«Die Aufführungen auf unserer Bühne im Theaterzelt sind in den letzten Jahren immer kreativer geworden», freut sich Werner Panzer, der die kantonale Schultheaterwoche vor einem Vierteljahrhundert ins Leben rief. Seither werden jedes Jahr von rund 20 bis 25 Klassen, beginnend beim Kindergarten über Unter-,Mittel- und Oberstufe, fantasievolle und mitreissende Produktionen erarbeitet und dort gezeigt. «In den Anfängen wurde ein vorliegendes Theaterstück zumeist noch wortwörtlich umgesetzt, zunehmend aber sind von der Idee her selbst erarbeitete oder sogar völlig selbst geschriebene Stücke vertreten», zeigt der Theatermann die Weiterentwicklung mit Musik, Gesang und Bewegung auf.

Seit acht Jahren bildet Theaterpädagogin Martina Mercatali gemeinsam mit Panzer das Leitungsteam. «Und seither können wir noch mehr Begleitung bei schulischen Theaterprojekten anbieten. Wir lassen niemanden im Schilf stehen», schildert sie die durchaus mögliche und für Einsteiger Mut machende Unterstützung beim Entstehen eines altersgerechten Bühnenspiels. «Wenn erst einmal eine gute Grundlage gelegt ist, mit deren Figuren sich Kinder und Jugendliche identifizieren können, kann mit der wichtigen Planung begonnen werden, um den gesamten Probenprozess in den Schulbetrieb einzubetten», unterstreicht Mercatali. «Denn 50 Prozent der Arbeit für das Klassentheater bestehen aus Organisation.»

Die an der Klasse mitunterrichtende Kollegenschaft und mitbeteiligte Fachlehrkräfte sollten rechtzeitig eingebunden werden, die Räumlichkeiten für die Proben reserviert und schon ein Blick auf mögliche Hilfe auch bei der Herstellung der Ausstattung geworfen werden.

Ganzheitlich lehren und lernen

«Wer das alles als Lehrperson frühzeitig im Wissen um den Aufführungstermin im Juni an die Hand nimmt, kann sich in Ruhe den wesentlichen Dingen der Vorbereitung widmen», betont das Leitungsduo. Bei ihren Klassenbesuchen in den Schulen – und erst recht später angesichts der Darbietungen in der Feinform auf der Bühne – erlebten beide in den zurückliegenden Jahren immer wieder sehr berührende Augenblicke. «Theaterspielen bedeutet nämlich ganzheitliches Lehren und Lernen. Die jugendlichen Schauspieler schlüpfen nicht nur in eine x-beliebige Rolle, sondern entdecken zumeist auch ihre individuelle Wahrhaftigkeit.»

Zu den persönlichen Fragen: «Wer bin ich, wo bin ich und was mache ich?» komme noch der Wunsch hinzu, der dargestellten Figur auf der Bühne den für sie typischen, authentischen Charakter zu verleihen. Mercatali und Panzer wissen aus Erfahrung, wie das gemeinsame Bühnenspiel die Klassenmitglieder mit ihren sehr unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen schweisst und für alle ein grosses Feld an Kompetenzen entstehen lässt. «Diese Dynamik ist durch nichts zu ersetzen», kennzeichnen beide Theaterprofis den dabei sichtbaren pädagogischen Effekt. Manche Jugendliche, die sich wenig zutrauen, würden auf der Bühne regelrecht über sich hinaus wachsen. Jeder, der einmal Theater gespielt hat, kann sich lebenslang mit Sicherheit noch an Spielsituationen und das prächtige Gefühl erinnern, wenn alle Mitspielenden gemeinsam eine Szene wunschgemäss «hingekriegt» haben.

Schon 20 Anmeldungen

Zwar ist der Termin der Schultheaterwoche noch fünf Monate entfernt, doch offenbar läuft die Planung interessierter Lehrkräfte und ihrer Klassen in den Schulhäusern bereits intensiv.

«So früh lagen uns noch nie 20 provisorische Anmeldungen vor», unterstreicht Martina Mercatali und hofft auf weitere Meldungen. Ob dazu das Jubiläum der Schultheaterwoche beitragen kann? Die Woche 25 sollten sich aber auch kleine und grosse theaterbegeisterte Zuschauer merken. Denn bekanntlich gelingt jedes Bühnenspiel besser mit viel beifallfreudigem Publikum.

Kantonale Schultheaterwoche auf Schloss Waldegg, Feldbrunnen. Das Theaterzelt steht dieses Jahr vom 18. bis 22. Juni. www.schultheaterwoche.ch