«Die Schliessung des Hotels Weissenstein für ein Jahr hat uns auf dem falschen Fuss erwischt», räumt Verwaltungsratspräsident Urs Allemann gleich zu Beginn der Generalversammlung ein. Für Geschäftsleitung und Verwaltungsrat sei schnell klar gewesen: ein Ersatz-Beizli muss her – denn die Seilbahn bleibt trotz des Umbaus wie gewohnt in Betrieb.

So verwandelten Handwerker und Seilbahnmitarbeiter den Betonbunker in der Bergstation innerhalb eines Monats in ein kleines Restaurant mit Alphüttencharme. Das «Seilbahn-Beizli» bietet Platz für 50 Personen und lädt bereits am Pfingstmontag zur Eröffnungsfeier ein. Auch der Ausblick von der Hotelterrasse bleibe den Besuchern in dieser Zeit möglich.

Dieser «Parforceeinsatz», wie Allemann es nannte, sei nur dank der breiten Unterstützung und der spontanen Spende von 15'000 Franken durch die Gemeinde Oberdorf möglich gewesen.
Die Versammlung mit den knapp 200 Aktionären fand im Restaurant Sennhaus statt, welchem das «Seilbahn-Beizli» nicht zur Konkurrenz werden könne, wie Urs Allemann betonte. «Wir haben halt nicht so einen grossen Saal wie ihr». Was nach dem Umbaujahr mit der Ersatz-Beiz passiert, ist noch nicht geklärt.

Neues Hotel, neue Gondeln

«Wenn nicht jetzt, wann dann?», stellte Urs Allemann die rhetorische Frage und sprach damit die Kapazitätserhöhung der Gondelbahn an. Denn auch an der Anschaffung der 16 neuen Gondeln ist der Umbau des Hotels nicht ganz unschuldig. Ein Hotel in dieser Grösse werde zweifellos Aktivitäten anbieten, was die Destination Weissenstein noch attraktiver mache.

Sprich: man rechnet mit mehr Besuchern. Die Bahn ist laut Allemann für die Kapazität von 1200 Personen pro Stunde konzipiert und konzessioniert, «was aber nicht heisst, dass nicht wieder ein Bewilligungsmarathon ansteht».

Zudem müsse die Gondelgarage vergrössert, die Geschwindigkeit beim Einstieg und die Steuerung der Bahn angepasst werden. Die SWAG plant, im Herbst mit den Umbauarbeiten zu starten und frühestens Ende Jahr – spätestens aber nächsten Frühling – die neuen Gondeln in Betrieb nehmen zu können.

«Wir befinden uns also in einem Übergangsjahr», fasste Allemann zusammen. Man blicke aber zuversichtlich auf die kommenden Entwicklungen. Dies tun offensichtlich auch die drei Hauptsponsoren AEK Energie, Baloise Bank und GAW, welche die Seilbahn nach den ersten fünf Jahren für weitere zehn Jahre unterstützen werden.

Die Millionenmarke geknackt

Knapp 297'000 Personen transportierte die Seilbahn letztes Jahr auf den Berg, darunter auch den millionsten Fahrgast seit Inbetriebnahme. Insgesamt kann die SWAG auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, die Geschäftszahlen lagen leicht über dem Budget.
Dieses Jahr hingegen sorgte schlechtes Wetter für einen missglückten Start.

«Die Umsatzzahlen sind bis jetzt noch nicht so berauschend.» Man müsse zufrieden sein, wenn die SWAG das Jahr 2018 im Rahmen des Budgets abschliessen könne, so Allemann. Aber so sei das eben mit den Kapriolen des Wetters, «diese werden auch in Zukunft einen erheblichen Einfluss auf unseren Geschäftserfolg haben».