Kanton Solothurn
Schulen verzichten wegen Corona-Virus auf Exkursionen – im Skilager gibts jetzt ein neues Ämtli

Der oberste Schulleiter im Kanton Solothurn ist derzeit vor allem mit dem Corona-Virus beschäftigt. In der Schule werden die Hygienemassnahmen kommuniziert und im Skilager vermehrt geputzt.

Lea Durrer
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Die Skilager werden normal durchgeführt – es gibt allerdings ein erweitertes Notfallszenario wegen des Corona-Virus. (Themenbild)

Die Skilager werden normal durchgeführt – es gibt allerdings ein erweitertes Notfallszenario wegen des Corona-Virus. (Themenbild)

Adrian van der Floe ist derzeit mit einem Thema beschäftigt: Corona-Virus. «Praktisch täglich werden neue Merkblätter veröffentlicht», sagt der Schulleiter-Präsident, der gleichzeitig als Schulleiter an der Oberstufe Wasseramt Ost in Derendingen amtet. Seit Donnerstag müsse man beispielsweise hustende Schülerinnen und Schüler schon zuhause lassen. Ein Tag zuvor sei dies noch nicht der Fall gewesen. Jede Änderung bedeutet, dass van der Floe die Schulleiter im Kanton Solothurn informieren muss. Diese geben die neue Information wiederum an die Klassenlehrer weiter, durch die dann die Eltern informiert werden. «Es ist wichtig, dass die Kommunikation gut läuft», sagt van der Floe. Vor allem die Eltern hätten Fragen, Ängste seien vorhanden. «Je besser die Kommunikation ist, desto mehr Ängste kann man nehmen.» Eine klare Führung durch den Kanton sei hier wichtig und auch richtig, sagt van der Floe.

Das Volksschulamt verschickte am Montag einen vorformulierten Elternbrief an die Schulleitungen. Für diese galt es dann, den Brief den Eltern weiterzuleiten. «Manche haben den Elternbrief noch etwas angepasst und teilweise verständlicher gemacht», so van der Floe. Zum Teil habe es lokal Unterschiede bei manchen Abläufen gegeben.

Keine ernsthafte Gefährdung für Kinder

Die Schulen beschäftige auch die Frage, was mit kranken Kindern geschehe. Das seien Fragen wie: Wie lange bleiben sie zuhause? Wann ist ein Kind krank? «Die Symptome des Virus sind nicht eindeutig», gibt der Schulleiter-Präsident zu denken und betont: «Wir versuchen, keine Panik auszulösen.» Es sei wichtig, dass man den Eltern mitteile, dass bei Kindern die Krankheit mild verlaufe. Im Gegensatz zur Schweinegrippe bedeute das Corona-Virus keine ernsthafte Gefährdung für die Kinder. Deshalb habe man auch auf die Desinfektionsmittel verzichtet. «Jetzt waschen wir die Hände sehr gut». Es sei bedeutend, dies in den Schulen zu thematisieren. Dann würden die Kinder auch zuhause darüber sprechen.

Adrian van der Floe

Adrian van der Floe

hanspeter baertschi

Die Hygiene werde in den Schulen grossgeschrieben, so der Schulleiter-Präsident. Die Massnahmen würden mit den Schülern besprochen. Konsequent sei man in Derendingen damit, keine Hände mehr zu schütteln. «Jede Lehrperson an unserer Schule befolgt diese Weisung. Wir sind alles Vorbilder und müssen uns daran halten.» Bei einer Lehrperson, die das nicht als wichtig erachtet habe, habe man gleich interveniert.

«Auf Exkursionen und Museen-Besuche verzichten wir vorübergehend», sagt Adrian van der Floe. Diese Woche wäre eine Klasse nach Biel ins Stadttheater gefahren. Da empfahl der Schulleiter, den Ausflug abzusagen.

Die Hauswarte würden wegen des Corona-Virus die Türklinken und das Treppengeländer öfters putzen. Teilweise habe man in den Schulen und Klassenzimmern auch Desinfektionsmittel verteilt.

Mehrarbeit im Skilager

Erschwerend in der ganzen Situation kommt hinzu: Einige Schulen sind mit ihren Klassen im Skilager oder werden bald ins Lager fahren. Laut Kanton können die Lager normal durchgeführt werden. «Das ist ja eigentlich nichts anderes als Schule an einem anderen Ort», erklärt Adrian van der Floe. Grundsätzlich seien die gleichen Schüler und Lehrpersonen zusammen, höchstens ergänzt mit einigen erwachsenen Leitern. Es sei klar, dass man im Lagerhaus enger zusammen rücke.

12 Skilager der Oberstufe Wasseramt Ost sind nächste Woche in verschiedenen Teilen der Schweiz verstreut. «Wir haben für uns eine Regelung aufgestellt: Schüler, die am Donnerstag oder Freitag krank sind, fahren am Sonntag oder Montag nicht mit ins Lager – auch wenn sie wieder gesund sind», so van der Floe. Grundsätzlich tue frische Luft gut. Und für nächste Woche sei Sonne angesagt. «Dann ist es keine schlechte Prävention, draussen zu sein.»

Für die Lehrer und auch für den Schulleiter bedeutet das Corona-Virus einen Mehraufwand im Hinblick auf die Skilager. Van der Floe hat «eigentlich wie immer» die Eltern informiert. Dazu wurde das Notfallszenario, welches sowieso für jedes Lager gilt, ergänzt. Die Adresse des nächsten Arztes ist in jedem Lager bekannt. Neu wurde intern ein Pikettdienst eingerichtet. Auch wurde organisiert, dass im Notfall eine Transportorganisation zur Verfügung steht. Einige Klassen wären mit dem Zug ins Lager gefahren. Diese nehmen nun laut dem Schulleiter teilweise den Car, damit Bahnfahrten vermieden werden können. Das konnte die jeweilige Lagerleitung entscheiden.

Neues Ämtli Hygiene

Im Lager sollen dieselben Hygienemassnahmen wie in der Schule eingehalten werden. «Es gibt neben dem Ämtli Zimmerordnung ein neues Ämtli Hygiene», so van der Floe. Desinfektionsmittel und Lappen würden mitgebracht, um alles putzen zu können und die Hygiene «möglichst 24 Stunden so gut es geht» einzuhalten. Mehr Personal werde dafür nicht benötigt, dafür ein bisschen mehr Geld. Zusätzliches Personal wird höchstens benötigt, wenn eine Lehrperson ausfällt.