Kanton Solothurn
Sind unsere Brunnen auch mit Fäkal-Bakterien verseucht?

Nachrichten zur schlechten Trinkwasserqualität von Brunnen im Wallis und in Graubünden beunruhigen. Wie steht es um die Laufbrunnen in unserem Kanton?

Marina Stalder
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Gibt es in den Solothurner Brunnen auch Fäkalbakterien? (Symbolbild)

Gibt es in den Solothurner Brunnen auch Fäkalbakterien? (Symbolbild)

Sibylle Haltiner

Sowohl im Kanton Wallis als auch im Kanton Graubünden wurden Laufbrunnen entdeckt, die mit Fäkalbakterien wie E.coli-Bakterien oder Enterokokken verschmutzt waren. Dass Ähnliches im Solothurnischen vorkommt und die Brunnen nicht dementsprechend deklariert sind, ist laut Martin Kohler eher unwahrscheinlich. Der Solothurner Kantonschemiker hält fest: «Bei uns kann, mit etwas Umsicht, weiter von den Laufbrunnen an den Wanderwegen und in den Städten getrunken werden.»

Wetterabhängige Proben

Die kantonale Lebensmittelkontrolle prüft periodisch die Wasserqualität der Wasserversorgungen in den Gemeinden, sowie öffentlichen und privaten Brunnen, die öffentlich zugänglich sind, durch. Wenn die Wasserqualität dieser Brunnen nicht den Anforderungen des Gesetzes entspricht, muss zwingend ein Schild angebracht werden, welches das Wasser als nicht trinkbar ausweist.

Wie die Wasserqualität aussieht, hängt auch massgeblich von der Jahreszeit und den Wetterbedingungen ab. «Die Trinkwasserqualität bei Proben, die nach der Schneeschmelze entnommen wurden, ist wesentlich schlechter als bei Proben, welche nach einer längeren Trockenperiode untersucht wurden», erklärt Martin Kohler. Dies sei jedoch ein jährlich wiederkehrendes Phänomen und kein neuer Trend.

Sorgenfreies Brunnentrinken

Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, sollte folgende Tipps von Martin Kohler befolgen. So kann man von allen Brunnen trinken, die an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, denn in diesen Brunnen fliesst das Wasser, das auch zu Hause aus dem Hahn läuft.

Für die Brunnen an Wanderwegen gilt, dass diejenigen, die Landwirten mit Restaurant- oder Milchbetrieben gehören, öfter und strenger kontrolliert werden, als andere Brunnen. Dies erklärt sich dadurch, weil an Landwirte, welche solche Leistungen anbieten, höhere Anforderungen gestellt werden. Diese Brunnen bieten sich also eher für eine kleine Trinkpause an.

Da die Lebensmittelkontrolle nicht über die Ressourcen verfügt, um auch alle weit abgelegenen Brunnen zu prüfen, rät der Kantonschemiker Martin Kohler: «Im Zweifelsfall sollte man von Brunnen, die fernab liegen, nicht trinken. Wir fokussieren uns auf alle wichtigen Wasserversorgungen in den Gemeinden und auch auf die Trinkwasserqualität wichtiger öffentlicher und privater Brunnen und können daher nicht auch noch alle abgelegenen Brunnen kontrollieren.»

Zunehmend häufiger verfügen die landwirtschaftlichen Betriebe aber über professionelle Wasseraufbereitungsanlagen. Sehr zur Freude Kohlers habe sich die Trinkwasserqualität vieler privater Wasserversorgungen auch dadurch erheblich verbessert.

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