Das Fitnessstudio Flower Power in Solothurn. Auf einer Reihe Laufbänder und Velos strampeln sich Mitglieder ab. Coaches beaufsichtigen die Trainierenden an den verschiedenen Fitnessgeräten.

Hier ist auch Sina Strähl regelmässig anzutreffen. Zum Gespräch erscheint sie in orangen Shorts und schwarzem Sporttop. «Ich fitte fast jeden Tag», erklärt die 30-jährige Riedholzerin.
Fitness, das sei heute schon ein Trend. Dazu gehört nicht nur Sport. Ernährung und Erholung sind ebenfalls ein wichtiges Thema.

Genau so wie Social Media. Strähl postet regelmässig Fotos: Sina beim Sport, Sina im Wellnesscenter, Sina in der Küche. «Das bin halt einfach ich», sagt sie, die nebenberuflich auch modelt.

Fitness in der Mittagspause

Strähl arbeitet in einer Software-Firma in Solothurn. Ganz in der Nähe des Fitnessstudios. «So kann ich über den Mittag Gruppenkurse besuchen», erklärt sie. In einem Raum mit grossem Spiegel trainiert sie mit anderen Teilnehmern täglich eine andere Muskelpartie. Zusätzlich stehen Warm-ups auf dem Laufband oder dem Stepper auf dem Trainingsplan. «Ich trainiere wohl schon häufiger als der Durchschnitt», sagt die Riedholzerin. «Für mich stimmt das aber so.»

30 bis 60 Minuten Training. Fast jeden Tag. Das zieht Strähl nun schon mehrere Jahre durch. Kritiker sehen in Fitness Suchtpotenzial – zum Beispiel bei Buben, die mit ihren Kollegen «pumpen» gehen, um «breit» zu werden. «Das gibt es schon auch», meint Strähl. Man solle den Körper sicher nie überbelasten und immer gut auf ihn hören. «Wenn man zu viel macht, spürt man das auch.» Zudem sei nebst Sport Erholung ganz wichtig. «Ich gehe gerne auch mal Wellnessen. Oder bleibe zu Hause und chille einfach.»

Mit Sina Strähl aus Riedholz im Fitnessstudio

Mit Sina Strähl aus Riedholz im Fitnessstudio

Wer den Fitness-Lifestyle lebt, geht nicht nur ab und zu trainieren, er achtet auch genau darauf, was er isst und trinkt. Strähl hat keinen Ernährungsplan. «Durch den Sport habe ich ein viel besseres Körpergefühl», sagt sie. So esse sie je nach Tagesform mal mehr mal weniger. Das Frühstück sei ein Muss und vor dem Training am Mittag gebe es oft ein Znüni. Am Mittag brauche sie etwas Warmes, so die Riedholzerin. Das koche sie jeweils am Abend zu Hause vor und nehme es dann in einem Tupperware mit.

Strähl isst viel Gemüse. Dazu Poulet und Shirataki-Nudeln oder Reis mit wenig Kalorien, die bei Sportlern allgemein hoch im Kurs sind. «Ich finde, gerade junge Leute sollten selber kochen. Erstens ist es günstig und zweitens weiss man genau, was im Essen drin steckt.» Auf Proteinshakes verzichtet sie – zumindest in flüssiger Form. «Ich brauche Proteinpulver manchmal zum Kochen», erklärt Strähl. «Etwa für Pancakes oder Cheesecake.» Ab und zu solle man sich nämlich auch ein Dessert gönnen.

Vorbild für 7000 Follower

Schliesslich macht Sina Strähl auch das, was für viele junge Menschen zum Fitness-Lifestyle gehört: Posten. «Früher war ich noch skeptisch», sagt sie. Dann habe sie mal begonnen, einige Fotos via «Instagram»-App hochzuladen. Mittlerweile hat Strähl über 7000 Follower; Menschen also, die ihr Profil abonniert haben und sich ihre Fotos ansehen. «Ich kriege viele Nachrichten von ihnen», berichtet sie.

Sie werde auch «Idol» genannt. Durch ihren Nebenjob als Model sei sie es sich schon gewohnt, ab und zu im Rampenlicht zu stehen. «Ich sehe mich aber als bodenständige Person – deshalb ist es irgendwie komisch, wenn sie mich Idol nennen und sagen: Wegen Dir gehe ich fitten!»

Die Macht der sozialen Medien dürfe man nicht unterschätzen, sagt die Riedholzerin. Es sei schon ein Problem in der heutigen Zeit, dass Laien im Internet Videos von Fitnessübungen anschauen und diese dann falsch nachmachen. Oder dass junge Frauen regelmässig auf die Waage stehen, weil sie Traumgewicht und Modelfigur im Kopf haben. «All diese Posts sind lediglich Momentaufnahmen», sagt Strähl bestimmt. «Man muss schon aufpassen, wenn Junge ihrem Idol blind folgen.» Schliesslich gebe es nicht «den» Trainings- oder Ernährungsplan. «Man sollte den Lifestyle in einem Ausmass leben, das für den eigenen Körper gesund ist.»