Es regnete nur einmal: Nämlich vom Samstagmorgen bis Sonntagabend. Ununterbrochen. Unter diesen Voraussetzungen sind die 20'000 Besucher, welche die Organisatoren meldeten, zwar kein Rekord, aber eine spektakuläre Zahl. OK-Präsident Erwin Flury findet jedenfalls eine positive Sicht der Dinge: «Ich bin selber überrascht, wie wetterfest die Leute sind.»

Samstag und Sonntag verregnet, das habe es bisher noch nie gegeben. Flury ist überzeugt, dass das Wetter auch eine gewisse Filterfunktion hatte. «Wer trotz des Regens gekommen ist, interessiert sich wirklich für die Messe und unsere Aussteller. Deshalb habe ich bisher ein gutes Feedback erhalten.»

Bike Days 2017

Impressionen von den Bike Days 2017 in Solothurn

  

Das Volksfest habe aber durchaus seine Berechtigung, meint Flury. «Wir wollen dadurch neue Leute für das Bike interessieren. Das beginnt mit den kleinen Kindern, die auf dem Laufrad ihre Runden drehen und die grossen Rennfahrer bewundern. Sie sind die Kunden der Zukunft.
Auch der sportliche Teil litt unter dem Regen.

Am Freitagabend war es noch sehr schön und am Samstagmorgen immerhin noch einigermassen trocken. So konnten die Dirtjumper wenigstens einen Sprung absolvieren. Aber dann musste das Spektakel mit den auf den BMX-Velos durch den Schanzengraben fliegenden Männern aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Schlammschlacht-Bikerennen

«Dafür war die Reithalle immer voll besetzt und die Stimmung bei den Flatlandern war super», sagte Erwin Flury. Schade sei dagegen, dass die Holzbahn im Minidrome geschlossen werden musste, weil sie wegen des Regens zu rutschig war. Die Bikerennen arteten vor allem am Sonntag zur Schlammschlacht aus. Wer sich ans Hinterrad eines Konkurrenten heften wollte, bekam so viel Dreck ins Gesicht geschleudert, dass ihn am Ende nicht einmal mehr seine eigene Mutter erkennen konnte.

Obwohl die Velos nicht ganz so schön aussehen, wenn sie regennass sind, waren die neusten Trends an der Messe deutlich zu erkennen. Die Reifen der Mountainbikes sind noch einmal dicker geworden und die Batterien der E-Bikes haben weiter an Leistung zugelegt. Die Summe der beiden Tendenzen: E-Mountainbikes mit extrem dicken Rädern, die viel Grip bieten, sind der absolute Renner. Trotz hohem Reibungswiderstand kommt man damit jeden Berg hoch und man kann sich auf den Fahrspass konzentrieren.

Bike als Statussymbol

Solche Bikes sind aber nicht billig und das Fahrrad wird zum Statussymbol. Glänzender Chrom und sogar vergoldete Speichen waren an verschiedenen Ständen zu sehen. Die Preiskategorie 5000 Franken und mehr ist mittlerweile weit verbreitet. Zu diesem Thema hat das Gottlieb Duttweiler Institut unter dem Titel «Der nächste Luxus» bereits 2014 eine Studie verfasst.

Diese kommt unter anderem zum Schluss, dass man heute nicht mehr mit einem teuren Auto angibt, sondern mit seiner sportlichen Fitness. Und so wird das mit der neusten Technik ausgestattete Velo immer mehr zum modernen Statussymbol, das beweist, dass man es sich leisten kann, seine Träume zu verwirklichen.

Rund 250 Helfern standen am Grossanlass im Einsatz und sie müssen nun noch das nasse Material abräumen. Unter ihnen ist auch ein prominentes Gesicht: Die frühere Weltklasse-Bikerin Nathalie Schneitter aus Lommiswil arbeitet seit Oktober für die Bike Days und ist neu verantwortlich für den Expo-Teil. «Ihre Begeisterung und Leidenschaft sind für die Bike Days extrem wertvoll», lobt Organisator Erwin Flury. «Und mit Nathalie unterstreichen wir auch unsere lokale Verankerung.»

Und im nächsten Jahr gibts bereits ein Jubiläum zu feiern: Die 10. Bike Days werden vom 4. bis 6. Mai 2018 durchgeführt.