Amtsgericht
Sexualdelikte mit Minderjährigen: Amtsgericht verhängt gegen 24-Jährigen eine unbedingte Strafe

Ein junger Mann wird vom Amtsgericht Olten-Gösgen wegen mehrerer Sexualdelikte mit Minderjährigen schuldig gesprochen.

Noël Binetti
Merken
Drucken
Teilen
Der Mann wurde auch wegen mehrfacher Pornografie verurteilt. (Symbolbild)

Der Mann wurde auch wegen mehrfacher Pornografie verurteilt. (Symbolbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Der schwerste Vorwurf der Anklage – Vergewaltigung – sieht das Gericht nicht als bewiesen an. Anfang September fand am Amtsgericht Olten-Gösgen während zweier Tage die Hauptverhandlung statt. Einem heute 24-Jährigen aus der Region wurden von der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn mehrere Sexualdelikte zur Last gelegt.

Im Zeitraum von 2015 bis 2018 habe er sich an bis zu acht Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren strafbar gemacht. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von 6 Jahren und 8 Monaten und eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen à 100 Franken, dazu eine ambulante Therapie, Bewährungshilfe und ein Tätigkeitsverbot. Die Verteidigung beantragte vom Gericht, unter Berücksichtigung einer attestierten unreifen Persönlichkeitsakzentuierung ihres Mandanten, eine auf zwei Jahre bedingte Bewährungsstrafe und eine ambulante Therapie, kombiniert mit Bewährungshilfe.

Der Mann war in Teilen der Anklage geständig. Bei etlichen Vorwürfen gab er jedoch an, sich nicht mehr an die abgespielten Abläufe erinnern zu können. Nun hat das Gericht den Parteien das Urteil unterbreitet. Es spricht den Angeklagten in mehreren Punkten im Sinne der Anklage schuldig: Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern und der Versuch dazu, mehrfache Pornografie und der Versuch dazu, mehrfache Nötigung und der Versuch dazu sowie mehrfaches Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder. Beim letzten Punkt handelt es sich um Zigaretten.

Gericht bewegt sich auf Mittelweg der Forderungen

Aus diesen Straftatbeständen ergibt sich für das Gericht folgendes Strafmass: Drei Jahre und dreieinhalb Monate, unbedingt. Dazu eine Geldstrafe von 220 Tagessätze à 30 Franken. Weiter verlängert das Gericht die anstelle von Untersuchungs- und Sicherheitshaft angeordneten Ersatzmassnahmen in Form von Kontaktverboten zu den Geschädigten um sechs Monate. Das Gericht verhängt zudem eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme in Form einer forensisch-psychiatrischen Psychotherapie. Weiter spricht es für den Beschuldigten ein zehnjähriges Tätigkeitsverbot mit begleitender Bewährungshilfe aus. In dieser Zeit darf der Mann weder beruflich noch privat eine Tätigkeit ausüben, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst.

Zusätzlich hat er die angelaufenen Gerichts- und Verfahrenskosten zu tragen. Diese belaufen sich auf rund 49000 Franken. Dem Mann werden 44 Tage Untersuchungshaft sowie 20 Tage für die Ersatzmassnahmen an das Strafmass angerechnet. Das Gericht hat entschieden, verschiedene beschlagnahmte Datenträger und einen Dropbox-Account zu vernichten respektive zu löschen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, und eine schriftliche Begründung durch das Amtsgericht steht noch aus. Wie das Gericht auf Anfrage mitteilt, hat die Verteidigung bereits Berufung angemeldet. Das Urteil wird der nächsten Instanz, dem Obergericht, zur Neubeurteilung vorgelegt.