Konjunktur
Schweizer Exporte steigen, Solothurner hingegen sinken

Gegen den landesweiten Trend sind die Solothurner Warenausfuhren 2016 gesunken. Der Rückgang beträgt 0,9 Prozent.

Franz Schaible
Drucken
Teilen
Die Solothurner Industrie dreht langsamer; insbesondere die Maschinenbauer konnten laut Statistik 2016 deutlicher weniger als im Vorjahr exportieren.

Die Solothurner Industrie dreht langsamer; insbesondere die Maschinenbauer konnten laut Statistik 2016 deutlicher weniger als im Vorjahr exportieren.

hanspeter baertschi

Welch ein Gegensatz: Während die Exporte landesweit mit einem Plus von 3,8 Prozent auf knapp 211 Milliarden Franken einen neuen Rekordstand erreichten, sind die Warenausfuhren aus dem Kanton Solothurn um 0,9 Prozent gesunken. Eine Analyse der Zahlen zeigt, dass die gegenläufige Entwicklung primär auf die unterschiedliche Branchenstruktur zurückzuführen ist. Schweizweit ist das Plus alleine auf die Pharma- und Chemiebranche zurückzuführen, erklärt Christian Hunziker, stellvertretender Direktor der Solothurner Handelskammer.

Die boomende Branche liefert knapp 45 Prozent an die Gesamtausfuhren. Dagegen spiele die Branche im Kanton Solothurn nur eine untergeordnete Rolle. Ihr Anteil an den hiesigen Ausfuhren betrage lediglich 3,5 Prozent. Unter Berücksichtigung dieses Sondereffektes – Hunziker: «Dieser ist eindeutig» – ist das Gesamtresultat mit dem erwähnten Rückgang von 0,9 Prozent auf 5,2 Milliarden Franken zu relativieren.

Maschinen und Uhren leiden

Trotzdem. Zufrieden können die Exportfirmen mit dem Verlauf im abgelaufenen Jahr nicht sein. So kämpft die zweitwichtigste Solothurner Exportbranche – Maschinen, Apparate, Elektronik – mit Absatzschwierigkeiten auf den ausländischen Märkten. Die Ausfuhren sanken um über 8 Prozent. «Das ist ein heftiger Rückgang«, sagt Hunziker. Schweizweit zeigte die Branche auch eine Schwäche, aber immerhin konnte das Vorjahresergebnis gehalten werden. Und die im Solothurnischen stark vertretenen Uhrenhersteller und -zulieferer litten unter der globalen Absatzflaute.

Schweizweit gingen die Exporte der Zeitmesser um fast zehn Prozent zurück. Diese Entwicklung ist in den Solothurner Zahlen nicht ersichtlich. Die mit Abstand wichtigste Export-Warengruppe – Präzisionsinstrumente, Uhren, Bijouterie – konnte nämlich um 1,3 Prozent zulegen. Das Plus rühre daher, so Hunziker, weil in dieser Warengruppe eben auch Präzisionsinstrumente, insbesondere für die gut laufende Medtechindustrie, enthalten seien. Solothurner Zahlen für 2016 alleine für die Uhrenindustrie seien derzeit noch nicht erhältlich. Aber für Hunziker ist klar: «Auch die hiesige Uhrenbranche leidet unter der weltweiten Flaute.»

Was ist mit Nordamerika los?

Anlass zur Sorge gebe die Entwicklung nach Absatzmärkten. Nach Asien sind 2016 auch die Exporte nach Nordamerika gegen den landesweiten Trend deutlich zurückgegangen. Gründe dafür seien, so Hunziker, nicht offensichtlich. Positiv sei dagegen die Entwicklung der Ausfuhren nach Europa, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der Solothurner Wirtschaft. Diese haben trotz Frankenstärke um fast 3 Prozent zugelegt.

Für das laufende Jahr erwartet Hunziker keinen kräftigen Einbruch mehr, sondern eine Seitwärtsbewegung. Die Konjunkturaussichten in Europa und in den USA seien gut. Und auch der Schweizerische Uhrenverband sieht Morgenröte. «Die vorliegenden Daten deuten daraufhin, dass sich das Ergebnis 2017 stabilisieren wird.»