Jagd
Schwarzwild-Schäden nehmen zu – Jäger sorgen sich um Kosten

Schwarzwild-Schäden haben massiv zugenommen – die Jäger fürchten nun, dass ihr Hobby zu teuer werden könnte. An der Generalversammlung von RevierJagd Solothurn wurde die Situation eingehend diskutiert.

Rudolf Schnyder
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Präsident Bruno Born, der Wagenverantwortliche Kaspar Schlittler und Obmann Anton Pürro mit dem neuen Ausbildungs-Anhänger.

Präsident Bruno Born, der Wagenverantwortliche Kaspar Schlittler und Obmann Anton Pürro mit dem neuen Ausbildungs-Anhänger.

241 stimmberechtigte Jägerinnen und Jäger aus dem ganzen Kanton konnte Präsident Bruno Born in Mümliswil zur Generalversammlung von RevierJagd Solothurn begrüssen. Gastgeber der Generalversammlung waren der Hegering Thal und lokal das Revier 36.

«Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass die Jagd in den letzten Jahren an Akzeptanz gewonnen hat. Einerseits fallen die Umfragen zur Jagd positiv aus, andererseits werden kaum mehr Zwischenfälle wahrgenommen. In vielen Kantonen der Schweiz ist zudem die Anzahl Jungjäger im Steigen begriffen», erwähnte Bruno Born, Präsident von RevierJagd Solothurn. Im Kantonhaben sich für die Prüfung 2015 nicht weniger als 29 Anwärter gemeldet.

«Grobe Fehleinschätzung»

Auf die Pacht 2005-2012 wurde das Jagdgesetz dahingehend abgeändert, dass von den Schwarzwild-Schäden 50 Prozent von den Jagdgesellschaften zu bezahlen sind. Man ging damals davon aus, dass sich die Schäden gleichmässig auf die verschiedenen Reviere verteilen und man glaubte, dass die Schäden einzig vom Jagddruck abhängen würden. «Dies war eine grobe Fehleinschätzung, was längst befürchtet wurde, ist leider eingetroffen. In einigen Revieren sind die Schwarzwild-Schäden völlig aus dem Ruder gelaufen», bemerkte Bruno Born.

So hätten die vier Reviere Born, Froburg, Homberg und Lostorf für 2013 zusammen rund 75'000 Franken zu berappen. Gespräche hätten zudem ergeben, dass dem Verpächter, dem Kanton Solothurn, die gesetzlichen Mittel fehlen würden, um den Jagdgesellschaften entgegenzukommen. «Soll die Jagd im Kanton Solothurn eine Volksjagd bleiben, muss das Gesetz geändert werden, ansonsten wird es so weit kommen, dass nur Privilegierte es sich leisten können, einen Pachtvertrag für acht Jahre zu unterzeichnen, bei welchem die Kosten nicht abzuschätzen sind», folgerte Born.

Revision des Jagdgesetzes

Das gültige Jagdgesetz aus dem Jahre 1988 bedarf einer Überarbeitung. Der Vorstand ha die aus seiner Sicht wichtigsten Eckpunkte festgelegt. RevierJagd Solothurn möchte unter anderem die Beibehaltung des Reviersystems für alle jagdbaren Tiere, keine Beteiligung an den Wildschaden-Kosten, und dass die Reviere zu einem festen Preis ohne Steigerungen vergeben werden. Eine Arbeitsgruppe wird bis Mitte August 2014 einen ersten Entwurf des Jagdgesetzes vorbereiten. Das neue Jagdgesetz soll im Juni 2015 vom Kantonsrat behandelt werden.

«Der Wildschwein-Bestand nahm gewaltig zu und damit auch die Schäden. Dies ist einer der wichtigsten Gründe für die Total-Revision des Jagdgesetzes», bemerkte Regierungsrätin Esther Gassler, Vorsteherin des für die Jagd zuständigen Departementes. Bei der Revision sollen die wichtigsten Interessengruppen mit eingebunden werden.

«Ruhe» bei den Luchsen

Bezüglich des Luchsvorkommens ist in letzter Zeit unter den Jägern Ruhe eingekehrt, wobei die Entschädigungspraxis des Kantons wesentlich dafür massgebend war.

Im Frühjahr 2013 war ein Monitoring durchgeführt worden und dieses zeigte auf, dass eine leichte Zunahme der Vorkommen zu verzeichnen ist, nämlich 2.05 Tiere pro 100 Quadratkilometer, womit die obere Grenze des Tragbaren erreicht sei.