Wangen an der Aare
«Schützenhouse» ist passé: «Soho Kosmos» soll stilvoller und qualitativ hochwertiger werden

Das Restaurant und die Lounge des «Soho Kosmos» in Wangen an der Aare öffnen am 1. Juni ihre Pforten. Derzeit besteht noch eine grosse Baustelle. Mit der Eröffnung soll sich das Angebot im Vergleich zum ehemaligen «Schützenhouse» ändern.

Lara Enggist
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Das Soho in Wangen an der Aare wird umgebaut. Früher war dies das «Schützenhouse». Mit dem Soho geht man neue Wege.
14 Bilder
Soho in Wangen an der Aare wird umgebaut
So sieht es im umgebauten Club aus
Der Clubbereich
Hier wartet auch ein Töggelikasten
Im Loungebereich mit Bar sind die Bauarbeiten noch in vollem Gang
Im Loungebereich mit Bar sind die Bauarbeiten noch in vollem Gang
Hier entsteht die Smokers Lounge
Zutritt gibts erst ab 18 Jahren
Das Restaurant. Auf der Karte stehen vor allem Burger, Flammkuchen und kalte Platten.
Im Restaurant wurde eine originelle Holzdecke eingebaut
In der Küche wird bereits gekocht
Das Soho-Team

Das Soho in Wangen an der Aare wird umgebaut. Früher war dies das «Schützenhouse». Mit dem Soho geht man neue Wege.

Hanspeter Bärtschi

Direkt an der A1 steht an nicht besonders idyllischer Lage das ehemalige «Schützenhouse». Der Baukran und die geschäftig um das Gebäude wuselnden Handwerker lassen vermuten, dass sich der Baustellenstaub im und um den Nachtclub noch nicht ganz gelegt hat. Im Clubbereich sitzt auf einem Barhocker ein etwas abgekämpft wirkender Mann mit Bart. In der Hand hält er eine qualmende Zigarette. Auf die Frage, wo der Geschäftsführer zu finden sei, antwortet er gelassen: «Den hast du gefunden.»

Am 1. Juni ist es soweit: Das «Soho Kosmos» feiert seine Eröffnung. Der holzverkleidete Neubau neben dem Schützenhaus wirkt modern und stilvoll, wie auch der neue Name: «Soho Kosmos». Wird das bodenständige «Schützenhouse» in Wangen an der Aare/Wiedlisbach nun protzig? «Nein, nicht protzig. Aber sicher stilvoller und qualitativ hochwertiger», stellt Nils Kurth klar. Man sei sich seiner eher ländlichen Lage bewusst und bleibe bodenständig.

Sie hätten lediglich Ideen umgesetzt, die sich im Verlaufe der Zeit innerhalb des Teams entwickelt haben und bisher aus Platzgründen nicht umsetzbar gewesen waren. Das in die Jahre gekommene Konzept wurde deshalb durch ein komplett neues ersetzt. In Zukunft kann man im ausgebauten «Soho» nicht nur die Nächte durchfeiern, sondern kommt auch kulinarisch und kulturell auf seine Kosten.

«Man hat sich weiterentwickelt»

Die Innenverkleidung aus Holz im Neubau wirkt «heimelig» und gemütlich. «Die Leute sollen sich wohlfühlen und die Zeit vergessen», erklärt Kurth. Im Erdgeschoss befindet sich das Restaurant, in welchem nach dem Grundsatz «frisch, regional und saisonal» gekocht werde. Wer sich an die ersten burgerartigen Gebilde aus den Anfängen erinnern kann, wird nun vermutlich skeptisch. Doch es scheinen keine leeren Worte zu sein. «Wir hören oft, dass wir nur auf den Trendzug der Nachhaltigkeit aufspringen wollen, um Leute anzulocken», erzählt Kurth. Dem sei aber nicht so. Man habe sich weiterentwickelt und das Team wolle hinter den Produkten stehen können, welche angeboten werden.

Auch Ausgehclubs bekommen die digitale Welt zu spüren

Auch die Ausgehkultur ist ständigen Veränderungen unterworfen. In Zusammenhang mit dem Neukonzept analysierte «Soho»-Geschäftsführer Nils Kurth unlängst: «Heute geht man weniger in den Ausgang, dafür sucht man sich die Anlässe gezielter aus.» Dies spreche für ein vielfältiges Angebot: «Man besucht die Events, bei welchen man voll dabei ist und nicht die Hälfte der Zeit am Smartphone verbringt.» Denn auch in Clubs seien die Auswirkungen von Smartphone und Social Media zu spüren. «Früher glich das ‹Schützenhouse› einem Wohnzimmer, in welchem man Kollegen trifft und sich austauscht», erzählte Kurth. Heute geschehe dieser Austausch auf anderen Wegen, zu grossen Teilen über das Smartphone. Dies sei mit ein Grund, weshalb Jugendliche und junge Erwachsene seltener in den Ausgang gehen. Dass Clubs weniger gefragt sind als früher, ist bekannt. Seit Jahren ist schweiz- und auch europaweit die Rede vom «Clubsterben». Dies spüre man auch in Wangen. «Wir stehen ziemlich alleine da», sagte Kurth. In Olten gibt es das «Terminus» und in Solothurn die «Kulturfabrik Kofmehl», sonst sei das «Soho» eigentlich fast konkurrenzlos. Um die Clubkultur in der Region aufrechtzuerhalten, würde Kurth aber begrüssen, wenn es wieder mehr Ausgehmöglichkeiten gäbe. Denn: «Viele Besucher wollen den Abend nicht in nur einem Club verbringen, sondern von einem zum nächsten tingeln.» szr

Er verstehe nicht, warum aus Brasilien importiertes Pouletfleisch billiger ist als solches aus der Schweiz. «Dem wollen wir mit regionalen Produkten entgegenwirken», sagt er. Das Hackfleisch sei aus dem Bucheggberg, die Brötchen vom «Bipper Beck» und die Pommes und Saucen hausgemacht. Neben verschiedenen Burgervariationen kommen jeden Tag ein Mittagsmenu mit und eines ohne Fleisch auf den Tisch.

Im zweiten Stock befindet sich das eigentliche Herzstück des «Soho Kosmos»: die Lounge. Der Raum wirkt nicht besonders gross, bietet aber gemütliche Sitzecken und eine bunte Palette an Drinks. Hier soll man sich unterhalten und verweilen können. Dazu gehört eine helle, durch eine Glaswand abgetrennte Raucherecke, in welcher «Zigarren und guter Whiskey» das Motto zu sein scheint.

Für Jung und Alt

Man bekommt ein wenig den Eindruck, dass der Clubbereich durch den Neubau etwas in den Hintergrund gerückt ist. «Das stimmt so nicht ganz», dementiert Kurth. Es gebe zwar in Zukunft etwa 20 Veranstaltungen weniger pro Jahr, dafür seien diese abwechslungsreicher als zu Zeiten des «Schützenhouse». In der Tat ist vom «Electroswing»-Konzert bis hin zur «Bravo Hits»-Party im Programmkalender so ziemlich jede Geschmacksrichtung zu finden. Im «Soho» seien Jung und Alt und sowieso alle willkommen, die offen für etwas Neues sind. «Weltoffen und doch regional», beschreibt Kurth die «Soho»-Philosophie in wenigen Worten.

Wer eine Homeparty oder einen Firmenanlass plant, kann sich vom erfahrenen Event- und Gastronomieteam beraten lassen. Die Tausendsassas bieten nämlich auch Hilfe bei der Organisation von individuellen Anlässen an. Möglich sei fast alles, nur gratis ist es nicht.

Leidenschaft und Einsatz

In der Gestaltung der Räume steckt viel Liebe fürs Detail. Jeder scheint mit anzupacken. So etwas müsse man aus Leidenschaft tun, sonst komme nichts Gutes dabei heraus, stellt Nils Kurth klar. Der Umbau nehme ihn jedoch sehr in Anspruch. «Ich bin eigentlich nur noch zum Schlafen zu Hause», sagt er müde lächelnd. Aber nach der Eröffnungswoche sollte ja wieder ein wenig Ruhe einkehren. In dieser stelle sich heraus, ob das Konzept funktioniert und vor allem, ob es den Leuten gefällt.

Auf die Frage, ob er den Lesern noch etwas Wichtiges mitteilen möchte, denkt Kurth kurz nach und antwortet: «Unsere Saucen sind alle lactosefrei.» Da muss auch er lachen.

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