Kantonsschule Solothurn
Schüler verbringen eine Woche im ernsten Geschäftsalltag

Die Schüler der Kantonsschule Solothurn übten in der Wirtschaftswoche, eine Firma über mehrere Jahre hinweg zu leiten.

Sabine Gfeller
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Wie sollen wir uns präsentieren, worauf sollen wir den Fokus setzen?
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Vor der Präsentation kommt kurz Hektik auf
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Regierungsrat Roland Heim verfolgt die GV interessiert
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Wirtschaftswoche an der Kantonsschule Solothurn
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Der CPO Personal bei ihren Ausführungen
Die Schüler spielen eine Generalversammlung und stellen ihr Produkt vor
Regierungsrat Roland Heim diskutiert mit Zuhörern

Wie sollen wir uns präsentieren, worauf sollen wir den Fokus setzen?

Hanspeter Bärtschi

«Dank dem Aufschwung im Jahr 2015 können wir positiv in die Zukunft blicken.» So sieht die Schlussbilanz der Unternehmung «Easy Fit AG» aus. Im Konkurrenzkampf mit vier weiteren Unternehmen musste sie einen Wecker entwerfen, der sofort fit macht. Jedes Unternehmen wurde von einer 6er-Gruppe Maturanden der Kantonsschule Solothurn geführt. Die jugendlichen Firmenleiter präsentierten die fiktive Aktiengesellschaft mit dem Ernst des wirklichen Geschäftsalltags an der simulierten Generalversammlung.

Vergangene Woche schlüpften die 98 Schüler der Schwerpunktfach-Klassen Wirtschaft und Recht in die Rolle eines Firmenabteilungsleiters. In der Wirtschaftswoche mussten die Schüler in Form von vier Spielen à vier Unternehmungen ein bestimmtes Produkt auf den Markt bringen, beispielsweise eben einen Wecker.

Jede Gruppe musste ein möglichst überzeugendes Produkt entwerfen, da sie in einer Gruppe mit drei anderen Unternehmungen konkurrierten. Nicht nur die Qualität des Produktes spielte eine entscheidende Rolle, sondern auch die Firmenführung. Nach fünf simulierten Jahren sollte ihre Firma überzeugende Zahlen präsentieren.

Wo investieren, wo sparen?

Die potenziell angehenden Wirtschaftsleute mussten jeden Tag, das heisst jedes Jahr, Entscheidungen in allen Unternehmensbereichen treffen. Sie mussten abwägen, wo es sich lohnte zu investieren und welche Sparmassnahmen zu ergreifen waren. Dabei waren sie durch das wirtschaftssimulierende Computerprogramm WIWAG der Ernst-Schmidheiny-Stiftung teilweise mit herausfordernden Bedingungen konfrontiert.

«Zu Beginn der Woche war die komplexe Firmenführung irreführend. Schnell gewann man aber eine Übersicht über das Ganze, da jeder einen Part übernimmt», sagt der Kantonsschüler Jan Walker. Für jede Abteilung sei jemand zuständig: Unter anderem für das Marketing, die Produktion und die Finanzen.

An der Generalversammlung stellten die Abteilungsleiter ihr Unternehmen vor. Dabei mussten sie beispielsweise auf Fragen von Regierungsrat und ehemaligem Wirtschaft- und Rechtslehrer Roland Heim, der Kleinaktionäre vertrat, eingehen: «Wie sieht der Aktienkurs im kommenden Jahr aus?» Der Finanzleiter der befragten Firma versicherte: «Im Börsenkurs haben wir eine steigende Tendenz.»

Nahe der echten Wirtschaftswelt

«Es war ein grosser Lerneffekt zu sehen. Verglichen mit der realen Industriewelt sind die Zusammenhänge dieselben, welche die Schüler gemacht haben», sagt Michael Steingruber von der St. Galler Kantonalbank. Dieser betreute zusammen mit den Fachlehrkräften und verschiedenen CEO aus dem Wirtschaftswesen die Junior-Geschäftsleute.

«Die Wirtschaftswoche war sehr bereichernd. Wir wendeten vernetztes Denken an», so der Kantonsschüler Damian Diethelm. Diese sehr wertvolle Art des Denkens sei im privaten wie auch im Berufsalltag sehr nützlich.