slowUp Solothurn-Buechibärg
Sie trotzten Regenschauern und einer frischen Brise: 23'000 waren auf leisen Rollen unterwegs

46 Kilometer waren am Sonntag in der Region Solothurn-Bucheggberg für den Langsamverkehr reserviert. 23'000 Personen nahmen am slowUp teil. Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle.

Vanessa Simili
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Slowup Solothurn-Buechibaerg 2019 Volle Fahrt auf dem St. Ursenkreisel in Biberist
40 Bilder
 Volle Fahrt auf dem St. Ursenkreisel in Biberist
 Allerlei verschiedene Aktivitäten auf dem Festplatz Biberist
 Vollgas voraus, auch mit den kleinen Rädern
 Dieser Herr führt sein antikes Rad aus
 Diese Jugendlichen haben ein Doppeltandem zusammengebastelt
 Von Biberist nach Lohn die schöne Landschaft geniessen
 Von Biberist nach Lohn die schöne Landschaft geniessen
 Von Biberist nach Lohn die schöne Landschaft geniessen
 Austoben auf dem Pumptrack in Lohn-Ammansegg
 Erste Pause nach dem Aufstieg von Lohn
 Erste Panne nach dem Aufstieg von Lohn
 Die Gegend wird immer ländlicher
 Freihändig durch den Frühling fahren
 Umgeben von blühenden Rapsfeldern durch das Limpachtal fahren
SlowUp Solothurn-Bucheggberg 2019
 Eine kleine Pause bei einem der zahlreichen Beizlis am Wegrand
 Der Langsamverkehrs-Tatzelwurm schlängelt sich durch das Limpachtal
 Einige Weggenossen sind etwas irritiert
 Vom Regen Ueberraschte haben ein trockenes Plätzchen gefunden
 Mit den Inlines gehts fast von alleine...
 Von Dorf zu Dorf
 Das Wetter hat wieder aufgeklart
 Nach dem Aufstieg von Balm nach Schnottwil zeigt sich wer eine gute Kondition hat
 Schnottwil im SlowUp-Fieber
 Nach Oberwil wirds noch einmal richtig steil
 Und wiederum blühende Rapsfelder
Verpflegung in Gossliwil, Ständchen inklusive

Slowup Solothurn-Buechibaerg 2019 Volle Fahrt auf dem St. Ursenkreisel in Biberist

Hanspeter Bärtschi

Muttertag, 9 Uhr: Emsige Helfer auf dem Kreuzackerplatz. Mikrofon-Check. Die ersten Besucher treffen ein. Der Infostand und die Velovermieter sind parat, die Reservationen sind im Vorfeld wie erwartet eingetroffen. Wegen der Steigung im Bucheggberg seien in Solothurn die e-Bikes besonders beliebt, sagt Peter Küttel von Rent-a-Bike. «Sogar die Badewannen gehen gut weg», ergänzt Alexandra Schnyder-Hufschmid, ebenfalls von Rent-a-Bike, und zeigt auf die Cargo-Velos. Fünf «Urban Arrows» stehen bereit. Einer davon ist für diesen SlowUp der unsere.

Zugegeben, das ist die bequeme Variante. Wir liebäugeln seit längerem mit einem Cargo-Velo. Der SlowUp ist die Gelegenheit, auszuprobieren, was in den Niederlanden gang und gäbe ist. Kind und schwangere Mutter vorne rein, der Vater tritt in die Pedalen. Wenigstens ein bisschen. Der Motor wird seines dazu tun.

Ein Stück Zopf, Gipfeli und einen Kaffee gibts vor der Abfahrt am Imbissstand. Die Betreiberin Eva Weber aus Gerlafingen steht seit 6 Uhr früh hier und bereitet vor. Sie ist seit dem ersten SlowUp mit dabei. «Der Event hat mittlerweile Tradition und ist von grosser Bedeutung für Solothurn», beobachtet sie. Fakt sei, dass die Teilnehmerzahl wetterabhängig sei. Tatsächlich hat die Wetterprognose eher schlecht ausgesehen. Deshalb musste bei uns in letzter Minute eine Regenpellerine her. Und das für die ganze Familie. Um auszuschliessen, dass bei starkem Niederschlag das Cargo-Velo seinem Übernamen alle Ehre macht.

«Kein Regen heute», versichert OK-Präsident und Initiant Benno Krämer vehement. Der Geschäftsführer des Vereins SlowUp Solothurn-Buechibärg ist zuversichtlich. «Das Wetter gehört mit zur Organisation», scherzt er, nun sei aller Regen unten. Im Limpachtal mussten angeblich zuvor sämtliche Tafeln erneut angebunden werden, weil es so gestürmt hatte. Nun aber sei die Strecke bereit; 350 Helfer und Helferinnen inklusive Zivilschutz und Feuerwehr stünden im Einsatz.

Für Menschen aus nah und fern

Wenige Minuten fehlen zum Countdown. Auch Jürgen Hofer, Direktor von Solothurn Tourismus, wartet auf den Start. Er wird zusammen mit Beat Stähli, Präsident des Vereins SlowUp Solothurn-Buechibärg die Tour fahren. «Der SlowUp ist einer der regionalen Anlässe, der am meisten Leute mobilisiert», weiss er. «Man nimmt mit Freunden und Familie teil und viele Vereine engagieren sich», so Hofer.

Geben das Startsignal zum 9. slowUp Solothurn-Buechibärg (v.l.n.r.): Benno Krämer, Geschäfsführer slowUp Solothurn-Buechibärg, Beat Stähli, Präsident Verein slowUp Solothurn-Buechibärg, Verena Meyer-Burkhard, Kantonsratspräsidentin und Roland Heim, Regierungsrat und Finanzdirektor des Kantons Solothurn.

Geben das Startsignal zum 9. slowUp Solothurn-Buechibärg (v.l.n.r.): Benno Krämer, Geschäfsführer slowUp Solothurn-Buechibärg, Beat Stähli, Präsident Verein slowUp Solothurn-Buechibärg, Verena Meyer-Burkhard, Kantonsratspräsidentin und Roland Heim, Regierungsrat und Finanzdirektor des Kantons Solothurn.

zvg

Darüber hinaus bringe der Anlass auch Leute von ausserhalb in die Region, was ein schöner Effekt sei. Dieses Jahr rechnet er mit 20’000 bis 25’000 Besucherinnen und Besucher, also etwa bis zu einem Drittel weniger als vergangenes Jahr. Dies aufgrund des kühlen Wetters. «Der Anlass lebt von warmen Temperaturen.» Ein Punkt des Erfolgsrezeptes: «Für den SlowUp spannen Stadt und Land, also Solothurn und der Bucheggberg, zusammen. Das zeigt, dass man zusammen gehört und findet bei der Bevölkerung Gefallen.»

Ausgerüstet mit einer Decke steigen die Kleine und ich in die Sitzwanne. Die Zweijährige strahlt. Seit dem Vorabend spricht sie vom bevorstehenden Velofahren. Ihr Helm durfte nicht fehlen, sie trägt ihn mit Stolz. «Petrus scheint ein SlowUpper zu sein», ertönt Radio-Moderator Ueli Liggenstorfers Stimme. Und während er Kantonsratspräsidentin Verena Meyer-Burkhard und Finanzdirektor Roland Heim unter anderem auf den Velofahr-Zahn fühlt – beide sind viel mit dem Velo unterwegs und betonen, kein e-Bike fahren zu wollen –, begeben wir uns leicht schwankend zum Start. «Ein Gefühl wie auf einem Boot», höre ich meinen Mann sagen. Ich denke das Gleiche. Fahrtwind kommt auf, die Kleine juchzt vor Freude.

Das Fazit der Veranstalter

Gegen 23'000 Personen haben am Muttertag am 9. slowUp Solothurn-Buechibärg teilgenommen, heisst es in einer Mitteilung der Veranstalter. Trotz vereinzelten Regenschauern, zeitweise frischen Brisen und bescheidenen Temperaturen habe auf der Strecke und auf den Festplätzen in den Dörfern Hochbetrieb geherrscht. Polizei und Veranstalter zogen am Abend eine positive Bilanz über den Grossanlass.

Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle. Die Sanitäts- und Rettungsdienste hatten bis zum offiziellen Schluss um 17 Uhr keine nennenswerten Einsätze zu leisten. Für die Sicherheit auf und neben der Strecke hatten Polizisten, Feuerwehrkräfte, Ambulanzdienste, Zivilschützer, mobile Hausärzte auf E-Bikes und Samariterinnen und Samariter gesorgt. Das Sicherheitsdispositiv, das den motorisierten und nicht-motorisiertem Verkehr trennt, funktionierte reibungslos.

Grosses Volksfest, grosse Solitarität

Die Rahmenveranstaltungen in den Gemeinden und Dörfern machen den slowUp Solothurn-Buechibärg jeweils zu einem riesigen Volksfest. Auch dieses Mal lockten über ein Dutzend Festplätze mit kulinarischen, kulturellen und sportlichen Angeboten zum Verweilen.

Für die Veranstalter besonders erfreulich: Die Verbundenheit mit dem slowUp Solothurn-Buechibärg habe bei den Teilnehmenden inzwischen ein überdurchschnittlich hohes Mass erreicht. Mit berechtigtem Stolz erwähnte Benno Krämer am Abend, dass noch nie so viele Solidaritäts-Sticker verkauft wurden wie dieses Jahr. Der freiwilligen Unkostenbeitrag helfe mit, die Veranstaltung finanziell abzusichern. (mgt)