Direkt an der A1 steht an nicht besonders idyllischer Lage das ehemalige «Schützenhouse». Der Baukran und die geschäftig um das Gebäude wuselnden Handwerker lassen vermuten, dass sich der Baustellenstaub im und um den Nachtclub noch nicht ganz gelegt hat. Im Clubbereich sitzt auf einem Barhocker ein etwas abgekämpft wirkender Mann mit Bart. In der Hand hält er eine qualmende Zigarette. Auf die Frage, wo der Geschäftsführer zu finden sei, antwortet er gelassen: «Den hast du gefunden.»

Am 1. Juni ist es soweit: Das «Soho Kosmos» feiert seine Eröffnung. Der holzverkleidete Neubau neben dem Schützenhaus wirkt modern und stilvoll, wie auch der neue Name: «Soho Kosmos». Wird das bodenständige «Schützenhouse» in Wangen an der Aare/Wiedlisbach nun protzig? «Nein, nicht protzig. Aber sicher stilvoller und qualitativ hochwertiger», stellt Nils Kurth klar. Man sei sich seiner eher ländlichen Lage bewusst und bleibe bodenständig.

Sie hätten lediglich Ideen umgesetzt, die sich im Verlaufe der Zeit innerhalb des Teams entwickelt haben und bisher aus Platzgründen nicht umsetzbar gewesen waren. Das in die Jahre gekommene Konzept wurde deshalb durch ein komplett neues ersetzt. In Zukunft kann man im ausgebauten «Soho» nicht nur die Nächte durchfeiern, sondern kommt auch kulinarisch und kulturell auf seine Kosten.

Nils Kurth, Geschäftsführer des Soho Kosmos in Wangen an der Aare: «Wer hätte gedacht, dass hier noch so etwas wie Kultur passiert.»

Geschäftsführer Nils Kurth führt durch den Soho Kosmos

«Man hat sich weiterentwickelt»

Die Innenverkleidung aus Holz im Neubau wirkt «heimelig» und gemütlich. «Die Leute sollen sich wohlfühlen und die Zeit vergessen», erklärt Kurth. Im Erdgeschoss befindet sich das Restaurant, in welchem nach dem Grundsatz «frisch, regional und saisonal» gekocht werde. Wer sich an die ersten burgerartigen Gebilde aus den Anfängen erinnern kann, wird nun vermutlich skeptisch. Doch es scheinen keine leeren Worte zu sein. «Wir hören oft, dass wir nur auf den Trendzug der Nachhaltigkeit aufspringen wollen, um Leute anzulocken», erzählt Kurth. Dem sei aber nicht so. Man habe sich weiterentwickelt und das Team wolle hinter den Produkten stehen können, welche angeboten werden. 

Er verstehe nicht, warum aus Brasilien importiertes Pouletfleisch billiger ist als solches aus der Schweiz. «Dem wollen wir mit regionalen Produkten entgegenwirken», sagt er. Das Hackfleisch sei aus dem Bucheggberg, die Brötchen vom «Bipper Beck» und die Pommes und Saucen hausgemacht. Neben verschiedenen Burgervariationen kommen jeden Tag ein Mittagsmenu mit und eines ohne Fleisch auf den Tisch.

Im zweiten Stock befindet sich das eigentliche Herzstück des «Soho Kosmos»: die Lounge. Der Raum wirkt nicht besonders gross, bietet aber gemütliche Sitzecken und eine bunte Palette an Drinks. Hier soll man sich unterhalten und verweilen können. Dazu gehört eine helle, durch eine Glaswand abgetrennte Raucherecke, in welcher «Zigarren und guter Whiskey» das Motto zu sein scheint.

Für Jung und Alt

Man bekommt ein wenig den Eindruck, dass der Clubbereich durch den Neubau etwas in den Hintergrund gerückt ist. «Das stimmt so nicht ganz», dementiert Kurth. Es gebe zwar in Zukunft etwa 20 Veranstaltungen weniger pro Jahr, dafür seien diese abwechslungsreicher als zu Zeiten des «Schützenhouse». In der Tat ist vom «Electroswing»-Konzert bis hin zur «Bravo Hits»-Party im Programmkalender so ziemlich jede Geschmacksrichtung zu finden. Im «Soho» seien Jung und Alt und sowieso alle willkommen, die offen für etwas Neues sind. «Weltoffen und doch regional», beschreibt Kurth die «Soho»-Philosophie in wenigen Worten.

Wer eine Homeparty oder einen Firmenanlass plant, kann sich vom erfahrenen Event- und Gastronomieteam beraten lassen. Die Tausendsassas bieten nämlich auch Hilfe bei der Organisation von individuellen Anlässen an. Möglich sei fast alles, nur gratis ist es nicht.

Leidenschaft und Einsatz

In der Gestaltung der Räume steckt viel Liebe fürs Detail. Jeder scheint mit anzupacken. So etwas müsse man aus Leidenschaft tun, sonst komme nichts Gutes dabei heraus, stellt Nils Kurth klar. Der Umbau nehme ihn jedoch sehr in Anspruch. «Ich bin eigentlich nur noch zum Schlafen zu Hause», sagt er müde lächelnd. Aber nach der Eröffnungswoche sollte ja wieder ein wenig Ruhe einkehren. In dieser stelle sich heraus, ob das Konzept funktioniert und vor allem, ob es den Leuten gefällt.

Auf die Frage, ob er den Lesern noch etwas Wichtiges mitteilen möchte, denkt Kurth kurz nach und antwortet: «Unsere Saucen sind alle lactosefrei.» Da muss auch er lachen.