Chlorothalonil

«Sind diese Metaboliten nun gefährlich?» FDP-Nationalrat Kurt Fluri will es genau wissen

FDP-Nationalrat Kurt Fluri nahm nicht den ersten Anlauf, um vom Bundesrat zu erfahren, wie es sich mit dem Chlorothalonil und seinen Folgen tatsächlich verhält.

FDP-Nationalrat Kurt Fluri nahm nicht den ersten Anlauf, um vom Bundesrat zu erfahren, wie es sich mit dem Chlorothalonil und seinen Folgen tatsächlich verhält.

Ab 2020 wird der Wirkstoff Chlorothalonil verboten. Doch damit sind noch nicht alle Fragen geklärt. FDP-Nationalrat Kurt Fluri wurde im Parlament deswegen wiederholt vorstellig. Zuletzt Anfang Woche in der Fragestunde.

Steter Tropfen höhlt den Stein – oder auch nicht. Diese Erfahrung macht derzeit der Solothurner FDP-Nationalrat und Stadtpräsident Kurt Fluri. Und zwar in Sachen Chlorothalonil. Zur Erinnerung: In der Antwort auf eine Interpellation antwortete der Bundesrat im September, es sei nicht belegt, dass die «relevanten Metaboliten von Chlorothalonil» - also die Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln, die im Wasser auftreten können - gesundheitsgefährdend seien oder nicht. Das war im September, nachdem Fluri zuerst in der Fragestunde des Nationalrats in Sachen Fungizide vorstellig geworden war.

Hintergrund der Auseinandersetzung: Seit Ende Juni gelten für gewisse Chlorothalonil-Metaboliten neue Höchstwerte. Über die Zahl der betroffenen Trinkwasserfassungen sowie der potenziell gefährdeten Konsumentinnen und Konsumenten besteht ebenso Unklarheit wie über die tatsächliche Gesundheitsgefährdung. Und dies, obwohl das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Gefährlichkeit der Metaboliten grundsätzlich festgestellt hat und schon früher bestätigte, diese stellten tatsächlich ein Problem dar.

Fluri stiess deshalb Anfang Woche in der nationalrätlichen Fragestunde neuerlich nach. Er fragte: «Sind diese Metaboliten nun gefährlich und ein Problem?» Und: «Wenn nein, warum sagt dies der Bundesrat und fordert die Trinkwasserversorger auf, innert einem Monat Sofortmassnahmen zu ergreifen?» Eine Herausforderung der speziellen Art, wie sich auch im Kanton Solothurn zeigte.

Nun, Bundesrat Alain Berset bestätigte am Montag dies: Es sei tatsächlich nicht auszuschliessen, «dass einige Metaboliten von Chlorothalonil negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können». Zudem komme das BLV zum Schluss, «dass der Wirkstoff Chlorothalonil als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werden muss». Deshalb dürfen die Fungizide ab Anfang 2020 nicht mehr verwendet werden.

Noch unklar ist – und das war Fluris Nachfrage an Berset -, welche Auswirkungen dieser Entzug der Bewilligung für die kantonalen und kommunalen Ebenen punkto Trinkwasserversorgung haben wird. Der Bundesrat versprach, auch diese Frage zu klären. Steter Tropfen höhlt den Stein.

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