Jugendanwaltschaft

Schwere Fälle der Jugendgewalt reissen nicht ab

Die Fälle von Jugendgewalt sanken leicht.

Die Fälle von Jugendgewalt sanken leicht.

2011 gab es deutlich weniger Fälle für die Solothurner Jugendanwaltschaft - allerdings nur, was leichtere Delikte betrifft. Nur leicht rückläufig sind die schwereren Fälle: Die Zahl von Verbrechen ging nämlich nur von 368 auf 343 zurück.

Diese Bilanz zieht Bruno Hug, scheidender Leiter der Jugendanwaltschaft für 2011. Insgesamt gingen 1123 neue Fälle ein, 179 weniger als 2010 zuvor. Bereits in den letzten Jahren wurden stets rückläufige Fallzahlen vermeldet. Total wurden im letzten Jahr 891 (Vorjahr 1039) Strafen ausgesprochen: 147 (204) Verweise, 249 (266) Verpflichtungen zu persönlichen Arbeitsleistungen, 62 (74) Freiheitsentzüge sowie 357 (432) Bussen.

Bei den Gewaltdelikten sind unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten: Mehr oder weniger rückläufig waren gemäss Jugendanwalt Hug Tätlichkeiten (30/41), Drohung/Nötigung (28/33)und Raub, während Körperverletzungen/Angriff/Raufhandel mit 30 Fällen gleich blieben.

Gegenüber den letzten beiden Vorjahren (9, 7 Fälle) nahm die Zahl sexueller Übergriffe auf 10 zu. Augenfällig sind rückläufige Zahlen rund um Drogendelikte: Fälle von Drogenhandel wurden 3 (23) und solche wegen Drogenkonsums 89 (150) registriert. Widerhandlungen gegen das Waffengesetz wurden 18 (17) verzeichnet.

60 Jugendliche in Institution

Insgesamt wurden von der Jugendanwaltschaft 60 (53) Jugendliche für eine unterschiedlich lange Zeit in Institutionen untergebracht. Ausserdem wurden in 34 (42) Fällen Untersuchungs- und Sicherheitshaften für Jugendliche angeordnet.

Die Jugendanwaltschaft ist zuständig für Jugendliche mit Wohnsitz im Kanton, die im Alter zwischen 10 und 18 Jahren eine Straftat begangen haben. Per Ende Februar geht Jugendanwalt Bruno Hug - seit 1. Juni 1990 im Amt - in Pension. Nachfolgerin ist seine bisherige Stellvertreterin Barbara Altermatt. Zu deren Stellvertreter ist diese Woche Michael Studer (Solothurn) vom Kantonsrat einstimmig gewählt worden. (ums.)

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