Weiter ging zuvor kein anderer Kanton: Die Solothurner Stimmbürger stimmten vor zehn Jahren für die schärfsten Anti-Tabak-Regeln in der Schweiz. Seit Anfang 2007 ist es verboten, mit Plakaten auf öffentlichem oder privatem Grund, an Anlässen und mit Spots in Kinos für Tabakprodukte zu werben.

Das restriktive Werbeverbot ärgert die Tabaklobby bis heute. Dieses zielt vor allem auf Jugendliche. Für Präventionsexperten ist klar: Das Werbeverbot sorgt dafür, dass junge Menschen erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen. Die Zigarettenhersteller beteuern derweil: Es gehe lediglich um Markenbindung und nicht darum, neue Raucher anzulocken.
Wie gross ist der präventive Nutzen des Werbeverbots wirklich? Eine einfache Antwort darauf gab es bislang nicht, denn Untersuchungen zu den Einschränkungen im Kanton Solothurn fehlten. Doch nun liefert eine Studie erstmals einen starken Anhaltspunkt: Das Werbeverbot im Kanton Solothurn hat «eine positive Auswirkung» darauf, dass weniger Leute rauchen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Berner Forschungsinstituts Bass im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit.

Konkret habe das Werbeverbot im Kanton Solothurn dazu geführt, dass der Anteil der Raucher im Alter von 15 bis 64 Jahren innert zehn Jahren um 4,3 Prozentpunkte stärker gesunken ist, als er gesunken wäre, wenn es kein Werbeverbot gäbe. Das Gleiche gilt laut der Studie für das Wallis. Auch hier sind seit 2009 strenge Regeln in Kraft. Die empirische Untersuchung basiert auf Daten der Gesundheitsbefragung.

Geht es nach dem Bundesrat, soll bald im ganzen Land ein Werbeverbot für Tabakprodukte gelten. Das Vorhaben erhielt jüngst jedoch einen Dämpfer, als die Gesundheitskommission des Ständerats dagegen stimmte.