Schweizer Anwälte und Treuhänder gehören zu den Pionieren im Offshore-Bereich. Die Publikation geleakter Daten der in Panama domizilierten Offshore- Kanzlei Mossack Fonseca haben im April für fette Schlagzeilen gesorgt (wir berichteten).

Obwohl Offshore-Konstrukte grundsätzlich legal sind, gibt es schwarze Schafe, die diese dafür nützen, um auf gesetzwidrige Weise Geld vor dem Fiskus zu verstecken. In einer Interpellation will SP-Kantonsrätin Franziska Roth (Solothurn) deshalb von der Regierung wissen, ob es aufgrund der Daten der «Panama Papers» Anzeichen von Steuerhinterziehung und/oder Steuerbetrug von juristischen oder natürlichen Personen mit Sitz im Kanton Solothurn gibt. «Bis jetzt seien keine Zeichen erkennbar», lässt die Regierung in ihrer Antwort wissen.

Wie Steueramtschef Marcel Gehrig am Dienstag auf Anfrage sagte, sei es aber durchaus möglich, dass «einzelne Anwälte und Steuerberater» in illegale Geschäfte verwickelt sind. Um einer möglichen Straftat auf die Schliche kommen zu können, brauche es eine «Strukturierung» der Daten, betont Gehrig.

Dies bedeute einen «grossen Aufwand», den derzeit die eidgenössische Steuerverwaltung leistet – auf Anfrage mehrerer Kantone, unter anderem auch von Solothurn. Sollte die nationale Steuerbehörde fündig werden, werde der Kanton informiert, erläutert der Steueramtschef den Prozess. Ob und wann dies der Fall ist, stehe freilich in den Sternen geschrieben.

Allzu viel Geld dürfte dem Kanton deshalb aber nicht entgehen, vermutet Gehrig. Der Kanton könne im Zuge der «Panama Papers» nicht mit «bedeutenden zusätzlichen Steuereinnahmen» rechnen. (esf)