Für die SP war der Text der Interpellation zu populistisch, und der Sprecher der Grünen Partei bemerkte, hier habe sicher auch ein wenig Boulevard Journalismus mitgeschrieben. Die Interpellation von der CVP/EVP/GLP/BDP-Fraktion zum Schulleiter-Lehrgang musste am Mittwoch im Kantonsrat Kritik einstecken. Dabei ging es vor allem, um eine Behauptung: Fast wöchentlich könne man negative Schlagzeilen über Schulleiter in den Zeitungen lesen, so die Interpellanten.

Der Regierungsrat hielt dann auch in seiner Antwort fest: «In der Gesamtheit aller Schulleitungen betreffen die in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Fälle weniger als 5 Prozent.» Eines kann man aber nicht abstreiten: Seit der Einführung der geleiteten Schule 2006 gab es immer wieder negative Schlagzeilen über Schulleiter. Für die Interpellanten ist darum der Zeitpunkt gekommen, die Ausbildung der Schulleiter kritisch zu hinterfragen.

Im Kanton Solothurn kann man sich an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz berufsbegleitend zum Schulleiter weiterbilden. 70 Prozent der Ausbildungskosten übernimmt dabei der Kanton Solothurn. Daraus erwachse für die Behörde aber auch eine gewisse Verantwortung, sagte Tamara Mühlemann Vescovi (CVP, Zuchwil). «Der Kanton muss sicherstellen, dass die Qualität des Lehrgangs stimmt.»

Ansonsten müsse man sich fragen, warum er ein Teil der Ausbildung finanziere. Dieser Verantwortung würde sich der Kanton bisher entziehen, in dem er den Ball der Fachhochschule und den Gemeinden zuspiele. Regierungsrat Remo Ankli erwiderte, die strategische Führung sei hier bei den Gemeinden angesiedelt. Zudem sei die Ausbildung durch die Schweizerische Konferenz der Erziehungsdirektoren anerkannt. Für Diskussionen im Kantonsrat sorgte noch die Frage, ob sich der Kanton an der Ausbildungskosten beteiligen soll. «Schulleiter werden gut bezahlt», sagte Beat Künzli (Laupersdorf) im Namen der SVP-Fraktion. Er ergänzte: «Es wäre durchaus berechtigt, wenn sie die Ausbildung selber zahlen müssen.» Die Weiterbildung zum Schulleiter kostet insgesamt 11'400 Franken. (fvo)