Auszeichnung

Seilbahn Weissenstein erhält Tourismuspreis des Kantons Solothurn

Die im Dezember 2014 eröffnete neue Gondelbahn auf den Weissenstein ist am Montagabend mit dem Tourismuspreis Kanton Solothurn 2017 ausgezeichnet worden.

«Das ist eine Anerkennung für die Arbeit und den Durchhaltewillen aller Beteiligten, um die Bahn auf den Solothurner Hausberg zu realisieren.» So freute sich am Montag Urs Allemann, Verwaltungsratspräsident der Seilbahn Weissenstein AG, über die Verleihung des Tourismuspreis Kanton Solothurn 2017.

Die Gondelbahn sei zentral für die Entwicklung der ganzen Region auf den Jurahöhen. «Der Erfolg der Bahn zeigt, dass der Kampf für die neue Erschliessung auf den Weissenstein keine Zwängerei war.»

Der Preis wurde im Hotel Balsthal in Balsthal vor rund 100 Gästen durch Walter Straumann, Präsident von Kanton Solothurn Tourismus verliehen.

Die Vertreter der Seilbahn Weissenstein AG freuen sich über den Tourismuspreis Kanton Solothurn 2017 (v.l.): Beat Herzig, Verwaltungsrat, Konrad Stuber, Geschäftsführer, Urs Allemann, VR-Präsident, und Rolf Studer, Vizepräsident.

Die Vertreter der Seilbahn Weissenstein AG freuen sich über den Tourismuspreis Kanton Solothurn 2017 (v.l.): Beat Herzig, Verwaltungsrat, Konrad Stuber, Geschäftsführer, Urs Allemann, VR-Präsident, und Rolf Studer, Vizepräsident.

Viele «hochkarätige Projekte»

Die Wahl der Gewinnerin sei anspruchsvoll gewesen, sagte der oberste Touristiker im Kanton. Denn alle 15 eingereichten Projekte seien «hochkarätig» gewesen, insbesondere die drei Nominierten. Aber ein Projekt, eben die neue Gondelbahn, sei volkswirtschaftlich von besonderer Bedeutung. «Die Erschliessung des Hausberges wird eine nachhaltige Wirkung entfalten und zu neuen, ergänzenden Angeboten führen», ist Straumann überzeugt. Zudem honoriere die Auszeichnung auch die Ausdauer, die Geduld sowie das geschickte Vorgehen der Verantwortlichen im endlosen Verfahren – und das Ganze habe auch viel Geld gekostet.

Ausdauer war in der Tat gefragt. Nach der Stilllegung der altehrwürdigen Sässelibahn von Oberdorf auf den Weissenstein am 1. November 2009 war der Berg im Winter nur noch zu Fuss erreichbar. «Nach langem Kampf auf juristischer und politischer Ebene erfolgte nach fünf Jahren am 20. Dezember 2014 die Jungfernfahrt der neuen Bahn», blickte Jürgen Hofer, Geschäftsführer Kanton Solothurn Tourismus, zurück. «Die neue 6er-Gondelbahn brachte neues Leben auf den Solothurner Hausberg.»

Die Jury habe die Investition in die Bahn – Kostenpunkt rund 26 Millionen Franken – als mutig bezeichnet. Die ersten beiden Betriebsjahre hätten bewiesen, dass es möglich sei, eine Seilbahn auch ausserhalb der klassischen Winterspotdestinationen rentabel betreiben zu können.

2015, im ersten ganzen Geschäftsjahr, zählte die Bahn über 417'000 Zutritte. Der Betriebsertrag lag bei 3,45 Millionen Franken und das Betriebsergebnis erreichte 2,1 Millionen Franken. Unter dem Strich resultierte ein stolzer Gewinn von 389'000 Franken. Im vergangenen Jahr haben sich sowohl Frequenzen wie auch der Umsatz deutlich zurückgebildet.

Es wurden 295 000 Zutritte registriert, der Betriebsertrag sank um ein Drittel auf 2,45 Millionen Franken und das Betriebsergebnis hat sich auf rund 1 Million Franken halbiert. Der Jahresgewinn ging dagegen nur wenig zurück auf 323'000 Franken.

Der Rückgang wird auf mehrere, unbeeinflussbare Faktoren zurückgeführt. 2015 sei wettermässig ein Glücksfall gewesen. So habe man im Januar und Februar von besten Schneeverhältnissen profitiert, welche das Schlittenfahren bis ins Tal erlaubten. Danach seien ein Rekordsommer und ein meteorologisch wunderbarer Herbst gefolgt. Im Gegensatz dazu habe man 2016 praktisch nie Schlitteln können. «Wir hatten während vier Monaten äusserst schlechtes Wetter für den Bahnbetrieb», erläuterte Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein AG. Hinzu habe im zweiten Betriebsjahr der sogenannte Neuheitseffekt gefehlt. Dieser mache erfahrungsgemäss doch rund 15 Prozent der Fahrgäste aus. Der Start ins laufende Jahr sei indes wieder besser ausgefallen.

Velodrome und Schriftstellerweg

Ebenfalls nominiert für den Tourismus waren das Tissot Velodrome in Grenchen und der Schweizer Schriftstellerweg in Olten. Die riesige, multifunktionale Halle in Grenchen hat sich in kurzer Zeit zum nationalen Radsportzentrum mit internationaler Ausstrahlung entwickelt. Der aus dem Projekt «Olten LiteraTour Stadt» entstandene Schriftstellerweg umfasst unter anderem drei grosse Touren mit Hörstationen, an welchen jeweils acht Geschichten von Alex Capus, Franz Hohler und Pedro Lenz an Hörstationen gelauscht werden können. Die Audiotour lockt viele Gäste nach Olten. Die insgesamt drei nominierten Projekte für den Tourismuspreis sind in der heutigen Wirtschaftsbeilage «SOEconomy» näher vorgestellt.

Der mit 5000 Franken dotierte Tourismuspreis Kanton Solothurn wurde dieses Jahr zum fünften Mal vergeben. Er wird für ein herausragendes, touristisches Projekt oder für das Lebenswerk von Persönlichkeiten verliehen. Er basiert auf einer Partnerschaft von Kanton Solothurn Tourismus, Hotellerie Bern + Mittelland, der Baloise Bank SoBa und der Solothurner Zeitung. Die Jury besteht aus Andrea Portmann, Direktorin Aargau Tourismus, René Misteli, Mitglied der Geschäftsleitung der Ausgleichskasse Kanton Solothurn und Thomas Allemann, Mitglied der Geschäftsleitung Hotelleriesuisse.

«Hat Daseinsberechtigung»

«Zwar ist der Kanton Solothurn kein klassischer Tourismuskanton. Trotzdem hat der Tourismus eine Daseinsberechtigung», erklärte Landammann Remo Ankli in seiner Grussbotschaft. Die Verleihung des Tourismuspreises stärke die Bemühungen der Branche.

Der Wettbewerb ermögliche es den Regionen, sich in einem attraktiven Rahmen präsentieren zu können. «Alle Projekte, nicht nur die Gewinnerin, werden wahrgenommen.» Gerade das Beispiel Seilbahn Weissenstein zeige, so der Regierungsrat, dass touristische Bemühungen durchaus «Strahlkraft über die Grenzen hinaus haben können».

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