Hadorn und 20 Mitunterzeichnende weisen in ihrem Vorstoss darauf hin, dass sich «im Bezirk Gäu und im gesamten Kanton Solothurn der Widerstand» gegen den Sechsspurausbau der A1 formiere, Einsprachen hängig seien und der Gang ans Bundesgericht erwogen werde. Resultat seien dann Bauverzögerungen, die zu volkswirtschaftlich unerwünschten Staustunden führen würden. Mit der Untertunnelung eines Abschnitts von 500 Metern bei Niederbuchsiten könnte diese Opposition besänftigt werden, machen Hadorn und die Mitunterzeichnenden die Tunnel-Forderung schmackhaft.

Einsprachen in Bearbeitung

Ob der Bundesrat deshalb die aus der Untertunnelung erwachsenden Mehrkosten von 50 bis 135 Mio. Franken – je nach Quelle – nicht auch als «absolut verhältnismässig» erachte, wollten die Interpellanten deshalb wissen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) bereite gegenwärtig die Antworten auf die eingegangenen Einsprachen vor, sagt nun der Bundesrat. «Welche Auswirkungen die eingegangenen Einsprachen auf die Umwelt und die Volkswirtschaft haben, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen, da diese vom Ausgang des hängigen Plangenehmigungsverfahrens abhängen», heisst es weiter.

Der Entscheid über den Bau eines Autobahntunnels stütze sich auf definierte Standards und Kriterien, schreibt die Landesregierung weiter. Zudem müsse der Entscheid – anhand der Risikoanalyse – aufgrund der konkreten Umstände und in jedem einzelnen Fall gesondert beurteilt werden. «Daher kann nicht von einer Gleich- bzw. Ungleichbehandlung gesprochen werden», hält der Bundesrat zum Vorwurf der Interpellanten fest, dass in der Westschweiz Autobahntunnels gebaut worden seien, die weit weniger stark frequentiert seien als die A1 im Gäu. Mittels der mehrstufigen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sei sichergestellt, dass «alle Nationalstrassenprojekte die Umweltstandards gemäss geltendem Recht vollumfänglich erfüllen».