SChweizer Salinen
Kanton Solothurn verbraucht im schneereichen Januar 30 Mal mehr Streusalz als im Vorjahr

Während Tagen hatte der Schnee das Mittelland unter sich begraben. Jetzt ist vorerst Schluss damit, Zeit für eine kurze Zwischenbilanz. Die Schweiz hat im Januar zehn Mal so viel Salz auf ihren Strassen verteilt wie im Vorjahr, Solothurn 30 Mal so viel. So steht es um die nationalen Salzreserven.

Sébastian Lavoyer
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Diesen Monat gab es viel Schnee zu räumen.

Diesen Monat gab es viel Schnee zu räumen.

Bruno Kissling

In Rheinfelden herrscht Hochbetrieb. Die Lastwagen stehen kaum still vor dem nationalen Streusalzlager der Schweizer Salinen, denn die Schweiz lechzt nach Salz für ihre Strassen. Fast einen halben Meter hoch lag der Schnee im Januar - und zwar bis in die Niederungen, bis ins Mittelland. Ohne Salz ist ein einigermassen flüssiger Verkehr bei solchen Verhältnissen undenkbar. Und selbst mit kam unser Verkehrssystem an seine Grenzen.

1460 Tonnen Salz verstreuten die Schneeräumfahrzeuge auf dem 609 Kilometer langen Solothurner Kantonsstrassennetz im ablaufenden Monat. Das ist rund 30 Mal mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Daneben gibt es aber natürlich auch noch Gemeinden, die Salz streuen. Insgesamt habe man diesen Januar 2550 Tonnen Salz nach Solothurn geliefert, teilen die Schweizer Salinen mit. Im Vergleich zu 200 Tonnen 2020.

Die Streusalzreserven in den Lagern Schweizer Salinen in Rheinfelden sind im Januar massiv zusammengeschrumpft. Von ursprünglich rund 200'000 Tonnen sind derzeit noch 120'000 Tonnen übrig. Doch keine Sorge: Es wird rund um die Uhr Nachschub produziert. Die Schweiz könnte also problemlos noch ein zweites Mal im Schnee versinken.

Die Streusalzreserven in den Lagern Schweizer Salinen in Rheinfelden sind im Januar massiv zusammengeschrumpft. Von ursprünglich rund 200'000 Tonnen sind derzeit noch 120'000 Tonnen übrig. Doch keine Sorge: Es wird rund um die Uhr Nachschub produziert. Die Schweiz könnte also problemlos noch ein zweites Mal im Schnee versinken.

Kilian J. Kessler / Aargauer Zeitung

Schweizweit hat sich der Absatz von Streusalz im Vergleich zum Januar 2020 verzehnfacht - von 9000 auf 90'000 Tonnen! Seit Winterbeginn im November haben die Schweizer Salinen schon gleich viel Salz ausgeliefert wie im gesamten letzten Winter (120'000 Tonnen). Dabei muss bemerkt werden, dass der vergangene Winter der mildeste seit der Jahrtausendwende war. Nicole Riethmüller, Mediensprecherin der Schweizer Salinen, sagt:

«In den letzten 15 Jahren schwankte der Auftausalzabsatz von den historisch tiefen 120'000 Tonnen bis zu rund 360'000 Tonnen im Jahr 2010.»

Jährlich fördern die Schweizer Salinen an den drei Standorten Riburg AG, Schweizerhalle BL und Bex VD rund 600'000 Tonnen - was etwas mehr als einer Tonne pro Minute entspricht. Der Hauptteil der Produktion landet auf unseren Strassen. Weitere wichtige Abnehmer sind die Industrie, die Landwirtschaft, die Gastronomie, die Pharmabranche und natürlich die Privathaushalte mit ihren Salzstreuern.

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Bruno Kissling

Die grosse Herausforderung für die Salz-Verteiler der Nation besteht nun darin, genau diesen Nachfrage-Schwankungen im Bereich des Auftausalzes Herr zu werden. «Da fallen die Veränderungen im Speisesalzkonsum kaum ins Gewicht», sagte Salinen-CEO Christoph Hofmeier, übrigens ein Solothurner, einst im Interview mit der «Solothurner Zeitung».

Wichtigstes Instrument in der Handhabung dieser markant schwankenden Nachfrage sind die strategischen Mehrjahreslager, die sogenannten Saldome 1 und 2, in Rheinfelden. Mediensprecherin Riethmüller sagt: «Die Lager sind jeweils zum Winterbeginn mit rund 200'000 Tonnen gefüllt und die Salinen produzieren 24/7 weiter.»

Neben dem zentralen Lager in Rheinfelden setzt die Schweiz zur Sicherung ihres Salz-Bedarfs auf mittelgrosse Lager in einigen Kantonen und den grösseren Städten sowie kleinen Silos in den einzelnen Gemeinden, wo jeweils Reserven für mehrere Tage gelagert werden. Diese dezentralen Lager fassen noch einmal rund 150'000 Tonnen, was insgesamt zu Reserven von 350'000 bis 400'000 Tonnen entspricht. Das reicht also selbst für einen ganz strengen Winter.

Die Schweizer Salinen können rund 7000 Tonnen Salz pro Tag ausliefert werden

Doch selbst volle Lager bringen nichts, wenn das Salz dann nicht innert Kürze dort ist, wo Schnee und Eis den Strassenverkehr beeinträchtigen. Die Logistik ist also gerade in Extremsituationen von zentraler Bedeutung. «Darauf sind wir vorbereitet, wir können pro Tag rund 7000 Tonnen auf Lastwagen und Bahn verfachten», sagt Riethmüller.

Und weil die Schweizer Salinen im Besitz der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein sind, bezahlen alle gleich viel für den Transport, unabhängig ob das Salz nun im Mittelland auf den Autobahnen landet oder auf der Bergstrasse im Graubünden.

Zwar sind die Temperaturen jetzt wieder milder, der Schnee ist vielerorts passé. Trotzdem können die Salz-Meister in Rheinfelden nicht die Füsse hochlagern. Riethmüller sagt:

«Wir sind darauf vorbereitet, dass der Winter weitergeht und die Winterdienste für sichere Verkehrswege sorgen können.»

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