Morgens um 6 Uhr, wenn die drei Kinder noch schliefen, sass sie oft schon an der Schreibmaschine, um einen bestellten Artikel auch japünktlich abgeben zu können. Schwang sich dann aufs Velo und brachte den Text zur Redaktion.

Das ist viele Jahre her. «Es ist bald nicht mehr wahr», sagt Katharina Arni-Howald und schmunzelt. 1972 schrieb sie ihren ersten Artikel, über eine Podiumsdiskussion zum Thema Schwangerschaftsabbruch. Als sie angefragt wurde, als Korrespondentin für die Stadtredaktion der Solothurner Zeitung zu schreiben, sagte sie sofort zu. «Damit musste ich mich weiterhin für die Welt interessieren und blieb nicht nur zu Hause, auf meine Kinder fixiert.»

Als die Kinder grösser wurden, arbeitete sie bei der Denkmalpflege, später in einem Treuhandbüro. Denn die Honorare für ihre Arbeit als Korrespondentin waren nie üppig. Durch ihre Arbeit bei der Denkmalpflege erfuhr sie sehr viel über das historische Solothurn, und mit viel Freude und Engagement schrieb sie etliche Sommerserien über Plätze in Solothurn, über Hinterhöfe oder über den Solothurner Stein. «Ich schreibe gerne für diese Stadt. Ich liebe Solothurn und die Solothurner, ich bin hier aufgewachsen, es ist einfach meine Stadt.»

Offen für Neues

Katharina Arni hat schon als Kind gerne geschrieben. «Ich bin ein neugieriger Mensch, bin interessiert an allem, und es macht mir Freude, das was ich sehe, in Worte zu fassen.» Ihr Name ist in der Stadt ein Begriff, man kennt sie. Und auch wenn sie das Rentenalter erreicht hat (wann genau, bleibt ihr Geheimnis) – als Korrespondentin geht sie noch lange nicht in Pension. Im Gegenteil. Sie setzt sich mit den neuen Technologien auseinander. «Man muss sich damit befassen, sonst ist man weg vom Fenster», betont sie. Auf ihrem iPhone sieht sie sofort, wenn per Mail eine Anfrage der Redaktion für einen neuen Artikel kommt.

Schon bei der Umstellung von der Schreibmaschine auf den Computer nahm Katharina Arni eine Pionier-Rolle ein: Sie war eine der Ersten in der Stadt, die ein solches Gerät zu Hause stehen hatten – weil sie Heimarbeit für ein Treuhandbüro erledigte.

Grosse Bereicherung

Etliche Jahre war sie unter anderem für die Rubrik «Kochtipp» zuständig, besuchte wöchentlich Menschen zu Hause, die ihr ein Kochrezept verrieten. So kam es zu vielen schönen Begegnungen, Freundschaften entstanden. Nicht nur die Stadtredaktoren kamen und gingen, auch die Zeitung selbst veränderte immer wieder ihr Erscheinungsbild. Und der Schreibstil veränderte sich ebenfalls. «Ich habe mich immer angepasst», sagt Katharina Arni.

Wenn sie sich früher manchmal gestresst fühlte, weil sie nicht wusste, wie sie einen Artikel über ein bestimmtes Thema schreiben sollte, nimmt sie es heute viel gelassener. «Meine Erfahrung ist gross, und ich weiss, dass ich das kann.» Am besten schreibt sie, wenn sie von einem Thema so richtig gepackt wird. Dann ergreift sie eine grosse Schreiblust. «Am liebsten ist mir immer noch etwas Historisches, das mache ich unheimlich gerne.»

Ihre Arbeit für die Solothurner Zeitung empfindet sie als grosse Bereicherung. «Ich wäre heute in meiner Entwicklung, in meinem Leben nicht da, wo ich stehe, wenn ich nicht für diese Zeitung schreiben würde.» Diese Tätigkeit sei so vielseitig, sie staune manchmal selber darüber. Und man bleibe im Leben nicht stehen. Gerade deshalb wohl hat sich die dreifache Grossmutter auch äusserlich ihre Jugendlichkeit so gut bewahren können.