Amtsgericht

Sexualstraftäter William W. steht heute wieder vor Gericht

William W. steht heute erneut vor Gericht. (Archiv)

William W. steht heute erneut vor Gericht. (Archiv)

Am Donnerstag muss sich der rückfällige Sexualstraftäter William W. vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten. Ihm werden drei Vergehen im Jahr 2018 vorgeworfen.

Heute Donnerstag beginnt vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen der Prozess gegen den rückfälligen Sexualstraftäter William W. Der Vorwurf: sexuelle Handlungen mit einem Kind in drei Fällen, begangen zwischen Juli und November 2018 sowie sexuelle Nötigung und mehrfache Schändung. Die Staatsanwaltschaft hatte Ende 2019 Anklage erhoben.

Folgenschwerer Entscheid im Jahr 2014

Der Fall William W. beschäftigt die Justiz seit Jahren. Bereits in den 1990er-Jahren war W. wegen Sexualdelikten verurteilt worden. 2006 landete er wegen der Vergewaltigung einer Achtjährigen abermals im Gefängnis. Es folgte eine jahrelange stationäre Behandlung in geschlossenen Einrichtungen. 2014 standen die Behörden vor der Wahl, die Verwahrung zu beantragen oder die stationäre Behandlung um fünf Jahre zu verlängern.

Das Richteramt Olten-Gösgen entschied sich für Letzteres, weil es aufgrund positiver Therapietendenzen die Durchsetzbarkeit der Verwahrung für wenig aussichtsreich hielt. Die Beschwerdekammer des Obergerichts hob das Urteil indes auf und machte damit den Weg frei für seine Entlassung aus der Haft. Der Antrag auf Verwahrung war danach aus verfahrenstechnischen Gründen nicht mehr möglich.

Behörden handelten richtig

Wieder auf freiem Fuss, zeigte William W. wenig Interesse an der Kooperation in Therapiefragen. Mehr noch, er lehnte eine aktive Auseinandersetzung mit der diagnostizierten pädophilen Störung ab. Auf Empfehlungen von Fachpersonen ging er nicht ein und eröffnete im Oktober 2018 ein Restaurant in Olten. Im November 2018 wurde W. erneut verhaftet, weil er mit drei Kindern sexuelle Handlungen vorgenommen haben soll. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Die verschiedenen Vorfälle führten dazu, dass sich auch die Politik mit dem Fall des Sexualstraftäters beschäftigte. Der Regierungsrat gab eine Administrativuntersuchung in Auftrag. Diese kam zum Schluss, dass die zuständigen Behörden stets richtig gehandelt hätten. Trotzdem soll eine Gesetzesänderung künftig verhindern, dass Straftäter ohne Sanktionsmöglichkeit in die Freiheit entlassen werden müssen.

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