Kunstmuseum

«Sie war einfach eine coole Socke»: Solothurnerin verkörpert Gertrud Dübi-Müller

Schauspielerin Margit Maria Bauer wird im Kunstmuseum Solothurn zu Gertrud Dübi-Müller.

Schauspielerin Margit Maria Bauer wird im Kunstmuseum Solothurn zu Gertrud Dübi-Müller.

Im Kunstmuseum Solothurn erwacht die Sammlungsstifterin Gertrud Dübi-Müller zum Leben – dank Schauspielerin Margit Maria Bauer.

Gertrud Dübi-Müller (1888– 1980) kam als jüngstes Kind von Josef Adolf Müller und seiner Frau Anna Müller-Haiber in Solothurn zur Welt. Ihr Vater war der Begründer der Schrauben- und Drehteilefabrik Müller & Cie., später Sphinxwerke Müller & Cie.; eine gut begüterte Familie also. Jedoch starben die Eltern früh und die insgesamt vier Geschwister wurden von einer strengen deutschen Erzieherin aufgezogen. Gertrud hatte insbesondere mit ihrem Bruder Josef eine enge Beziehung und sie war zeitlebens eine sportliche Frau, die ritt, Ski fuhr, im Gebirge kletterte und Schlittschuh lief. Als selbstbewusste Frau kaufte sie 1911 als erste Solothurnerin in Genf ein Auto der Marke Pic-Pic und steuerte es selbst auf vielen Reisen.

Herausfinden, wie sie fühlte und dachte

«Sie war einfach eine coole Socke», sagt Margit Maria Bauer über sie. Die freischaffende Schauspielerin, die mit ihrer Familie seit vielen Jahren in Solothurn lebt, verkörpert Gertrud Dübi-Müller bei einer Schauspiel-Führung im Kunstmuseum Solothurn. «Die Anfrage kam von Anna Bürkli, Registrarin im Kunstmuseum. Sie hatte mich schon als Madame Besenval auf Schloss Waldegg gesehen und wünschte sich, etwas Ähnliches fürs Kunstmuseum zu veranstalten.» Und da schien keine Figur geeigneter als die grosse Kunstmäzenin und Sammlerin Gertrud Dübi-Müller.

Bauer begann sich mit dem Leben der Solothurnerin zu beschäftigen, zu recherchieren. «Ich habe so gut wie möglich herausfinden wollen, wer Gertrud war. Wie sie dachte, wie sie fühlte.» Wie sie sich ihr als privilegierter, aber elternloser junger Frau die Welt erschloss. «Sie bewegte sich in der damaligen Avantgarde, indem sie Bekanntschaft mit vielen Künstlern in jener Zeit hatte.»

Ferdinand Hodler beispielsweise, den Müller-Dübi als junge Frau anlässlich der Eröffnung des Kunst- und Naturmuseums 1902 Solothurn kennen gelernt hatte, Er malte sie ganze 17 Mal. «Mit ihm hatte sie bestimmt eine besondere Beziehung. Man kennt aber keine Details», sagt Bauer. «Aber wenn man sich überlegt, wie viele Stunden man als Model beim Malen sitzen muss. Und was spricht man dort?». So hat sich Margit Maria Bauer Gertrud Dübi-Müller gedanklich angenähert und schlüpft, mit Perücke und Kostüm ausstaffiert, in die Mäzenin. «Während ich durch die Bilder aus der Dübi-Müller-Sammlung führe, lerne ich sie immer besser kennen.»

Am Sonntag, 17. November, um 11 Uhr findet eine Führung statt. Noch seien keine weiteren Termine geplant, doch kann sich Bauer gut vorstellen, sich weitere Male in Gertrud zu verwandeln. «Anfragen aber bitte an das Kunstmuseum Solothurn, welches die Rahmenveranstaltungen des Museums koordiniert.»

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