Schulstart
Mit Rucksack, aber ohne Maske: 2800 Kinder starten am Montag ihre Schulkarriere im Kanton Solothurn

An einigen Schulen im Kanton Solothurn startete das Schuljahr schon in der vergangenen Woche, für die Mehrheit der Kinder geht es aber am Montag los. Die Schutzmassnahmen spielen dabei noch immer eine wichtige Rolle.

Rebekka Balzarini
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Schulbeginn im vergangenen Jahr im Niederamt.

Schulbeginn im vergangenen Jahr im Niederamt.

Markus Müller

Der Montag ist für viele Kinder und Eltern im Kanton ein besonderer Tag. Rund 2800 Kinder gehen an diesem Tag zum ersten Mal in den Kindergarten, rund 2700 in die 1. Klasse. Noch immer ist die Pandemie im Schulalltag präsent – und trotzdem, so erklärt Andreas Walter, Leiter des kantonalen Volksschulamtes, habe sich die Lage an den Schulen beruhigt: Die Test- und Schutzkonzepte hätten sich im vergangenen Schuljahr bewährt und rund 80 Prozent der Lehrpersonen im Kanton seien mittlerweile geimpft. Das gebe im Alltag zusätzlich Sicherheit.

Was an den Schulen gilt, und wie sie im Notfall mit einem Ausbruch umgehen – eine Übersicht.

Welche Schutzmassnahmen gelten an den Schulen?

Die Schulen bilden auch im neuen Schuljahr während der Schulzeit in sich geschlossene Betriebe. Das bedeutet, dass das Schulareal für Lehrpersonen, Kinder und Schulpersonal da ist. Eltern dürfen das Areal nur auf Einladung besuchen, zum Beispiel für ein Elterngespräch. Weiterhin sehr wichtig ist die Hygiene: Kinder und Lehrpersonen waschen sich regelmässig die Hände, Oberflächen wie Türfallen oder Pulte werden regelmässig gereinigt. Eine generelle Maskenpflicht gibt es im neuen Schuljahr in der Volksschule nicht mehr. Auch die Erwachsenen müssen keine Schutzmasken mehr tragen. In bestimmten Fällen können Masken nach wie vor zum Einsatz kommen, etwa, wenn Distanzregeln im Lehrerzimmer nicht eingehalten werden können oder wenn mehrere Personen an einer Schule positiv getestet werden. Die Distanzregeln müssen von gesunden Kindern auf der Primarstufe nicht eingehalten werden, in der Sekundarstufe gelten die Distanzregeln aber nach wie vor. Eine Ausnahme bildet der Turnunterricht.

Werden die Kinder regelmässig getestet?

Im Kanton stehen verschiedene Testkonzepte für die Schulen zur Verfügung. Grob kann zwischen präventiven Tests und Tests im Rahmen von Ausbruchsuntersuchungen unterschieden werden. Ob an einer Schule präventive repetitive Testungen – bekannt als «Massentests» – durchgeführt werden, entscheiden die jeweiligen Schulträger, also die Schulkreise oder die Einwohnergemeinden. Entscheidet sich ein Schulträger für eine präventive wöchentliche Testung, dann wird einmal pro Woche mittels gepoolten PCR-Speicheltests getestet. Weil sich viele Personen in der Schweiz in den Sommerferien mit SARS-Cov-2 angesteckt haben, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Schulen, ungeimpfte Schülerinnen und Schüler sowie ungeimpfte Lehrpersonen nach den Sommerferien zu testen. Dafür stehen im Kanton mobile Teams der Testcentren in Olten und Solothurn zu Verfügung, die in den Schulen vorbeikommen. Die Teams testen mit Antigen-Schnelltests. Die Teilnahme an den repetitiven präventiven Testungen ist freiwillig.

Was passiert, wenn ein Kind oder mehrere Kinder positiv getestet werden?

Dafür gibt es unterschiedliche Szenarien. Wird nur ein Kind in einer Klasse positiv getestet, und finden an der Schule regelmässig präventive Testungen statt, kann bei engen Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet werden. Finden an der betroffenen Schule keine repetitiven Testungen statt oder ist die Beteiligung tief, dann wird Kontaktpersonen am 5. Tag nach dem letzten Kontakt ein Test empfohlen. Bei zwei Fällen in einer Klasse wird nach Absprache mit der Schulleitung in der Regel eine Ausbruchsuntersuchung durchgeführt. Kommt es in einer Klasse oder in einer Schule zu einer Häufung von Fällen, wird die Ausbruchsuntersuchung auf den Rest der Schule ausgeweitet. Bei drei Fällen in einer Klasse kann ausserdem während einer gewissen Zeitdauer eine Maskenpflicht angeordnet werden. Aktivitäten wie gemeinsames Singen, Schulreisen oder Klassenlager werden ausserdem eingeschränkt. Zudem ist eine Klassenquarantäne möglich. Ein kurzzeitiger Wechsel in den Fernunterricht kann es dann geben, wenn mehrere Kinder in verschiedenen Klassen positiv getestet werden und über einen Zeitraum von rund zwei Wochen immer neue Fälle dazukommen. Ein Wechsel in den Fernunterricht kann auf Antrag von der Schulleitung vom Volksschulamt angeordnet werden, auch die Gemeinden und die Schulkreise werden in den Entscheid einbezogen.

Aerosole spielen bei der Übertragung eine Rolle. Wie können die Schulen auf die Luftqualität achten?

In den neuen Richtlinien zum kommenden Schuljahr weist das Volksschulamt darauf hin, dass die Luftqualität für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrpersonen wichtig ist. Schulzimmer sollen deshalb regelmässig gelüftet werden. Zur Optimierung wird empfohlen, im Winter nach 20 Minuten drei bis fünf Minuten zu lüften, im Sommer 10 bis 20 Minuten. Um die Luftqualität in den Schulzimmern im Kanton zu verbessern, wird derzeit das «Netzwerk Luftqualität Kanton Solothurn» aufgebaut. Dafür arbeitet das Volksschulamt mit Fachleuten für Lüftungsanlagen und Aerosolmessungen sowie Schulen zusammen. Gemeinsam sollen unterschiedliche Techniken zur Luftverbesserung untersucht werden.

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