Jubiläum

Seit 25 Jahren gibt es schon «Das andere Lager»

Mit einem Festakt im HESO-Zelt wurde das 25-Jahr-Jubiläum der Institution Das andere Lager gefeiert – und zugleich eine neue Trägerorganisation aus der Taufe gehoben.

Am Anfang stand ein im Jubiläumsjahr 1991 vom Panathlonclub Solothurn durchgeführter Lauf, dessen Erlös für das erste Andere Lager in Tenero verwendet wurde. Die Idee, so blendete Bruno Huber (Grenchen) zurück: Beeinträchtigte Kinder und Jugendliche sollen mit nicht beeinträchtigten Gleichaltrigen gemeinsam eine Woche mit Spiel und Sport erleben. Der Wunsch war, etwas Nachhaltiges zu machen, und der Erfolg des ersten Lagers rief nach einer Fortsetzung.

Inzwischen hat es 25 solche Lager gegeben – in Tenero, am Schwarzsee, in Willisau und jüngst in Melchtal. Und zwar ohne einen grösseren Unfall. «Einer der Jungs wollte bei einer Velotour unbedingt zuvorderst fahren. Ich rief ihm jeweils vor dem Abbiegen links oder rechts zu. Doch er bog immer auf die verkehrte Seite ab, also gab ich die Befehle auch seitenverkehrt», so eine der Lageranekdoten von Huber.

Landammann Roland Fürst überbrachte die Grüsse der Regierung und gab seiner Freude Ausdruck, dass die Idee tatsächlich zu einem nachhaltigen Erfolg geführt hat. «Die Stärkeren helfen den Schwächeren und so ist dies eigentlich das grösste Integrationsprojekt des Kantons». Ähnlich lobte auch Festredner Werner Hunziker. In diesen Lagern verwischten sich die Grenzen zwischen Beeinträchtigten und Nichtbeeinträchtigen, wenn dann ein Mensch im Rollstuhl plötzlich besser sei als ein unbehinderter Jugendlicher. «Die Lagerverantwortlichen sind Macher und nicht Verfasser von theoretischen Texten.»

Der «Lager-Papi» geht

Ehrungen für verdiente Lagerleiterinnen und Lagerleitern folgte die Verabschiedung von Bruno Huber. Vom Landammann als «Vater, Motor und Spiritus Rector des Lagers» genannt, möchte sich Huber nach 25 Jahren zurückziehen. Zu diesem Zweck durfte der Moderator des Anlasses, Dominic Dornbierer, eine hölzerne Sitzbank enthüllen. Es ist zwar kaum anzunehmen, dass sich Huber dort einfach zur Ruhe setzen wird. Als Ehrenpräsident des neu zu gründenden Vereins wird er dem Unternehmen weiterhin verbunden bleiben. Hatte bisher der Panathlonclub quasi als Pate die Lagerverantwortlichen begleitet, soll nun der Verein «Das Andere Lager» gegründet werden. Roland Stampfli als Vertreter des Panathlonclubs wurde die bisherige Unterstützung verdankt.

Ein professionell hergestellter Kurzfilm über das letzte Lager und eine «Modeschau» mit den 25 bisherigen T-Shirts rundeten den Festakt ab. Unter den im Festzelt anwesenden Lagerteilnehmern war beim Betrachten des Films manches «lueg!» oder die Nennung eines Namens zu hören.

Dem Vorstand des neuen Vereins gehören an: Melissa Aerni, Andrea Beer, Christoph Büschi, Dominic Dornbierer, Silvan Riccio und Sylvia Sailer. Sie werden dafür sorgen, dass sich die Zahl der 400 Beeinträchtigten, 300 Helfern und 1200 Schülern der bisherigen Lager erhöhen wird.

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