Aller Anfang ist schwer. Wer ein Motorrad oder Auto fahren möchte, muss sich erst durch das Wirrwarr der Strassenverkehrskunde schlagen. Wer hat wann Vortritt? Wie schnell darf ausserorts gefahren werden? Wie tief muss ein Pneu-Profil sein? 

Die theoretische Führerprüfung haben im letzten Jahr schweizweit durchschnittlich 69,3 Prozent aller Prüflinge bestanden.

Entspannter an die Prüfung

Die Kandidaten im Kanton Solothurn waren jedoch mit Abstand am wenigsten erfolgreich (siehe Tabelle).

Nur 60 Prozent absolvierten die Theorie-Prüfung mit Erfolg. «Warum die Solothurner schlechter abschneiden, darüber kann man nur spekulieren», sagt Peter Gysin, stellvertretender Vorsteher der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle (Mfk) in Bellach.

«Sie bereiten sich wohl einfach weniger gut auf die Prüfung vor», vermutet er. Die Prüflinge würden die Prüfung entspannter angehen, denn «man kann so oft kommen, bis man die Theorie-Prüfung besteht.» Diese kostet zwar jedes Mal 30 Franken, teurer wird es aber mit zunehmender Anzahl absolvierter Prüfungen nicht.

Praktisch veranlagt

Vielleicht sind die Solothurner einfach die besseren Fahrer? Das zumindest sagt die Statistik, denn bei der praktischen Prüfung schnitten die Solothurner Prüflinge besser ab. 63 Prozent der Motorradfahrer und 69 Prozent der Autofahrer schafften die Prüfung (CH-Durchschnitt: 65 bzw. 66 Prozent). «Bei den Töff ist die Durchfallquote höher, weil wir sagen, dass man dieses Freizeitgerät sehr gut beherrschen muss», erläutert der stellvertretende Vorsteher der Mfk den Unterschied.

Allgemein sei die praktische Prüfung mit vielen Unsicherheitsfaktoren verbunden. «Es hängt immer davon ab, was während der Prüfung geschieht», so Peter Gysin. Obwohl jeder Abschnitt und jedes Element der Prüfung gesamt schweizerisch in Richtlinien zusammengefasst sei, laufe es nicht mehr so standardisiert ab, wie bei der Theorieprüfung. (ldu)