.

Seit diesem Herbst ist es im Kanton Solothurn erlaubt, sich ohne Rezept in den Apotheken impfen zu lassen. Das Impfen durch Apothekerinnen und Apotheker war schon früher möglich, jedoch nur mit Arztrezept.

Mit der neuen Regelung können sich gesunde Erwachsene nun direkt und ohne vorgängige Arztkonsultation in der Apotheke impfen lassen. Der Apothekerverband Solothurn (Avso) möchte durch das leicht zugängliche Impfangebot die Durchimpfungsrate bei der Bevölkerung erhöhen.

In der Apotheke kann man sich gegen Grippe, FSME, Masern und Hepatitis A und B impfen lassen, informiert Melanie Grütter Präsidentin des Avso. Sie hofft, dass weitere Impfungen bald folgen werden.

Gesunde Personen ab 16 Jahren

In der Apotheke geimpft werden dürfen gesunde Personen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Vor jeder Impfung ist ein Fragebogen auszufüllen. Mit diesem Verfahren werden allfällige Medikamente oder Patienten mit bestimmten Krankheiten, die eine Impfung in der Apotheke nicht erlauben, ausgeschlossen.

Viele der Apotheker freuen sich über ihre neuen Möglichkeiten und Kompetenzen, berichtet Grütter. «Grundsätzlich ist unsere tägliche Aufgabe ja, Patienten bei ihren gesundheitlichen Anliegen weiterzuhelfen». Zum Impfen gehöre deswegen auch eine ausführliche Impfberatung.

Die Kosten für die Impfung stellen sich zusammen aus dem Impfstoff und jeweils 15 Franken für die Injektion und die Dokumentation. Die Grippeimpfung kostet somit etwa 35 Franken.

Kriterien für die Bewilligung

Damit eine Apotheke die Bewilligung dafür erhält, sind verschiedene Schritte nötig. Der Apotheker muss eine Weiterbildung absolviert haben. Wer diese Zusatzausbildung abgeschlossen hat, erlangt den Fähigkeitsausweis «FPH Impfen und Blutentnahme».

Die Weiterbildung dauert fünf Tage und setzt sich aus theoretischen und praktischen Teilen zusammen. Zusätzlich ist ein eintägiger Reanimationskurs zu absolvieren. Danach folgt der Antrag auf Vergabe des Fähigkeitsausweises.

Dieser muss bewilligt werden, bevor die kantonale Bewilligung beantragt und erteilt werden kann. Neben dem FPH-Ausweis, den der Apotheker besitzen muss, ist es notwendig, dass der Apotheke ein geeigneter Beratungs- und Impfraum zur Verfügung steht.

«Alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen müssen ebenfalls erfüllt sein», so Marco Schärer, Kantonsapotheker des Kantons Solothurn. Dazu verlangt das Gesundheitsamt die Deckung jedes Risikos durch die Haftpflichtversicherung der jeweiligen Apotheke.

Neue Regelung wird begrüsst

Auch das Bundesamt für Gesundheit begrüsse die neue Regelung, sagt Schärer. Die Entlastung der Hausärzte sei nur ein Nebeneffekt. Primär von Bedeutung ist ein zusätzliches, niederschwelliges Impfangebot. Jedoch liege beides im Interesse der öffentlichen Gesundheit, so Schärer.

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