Kanton Solothurn
Sektionschefs müssen abtreten – und niemand scheint es zu stören

Eine Ära endet: Per April 2016 wird der Verein der Solothurner Sektionschefsaufgelöst. Die nahezu 80 Mitglieder nahmen das ohne Wortbegehren hin.

Max Flückiger-Scherrer
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Sektionschef-Präsident Hans-Peter Jeker (links) ernannte Stefan Schaad (Laupersdorf, Mitte) und Urs Leimgruber (Rickenbach) zu Eidgenössischen Veteranen.

Sektionschef-Präsident Hans-Peter Jeker (links) ernannte Stefan Schaad (Laupersdorf, Mitte) und Urs Leimgruber (Rickenbach) zu Eidgenössischen Veteranen.

Nochmals versammelten sich die fast 80 noch amtierenden, nebenamtlichen Sektionschefs des Kantons Solothurn am Wochenende. Ihre Ära endet bald, wie ihnen Regierungsrätin Esther Gassler die «ganz grosse, einschneidende Reform, die Verkleinerung der Sektionschef-Ämter» nochmals erläuterte. Künftig werden sechs Mitarbeitende (total zweihundert Stellenprozent) beim Kanton in Teilzeit angestellt, verteilt auf alle Amteien. Diese Teilzeitpensen werden neu ausgeschrieben.

Wie die Militärdirektorin unter anderem ausführte, sah sie «eine andere Lösung, aber man müsse dem politischen Druck nachgeben». Neu werden die Aufgaben der Sektionschefs in den Amteien ausgeführt. Das grosse Bestreben ihrerseits sei, «dass der Service gut geleistet werde». Um dies zu gewährleisten, brauche es ein fundiertes Grundwissen dieser neuen Amtsträger. Zum Schluss zeigte sich die Militärdirektorin überzeugt, dass alle Sektionschefs das Amt bis zum Schluss gut ausüben.

Kreiskommandant Ochsner: «Qualität behalten»

Im Anschluss an die Militärdirektorin schilderte Kreiskommandant Diego Ochsner den Versammelten das weitere Vorgehen bis zur Stellenaufhebung. Die Ausgangslage bildeten der politische Sparauftrag und die dazu notwendigen Massnahmen. Zu berücksichtigen waren unter anderem die gesetzgeberische und die personalrechtliche Seite; die Sektionschefs sind vom Regierungsrat gewählte nebenamtliche Funktionäre. So war es notwendig, durch einen Regierungsrats-Beschluss vorerst die Verordnung über das Sektionschefwesen aus dem Jahr 1969 ausser Kraft zu setzen.

Vereinsauflösung beschlossen

Mit schmissigen Stücken eröffnete die Musikgesellschaft Lüterswil, unter der Stabführung von Urs Güdel, die Jahresversammlung in der Mehrzweckanlage in Lüterkofen-Ichertswil – in Anwesenheit der Ehrenmitglieder und von Kantonsratspräsident Ernst Zingg (Olten), ebenso wie Lüterkofens Gemeindepräsident Roger Siegenthaler sowie Bürgergemeindepräsident Daniel Furrer. Gemeindepräsident Siegenthaler stellte mit launigen Worten den Tagungsort vor. Für die Organisation zeichnete Sektionschef André Glutz verantwortlich, und die Männerriege Lüterkofen sorgte für das leibliche Wohl. Die statutarischen Geschäfte wickelte Vereinspräsident Hans-Peter Jeker (Bärschwil) zügig ab. Dem Antrag auf Vereinsauflösung per Ende April des kommenden Jahres wurde ohne ein Wortbegehren zugestimmt. Mit einem würdigen Abschluss will man die 116-jährige Vereinstätigkeit beenden.

Für 25-jährige Amtstätigkeit geehrt wurden: Anita Banz (Oensingen), Markus Baumgartner (Büren SO) und Felix Oeggerli (Neuendorf). Zwei Sektionschefs wurden für 30 Dienstjahre zu Eidgenössischen Veteranen ernannt.

«Kümmern – bevor es Kummer macht»

Als Gastreferent berichtete Divisionär Hans-Peter Kellerhals, der Kommandant der Territorial-Region 4, über die Aufgaben und Verantwortung «seiner Truppe»; die zuständig ist für die sieben Ostschweizer Kantone (Zürich, Glarus, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen und Thurgau).

Der 1956 geborene Kellerhals (Bürger von Hägendorf) sieht es als Aufgabe «seiner Truppe», unter anderem Gefahren und Risiken – zum Beispiel Hochwasser – zu erkennen und notwendige Massnahmen vorzusehen. Die Armee habe die Mittel! So sei es auch wichtig, dass die Truppe die intensive Zusammenarbeit mit den zivilen Partnern (etwa Zivilschutz, Feuerwehr, oder Gesundheitswesen) üben könne. Es gelte, sich um die Sicherheit zu kümmern, bevor ein Ereignis dann Kummer mache, meinte Kellerhals.