Roland Haefeli ist schon seit 15 Jahren Werkhofleiter in Welschenrohr. Wenn es schneit ist er mit dem Schneeräumer zur Stelle – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Diese Nacht war er bereits um 4 Uhr wach, «um 5.30 Uhr begann es zu schneien und der Schnee ist sofort liegen geblieben», berichtet er. Dann rückte er sofort aus ins Schneetreiben. «Der Schnee kam quer wegen des Windes.»

In Matzendorf gilt es jeweils zuerst die teilweise steilen Zufahrten zu den Berghöfen freizuschaufeln. Dort hat es immer am meisten Schnee und die Bewohner müssen mit ihren Fahrzeugen ja irgendwie ins Tal hinunter kommen. Am frühen Mittwochmorgen lagen sechs bis sieben Zentimeter. Unten im Dorf, das auf 510 Meter über Meer liegt, waren es zwei bis drei.

Mit Hilfe eines Mitarbeiters – «manchmal braucht es auch Unterstützung von extern» – räumte Haefeli die Strassen frei und streute Salz. Je nach dem wird er in der nächsten Nacht nochmals Salz streuen, denn «wenn es kalt wird und gefriert, dann wird es schwierig auf den Strassen.»

Salz dosieren

Wie viel Salz gestreut wird, hängt vom Untergrund ab. Haefeli erklärt: «Bei nassem Schnee braucht es weniger Salz, da dieses im Zusammenhang mit dem Wasser schneller wirkt.» Bei trockenem Schnee muss öfters geräumt werden. Einfach Salz zu streuen ist keine Lösung, denn es dauert viel länger, bis das Salz seine Wirkung entfaltet.

Genug Salz hat der Werkhofleiter auf jeden Fall zur Verfügung. «Im Moment habe ich noch genug übrig vom letzten Jahr.» Aber auch er weiss: Viel Schnee kann in kürzester Zeit kommen – das zeigt momentan die Situation in Österreich und Deutschland.

Bis jetzt war es in diesem Winter aber sehr ruhig. In anderen Jahren hat sich Roland Haefeli durch den Winterdienst 60 bis 70 Überstunden angehäuft, weil er so oft in den Einsatz musste. «Dieses Jahr ist gar nichts im Vergleich mit anderen.» Bisher seien es zwischen 15 und 20 Stunden. Haefeli sehnt sich der Überstunden wegen aber nicht nach mehr Schnee. «Dann kann ich länger liegen bleiben», schmunzelt er.

Einer, der ebenfalls für bessere Strassenverhältnisse im Winter zuständig ist, ist Bauer Rolf Arni, der in Mühledorfa amtet. Der Winterdienst im Bezirk Bucheggberg ist auf sieben Privatpersonen aufgeteilt. In diesem Jahr musste Rolf Arni erst zwei Mal mit dem Salz-Wagen ausrücken. «Es ist ein schlechtes Geschäft», berichtet er und lacht. Am Mittwochmorgen habe es zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr grosse Flocken geschneit. In Mühledorf, das auf 557 Meter über Meer liegt, entstand eine Schneeschicht von 4-5 cm. Kurz darauf hörte es auf zu schneien und die Wetterlage lockerte sich wieder auf.

Gar nicht ausrücken musste der Werkhof der Stadt Olten. Leiter René Wernli spricht von einem «normalen ruhigen Jahr». Zwei grössere Einsätze sind in dieser Saison bisher zu verzeichnen. Das erste Mal rückte man kurz vor Weihnachten zum Schneeräumen aus, zuletzt standen die Werkhofmitarbeiter am 5.Januar von morgens um 7.30 Uhr bis 16 Uhr im Einsatz – eine Mittagspause gönnte man sich natürlich.

«Bei unsicherem Wetter ist stets ein Einsatzleiter unterwegs und schaut, ob der Winterdienst ausrücken muss», so René Wernli. In Olten seien besonders die Brücken kritische Orte. «Da kommt von oben und unten kalte Luft dazu.» Am schlimmsten sei die Situation, wenn zu Beginn der Nacht bedeckt sei und der Himmel dann am frühen Morgen auftun würde. Dann wirds glatt auf den Strassen.

Ähnlich sieht die Situation in Derendingen aus. Die Werkhofmitarbeiter mussten bislang nur einmal ausrücken. Die Tendenz sei rückläufig im Vergleich zu den Vorjahren.

Starker Sommer - schwacher Winter

Der vorgängige Rekordsommer sei möglicherweise ein Vorbote für den schneearmen Winter, meint der Buchegger Bauer Rolf Arni. Auf den heissen Sommer im Jahr 2003 folgte nach seinen Recherchen ebenso ein schwacher Winter. Ob es in den nächsten Wochen nochmals zu einem richtigen Wintereinbruch kommen wird, ist nach Rolf Arnis Theorie also zu bezweifeln. Ganz nach dem Motto: Ist der Sommer ausgiebig und heiss, gibt es im Winter wenig Schnee und Eis.

Wie sieht es diese Woche aus? Der Wetterdienst «MeteoNews» sagt für Donnerstag nachlassenden Schneefall und eine allmähliche Wetterberuhigung voraus. Dabei ist es kalt, oft herrscht auch tagsüber leichter Dauerfrost. Am Wochenende sind auffrischender Wind und neue Niederschläge zu erwarten. Der Temperaturtrend zeigt dabei leicht nach oben.