Schutzmassnahmen
«Diese Lösung rechnet sich einfach nicht» – viele Solothurner Beizen können Terrassen nicht einfach öffnen

Ab Montag dürfen die Restaurants und Bars in ihren Aussenbereichen wieder Gäste bewirten. Gerade im Frühling mit dem unbeständigen Wetter ist das ein grosser Aufwand, der sich laut dem Präsidenten von Gastro Solothurn nicht lohnt.

Rebekka Balzarini
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Ab dem 19.April darf draussen wieder konsumiert werden. (Archiv)

Ab dem 19.April darf draussen wieder konsumiert werden. (Archiv)

Laurent Gillieron / KEYSTONE

Am Montag ist es so weit: Die Restaurants und Bars in der Schweiz dürfen in ihren Aussenbereichen wieder Gäste bewirten. Dabei müssen aber strenge Schutzmassnahmen eingehalten werden. Pro Tisch sind nicht mehr als vier Personen erlaubt, vor und nach dem Essen gilt auch am Tisch eine Maskenpflicht. Ausserdem muss zwischen den Tischen ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten oder eine Abschrankung angebracht werden.

Zurückhaltung bei Gastro Solothurn

Nicht alle Gastronominnen und Gastronomen im Kanton bringt dieser Öffnungsschritt zum Jubeln. Das sagt Peter Oesch, der Präsident des Verbands Gastro Solothurn. «Der wunde Punkt ist, dass nur einige Betriebe von der neuen Regel profitieren können», erklärt Oesch. «Das grosse Problem ist, dass viele Betriebe gar keine Terrasse haben. So entsteht eine Ungleichheit», so Oesch. Er fasst zusammen:

«Es ist sicher nicht die Lösung, die sich die Branche gewünscht hat.»

Denn auch Betriebe mit Terrasse oder Garten müssten sich gut überlegen, ob es sich wirklich lohne, Gäste zu bewirtschaften. Mit der Öffnung der Aussenbereiche würden Mehrkosten entstehen, die häufig nicht gedeckt werden könnten, so der Präsident von Gastro Solothurn.

«Seit bald fünf Monaten sind die Lokale geschlossen. Die Härtefallgelder sind schon fast wieder aufgebraucht. Wenn man für eine Lokal Miete und Nebenkosten zahlen muss, dann ist das Geld schnell weg», erklärt er die Ausgangslage.

«Wenn man die Aussenbereiche öffnet, dann entstehen Mehrkosten für Personal und Lebensmittel. Viele werden sich das genau überlegen, und viele davon werden sich gegen eine Öffnung entscheiden.»

Ein weiterer Faktor, der den Gastronominnen und Gastronomen bei der neuen Regel das Leben schwermache, sei die Personalplanung: Wenn nur die Aussenbereiche der Restaurants geöffnet sind, dann hänge alles vom Wetter ab – und dieser Faktor kann laut Oesch bei einer langfristigen Einsatzplanung nur schwer berücksichtigt werden.

Aktuell sei es ohnehin noch zu kalt, um die Aussenbereiche kostendeckend öffnen zu können. Gerade für Restaurants auf dem Land, die nicht von Kunden profitieren, die am Nachmittag durch die Stadt flanieren.

Das unbeständige Wetter bringt laut Oesch noch eine zweite Schwierigkeit mit sich: Der Lebensmitteleinkauf kann nur schwer geplant werden.

«Was wir zubereiten, muss innerhalb von wenigen Tagen verarbeitet und serviert werden. Wenn etwas übrig bleibt, dann muss das Essen weggeworfen werden. Das ist schade, denn wir wollen Lebensmittelabfälle möglichst verhindern.»

Für die Angestellten in der Gastrobranche sei die Situation momentan schwierig. «Die Planungsunsicherheit strapaziert die Leute, die gerne arbeiten möchten», sagt Oesch. Selber sei er gespannt darauf, wie viele Restaurants am 19. April tatsächlich ihre Aussenbereiche für Gäste öffnen.

Weisst du von einem Restaurant, das öffnet? Schreib es uns auf online@chmedia.ch.