Eigentlich schade, dass der modernisierte Bühnenraum im Passionsspielhaus Selzach nur alle zwei Jahre bespielt wird. Das dachte sich Oskar Fluri, der seit Jahren für die Bühnenbilder der Selzacher Produktionen zuständig ist. Und so kam der pensionierte Zeichnungslehrer auf die Idee, ein spartenübergreifendes Kunstprojekt, ein sogenanntes «Kunstschauspiel» mit dem Namen «Summer’s destillation» zu schaffen.

«Vor Jahren führten wir mit Skulpturen von Schang Hutter etwas Ähnliches auf», erzählt Fluri. Dieses Projekt sei ihm nie mehr aus dem Kopf gegangen. Dann traf er letztes Jahr die Deutsche Künstlerin Claudia Haberkern, die im Piemont lebt und arbeitet.

«Ihre Skulpturen, meist aus Holz gefertigt, erschienen mir passend, um damit in eine Art Dialog mit anderen Kunstsparten zu treten.» Als weitere Akteurinnen für sein «Kunstschauspiel» wandte er sich an die Solothurner Tänzerin Anja Gysin und die Schauspielerin Barbara Grimm. Dazu machen Sebastian Aegerter als Perkussionist und Nicolas Michel als Fagottist die passende Musik.

«Ich will die Entwicklung des kreativen Schaffens aufzeigen.»

Oskar Fluri, Ideengeber

«Ich will die Entwicklung des kreativen Schaffens aufzeigen.»

Das kreative Schaffen

«Ich will in der Performance die Entwicklung des kreativen Schaffens aufzeigen», sagt Fluri. Die Entstehung eines Kunstwerkes also, sein Wachsen, die Konflikte, die sich daraus entwickeln können, die Suche nach einer reduzierten Form, nach dem Ausdruck, der Aussage.

«Der Prozess, wie ihn jeder kreativ tätige Mensch kennt. Für Künstlerin Claudia Haberkern ist genau dieser Entstehungsprozess wichtig. Und: «Für mich ist es besonders berührend, meine Werke hier in Bezug auf andere Kunstformen zu sehen. So bekommen sie neues, unentdecktes Leben eingehaucht. So stellen sie neue Fragen.»

Neues Leben bekommen die Skulpturen mit Bestimmtheit auch durch die Bewegungen von Anja Gysin. Für die Solothurner Tänzerin ist dieses Unternehmen ein Experiment, in welchem sie sich allmählich einbringt, sich vorsichtig annähert.

Barbara Grimm wird aus Shakespeares’ Sonetten lesen. «Summer’s destillation» sind zwei davon übertitelt, und diese geben dem Kunstschauspiel auch den Namen. «Zusammen mit der Künstlerin und Fluri habe ich Texte ausgesucht, die mir für dieses Projekt passend erscheinen.»

Am kommenden 18. August findet um 18 Uhr die Vernissage des Anlasses statt. «Zunächst können die Kunstwerke als Ausstellung auf der Bühne betrachtet werden. Um 20 Uhr findet dann die erste Performance «Summer’s destillation» statt. Das Ganze wird dann am 19. August wiederholt», erklärt Fluri.