«Lilli Palmer, geb. Lilli Marie Peiser, geboren 24. Mai 1914 in Posen; gestorben 27. Januar 1986 in Los Angeles, war eine deutsch-britisch-schweizerische Schauspielerin, Autorin und Malerin deutscher Herkunft», so steht es heute in der Wikipedia-Datenbank. Dass diese Frau zu ihrer besten Zeit, in den Fünfziger- und Sechzigerjahren, mit Stars wie Romy Schneider, Elke Sommer oder Curd Jürgens die deutsche Schauspieler-Zunft international zu Ansehen brachte, wissen heute nur noch Filmbegeisterte älteren Semesters. «Das war auch mein Problem, als ich mit der Idee ankam, einen Bühnenabend dieser Frau zu widmen», sagt Tanja Baumberger, Sängerin und Gründerin von Fe-M@il, der Kleinkunst-Musical-Formation. Nachdem mit «Yentl» ein langjähriger Bühnenerfolg zu Ende ging, ging man auf die Suche nach einem neuen Stoff. Es sollte wieder eine Frauenfigur sein, die einen packenden Abend mit Erzählung, Musik, Tanz und Gesang tragen könnte.

Glamourös ohne Glamour

«Lilli Palmer beschäftigt mich schon seit vielen Jahren», führt Baumberger aus. «Ihre erste Biografie ‹Dicke Lilli, gutes Kind› habe ich mit 18 Jahren verschlungen und während unterschiedlicher Lebensphasen hat mir das Buch unterschiedliche Erkenntnisse beschert». Der Frau näher zu kommen sei trotzdem nicht so einfach: «Lilli Palmer bewegte sich in der Glamour-Welt von London und Hollywood, doch sie selbst war – entgegen ihrem Äusseren – als Person nicht sehr glamourös. «Das ist sicher ihrem jüdisch-preussischen Elternhaus geschuldet», sagt Baumberger. So bezeichnete sie selbst sich auch als «preussische Ameise». Hilfe bei der Recherche über das leben von Palmer bekam die Darstellerin von der bekannten Palmer-Biografin Heike Specht, die in Zürich lebt.

«Obwohl Lilli Palmer keine begnadete Sängerin war, spielt Musik an diesem Abend eine grosse Rolle», verrät Tanja Baumberger. «Unvergessen bleibt ihre Interpretation von ‹Oh, mein Papa›, ein Lied, das auf jeden Fall nicht fehlen darf. Darüber hinaus gibt es Songs aus jenen Jahren, sowie Erzählungen über die Stationen in Lilli Palmers Leben.

Erst mal zwei Vorstellungen

Neben Tanja Baumberger, die in der Titelrolle zu sehen ist, stehen die Musiker Martin Zangerl (Klavier und Gesang), David Jegge (Bass), Johannes Gutfleisch (Schlagzeug) auf der Bühne. «Es freut uns ausserordentlich dass wir unsere zwei ersten Aufführungen im Stadttheater Solothurn zeigen können«, sagt Baumberger. «Mit den zwei ersten Vorstellungen sind wir damals, im Frühjahr 2007 auch mit ‹Yentl› gestartet. «Wenn wir nach der Ur-Aufführung weitere Sponsoren und Partner finden, hat das Stück eine Chance, auch an anderen Spielorten gezeigt zu werden.»

Es freue sie sehr, dass Dieter Kaegi, Intendant des Tobs, der Produktion als Pate zur Seite stehe. «Denn wo, als im zauberhaften Stadttheater Solothurn hätte Lilli Palmer den Weg zurück auf die Bühne finden können.»

Aufführungen: 15. und 16. März Stadttheater Solothurn jeweils ab 20 Uhr. Vorverkauf ab sofort bei: www.tobs.ch