Auch wenn den Vereinen ein besseres Resultat zu gönnen wäre, einen Sieg können sie trotzdem verbuchen, nämlich indem sie überhaupt am Wettbewerb teilgenommen haben. Denn die Anforderungen steigen stetig an, dementsprechend der Aufwand. Die Steigerung ist jedoch in der Brasser-Szene Absicht; regionale, mit lauter Freaks besetzte Formationen wollen gefordert sein.

Die Nachwuchsformationen machen es ihnen nach und beweisen dann auch ihr Können. Würde man ihre Vorträge lediglich hören, so käme man kaum nicht auf die Idee, dass hier Jugendliche am Musizieren sind.

Mit den eigenen Leuten

In der zweiten Stärkeklasse, in der die «Konkordia» Aedermannsdorf (Leitung Bernhard Wüthrich) zusammen mit 13 weiteren Bands angetreten ist, haben sich Juniorbands die Ränge vier bis sieben gesichert. Die Aedermannsdörfer mussten als erste auf die Bühne und dies machte offenbar einige von ihnen unübersehbar nervös, was sich denn auch beim Wettstücks «The Raid» von Oliver Waespi bemerkbar machte.

Im Gesamten aber zeigte die Band ihre Stärke mit einem ausdrucksvollen, schönen Klangbild. Und nicht zu vergessen ist, dass hier ein Verein auf der Bühne stand, der praktisch ausschliesslich aus Leuten aus dem Dorf besteht. Die Jury bewertete den Vortrag mit 85 Punkten (100 sind das Maximum), was für Rang 10 reichte. Es mag ein Trost für die Aedermannsdörfer sein, dass etwa die «Harmonie» Rickenbach LU, die vor kurzem noch mehrfach auf dem Siegerpodest gestanden hatte, auf Rang 13 kam.

Sprung gewagt

Beflügelt vom Erfolg am Wettbewerb von 2012, dem 2. Rang in der zweiten Stärkeklasse, wagte die «Konkordia» Büsserach den grossen Sprung in die erste Klasse, in der eine Band auch noch über starke Solisten verfügen muss. Das Teilnehmerfeld mit 20 Bands ist das grösste aller Kategorien, dementsprechend gross auch die Konkurrenz.

Die Schwarzbuben meisterten die sehr anspruchsvolle Komposition «Swiss Colors» von Bertrand Moren gut, doch es reichte lediglich für Rang 17, punktgleich (84) mit drei weiteren Bands. Sehr beachtlich war, was ihr Dirigent Tristan Uth aus der AEW Brass Band Fricktal herausholte, die ebenfalls in der ersten Klasse startete: Rang 3.

Schritt zurück nach vorne

Die Brass Band Solothurn hatte sich nach einer Pause entschlossen, von der 2. in die 3. Stärkeklasse zurückzutreten, um sich ihren derzeit reellen Möglichkeiten anzupassen. Der Schritt war richtig. Unter der Leitung von Martin Bütikofer konnte sie mit «Turris Fortissima» von Steven Ponford mit dem 5. Rang genau in der Mitte mithalten. Die Oberaargauer Brass Band hingegen ist in der Höchstklasse weiterhin am Kämpfen. In den letzten beiden Jahren fasste sie das Schlusslicht. Jetzt kam sie auf den 11. Rang (12 Bands). Immerhin erreichte sie beim Aufgabestück
den 8. Rang (in dieser Kategorie sind Pflicht- und Selbstwahlstück vorzutragen).

Auszug aus der Rangliste 3. Stärkeklasse: 1. Jugendbrassband Michelsamt (LU), 2. BB Zürich, 3. EC Jurassien B. 2. Klasse: 1. BB Abinchova (LU), 2. Brass Band 43 (FR),  Posaunenchor Flaach (ZH). 1. Klasse: 1. BB Eglisau (ZH), 2. MG Reiden (LU), 3. AEW BB Fricktal (AG). Höchstklasse: 1. Valaisia Brass Band, 2. EC Valaisan, 3. BB Berner Oberland. Alle Resultate unter www.sbbv.ch